Auch die Ybbstaler Wirte warten auf ihre Gäste. Die Verlängerung des Gastro-Lockdowns war nicht überraschend. Wirte und Hoteliers bleiben aber nicht untätig.

Von Anna Faltner. Erstellt am 24. Februar 2021 (05:26)
Jeden Faschingsdienstag gibt es beim Puntiwirt Schnitzel. Heidi und Christian Schwarz sowie Gerti Maderthaner (von links) freuen sich über ihre zahlreichen Stammgäste, die ihnen treu blieben.
Tata Asatiani-Aigner

Ein Besuch im Lieblingsrestaurant oder ein Kurzurlaub in der Region bleiben leider Wunschdenken. Ob Küchen, Rezeptionen und Gaststuben noch im März oder erst rund um Ostern wieder belebt werden, ist noch unklar.

„Das überrascht mich keineswegs, dass es noch kein Konzept gibt. Wir sind es ja schon gewohnt, dass wir die Ersten sind, die zusperren, und die Letzten, die aufsperren. Man macht es sich da schon einfach, das Gastgewerbe gleich ganz wegzusperren. Ich finde, dafür gibt es aufgrund der sehr geringen Infektionszahlen im Gastgewerbe keine Rechtfertigung. Man fühlt sich völlig unwichtig und kann nicht mehr über das eigene Lokal entscheiden“, schildert der Waidhofner Puntiwirt Christian Schwarz seine Situation.

Wir sind es ja schon gewohnt, dass wir die Ersten sind, die zusperren, und die Letzten, die aufsperren.“ Puntiwirt Christian Schwarz

Das Abholservice nutzt Schwarz, um seine Mitarbeiter und Stammgäste bei der Stange zu halten. Schon seit dem ersten Lockdown bietet er von Montag bis Freitag Mittagsmenüs an. „Das wird wirklich sehr gut von unseren Gästen angenommen und ist mittlerweile ein ganz wichtiges Standbein geworden.“

Das Angebot wird sogar so gut angenommen, dass die Hälfte seiner Mitarbeiter fix beschäftigt ist, die andere Hälfte befindet sich in Kurzarbeit. Kündigungen aufgrund der angespannten Lage in der Branche gab es bei ihm keine. „Unsere Mitarbeiter und Gäste sind sehr treu und solidarisch. Wir sind stolz auf unsere Leute. Und obwohl das Ganze schon über Monate geht, gibt es noch keine Abnützungserscheinungen“, ist der Wirt erleichtert.

So richtig überrascht war auch Hotelier Johannes Scheiblauer vom Waidhofner Hotel Schloss an der Eisenstraße sowie vom Relax Ressort Kothmühle nicht, dass die Lockerungen in der Gastronomie weiter auf sich warten lassen.

Emilia Enanga, Hubert Moshammer und Katharina Obergmeiner (von links) bereiteten am Sonntagvormittag Essen für die Kunden vor, die diese vorab bestellt haben.
Tata Asatiani-Aigner

„Wir haben uns früh darauf eingestellt, also eigentlich schon im Jänner, dass es vor Ostern vermutlich nichts mehr geben wird“, erzählt Scheiblauer. Seit 3. November sind beide Hotels ausnahmslos geschlossen.

Ein kompletter Stillstand innerhalb des Betriebes ist es allerdings nicht. „Wir kümmern uns momentan intensiv um interne Prozesse und bereiten uns bestmöglich auf die Wiedereröffnung vor“, betont der Hotelier. Das heißt: Die Mitarbeiter dürfen zwar keine Hotelgäste bewirten und bekochen, an den Hotelstandards im Haus wird aber auch in der Kurzarbeit gearbeitet.

Alle Mitarbeiter befinden sich aktuell im Einsatz, auch die Lehrlinge. Um die Qualität der beiden Hotels hochzuhalten, wird in allen Abteilungen (eben ohne Gäste) fleißig trainiert. „Die Gäste fehlen uns am meisten. Aber dadurch, dass wir sehr aktiv sind, geht es uns nicht so schlecht. Wir freuen uns einfach, wenn es wieder losgeht“, sagt Scheiblauer.

Und bis dahin wird umgebucht, verschoben oder storniert. Ein laufender Prozess seit Anfang November. Buchungen gibt es zwar auch jetzt schon für die kommenden Monate, bisher war es laut Scheiblauer aber immer so, dass die Buchungen erst dann so richtig Fahrt aufnehmen, wenn die Regierung ein Öffnungsdatum nennt.

Ein baldiges Öffnungsdatum wünscht sich auch Hotel- und Restaurantbesitzer Hubert Moshammer. „Für uns wäre es auch kein Problem, jetzt sofort aufzusperren. Den Hotelbetrieb haben wir sowieso für Berufsreisende geöffnet. Und unsere Mitarbeiter würden sehr gerne wieder arbeiten gehen, sie stehen alle schon in den Startlöchern“, betont Moshammer.

Ein paar wenige Hotelgäste hat er zwar einquartiert und auch das Abholservice wird von den Stammgästen sehr dankend angenommen, für das Zurückholen seiner zwölf Mitarbeiter aus der Kurzarbeit reicht das aber keinesfalls.

„Meine Mitarbeiter arbeiten momentan einen Tag im Monat. Alle sind in Kurzarbeit, ich habe nie jemanden gekündigt. Und sie stehen zum Glück voll hinter mir“, betont der Hotelier. Dennoch hat er durch die Krise auch schon Mitarbeiter verloren – an den Lebensmittelhandel oder an öffentliche Betriebe, etwa eine Spitalsküche. „Jeder will einen abgesicherten Posten haben. Es ist schon ein Unterschied, ob man 80 oder 100 Prozent seines Lohns bekommt“, hat er Verständnis.

Neben seinen Mitarbeitern spricht Moshammer auch seinen Stammgästen ein großes Lob aus. „Die geben uns Rückhalt, da bekommen wir wirklich große Unterstützung. Manche Stammgäste holten sich jedes Wochenende Essen von uns ab.“

Trotz extrem geringer Buchungszahlen für die kommenden Monate blickt der Wirt positiv in die Zukunft. Er ist sich sicher, sobald die Gastronomie aufsperrt, dann läuft’s. Aber so richtig. Damit kommt er auch klar, denn der Waidhofner ist, so wie seine Berufskollegen, mit einem umfangreichen Sicherheitskonzept für seine Gäste gerüstet.

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