Funky Abschied in der Remise Amstetten. Mit Abschiedskonzert am 8. November setzt Madfred Music Club nach vier Jahren Schlussakkord.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 19. Oktober 2019 (04:25)
Matthäus Großbichler/ MG-Visuals
Noch ein letztes Mal werden Manfred „Madfred“ Hörmann, Pia Grabner, Roland Eslitzbichler, Thomas Binder, Lukas Salzer, Johannes Bramauer und Joe Grübler am 8. November gemeinsam auf der Bühne stehen. Tanja Neuheimer (3.v.r.) wird nicht mit dabei sein, da sie sich derzeit in Karenz befindet.

Noch ein letztes Mal Funk und Soul, noch ein letztes Mal „music for sexy people“, noch ein letztes Mal ein großes Musik-Potpourri auf der Bühne – die Band The Madfred Music Club, kurz TMMC, setzt nach über vier Jahren am 8. November in der Remise Amstetten ihren Schlussakkord.

Gegründet wurde das einzigartige Musikprojekt im Jahr 2015 von Bandleader Manfred „Madfred“ Hörmann. Nach dem Ende seiner damaligen Band, dem Soul Bee System, war der heute 55-Jährige auf der Suche nach einem neuen musikalischen Projekt. „Die Idee, die hinter dem Music Club steckt, hatte ich schon länger“, erzählt Hörmann. „Es dauerte aber eine Zeit lang, bis ich die Leute beisammen hatte, mit denen dieses Projekt realisierbar war. Es ist nämlich nicht nur wichtig, dass es musikalisch funktioniert – in einer Band muss es auch menschlich passen.“

„Bühne sollte Musikern gerecht werden“

Im Frühling 2015 hatte Manfred Hörmann dann eine Gruppe von sieben Personen um sich geschart – „mit diesen Musikern hat es von Anfang an super gepasst“ – und der Madfred Music Club war geboren.

Matthäus Großbichler/ MG-Visuals
Moni Rose – Finalistin der „Großen Chance“ – stand schon einige Male mit dem Music Club auf der Bühne und wird auch beim Abschiedskonzert in der Remise mit dabei sein.

Das erste Konzert spielten die acht Musiker im Dezember 2015 im Plenkersaal in Waidhofen. „Die meisten haben mich damals wahrscheinlich für größenwahnsinnig gehalten, dass ich für unser Bühnendebüt gleich den Plenkersaal gebucht habe“, sagt Hörmann. „Das hatte aber nichts mit Überheblichkeit zu tun. Ich wollte den Musikern um mich herum einfach eine Bühne bieten, die ihnen und ihrem Talent gerecht wird.“ Das Risiko, das Hörmann damals einging, machte sich bezahlt: Das erste Konzert war mit rund 400 Personen restlos ausverkauft. Auch bei den 13 weiteren Konzerten spielte man oft vor ausverkauften Hallen: Über 3.000 Leute besuchten die Konzerte des Madfred Music Clubs in den letzten vier Jahren.

Die Idee, die hinter dem musikalischen Projekt steht, ist so simpel, wie sie außergewöhnlich ist: Man will Songs verschiedener Genres und abseits des Mainstreams auf die Bühne bringen und neu interpretieren. „Hauptziel war, dem Publikum ein neues Musikerlebnis zu verschaffen und keine Songs zu spielen, die jeder spielt. Natürlich kommt man nicht immer um typische Gassenhauer herum, aber großteils wollten wir unbekanntere Songs interpretieren“, erzählt Hörmann.

„Wichtig ist, mit Herzblut auf der Bühne zu stehen, und bei dem, was du machst, Spaß zu haben.“TMMC-Frontman Manfred Hörmann

Eine wesentliche Zutat des Music-Club-Erfolgsrezeptes waren dabei die Gastmusiker, mit denen man gemeinsam Stücke interpretierte. Im Laufe der Jahre wurden 61 verschiedene Gastmusiker auf die Bühne gebeten. „Ich finde es unglaublich wichtig und bereichernd, mit vielen Musikern zu spielen. Ich habe noch nie so viel gelernt wie in den letzten vier Jahren“, sagt Hörmann. „Im Grunde hat sich der Music Club als Rock-, Funk- und Soulband verstanden und immer wieder haben wir auch Jazzstandards auf die Bühne gebracht“, sagt der Bandleader. Die Gastmusiker ließen den Madfred Music Club aber in neue musikalische Welten eintauchen. „Ohne unsere Gäste hätten wir niemals Weltmusik, Musicals oder Mostviertler Dialektmusik gespielt“, sagt Hörmann.

Trotz ausverkaufter Konzertsäle im Mostviertel und großem Zuspruch des Publikums will Manfred Hörmann nun einen Schlussstrich unter sein Bandprojekt ziehen. „Unser Ziel war es, aus unserem normalen Wirkungsradius hinauszukommen. Das haben wir aber nicht geschafft“, sagt Hörmann. „Und da mittlerweile auch der anfängliche Schwung etwas nachlässt, habe ich gespürt, dass wir langsam zum Stillstand kommen. Und Stillstand hat so eine Band wie der Music Club nicht verdient“, sagt Hörmann. Er wolle lieber „mit gutem Wind“ aufhören als das Musikprojekt langsam versiegen zu lassen.

Fast keine Bühnen für heimische Musiker

Keinesfalls möchte Hörmann aber die vergangenen vier Jahre missen. „Ich glaube, wir haben gut aufzeigen können, welches musikalische Potenzial in der Region steckt“, sagt der Bandleader. Ihm war es immer ein großes Anliegen, zu zeigen, dass man sich als Musiker nicht verstecken braucht – auch wenn die Situation für heimische Musiker nicht immer leicht ist.

„Einerseits hat es noch nie so viele gut ausgebildete Musiker gegeben wie jetzt, andererseits gibt es fast keine Bühnen mehr für diese“, sagt Hörmann. Dadurch, dass kleine Festivals in der Region wie das AJAX oder das Rain Rock – das Hörmann selbst 20 Jahre lang organisiert hat – weggebrochen sind, gibt es für lokale Bands nur noch sehr wenige Möglichkeiten, auf größeren Bühnen zu spielen. „Leider ist es so, dass die Livemusik heute weniger Stellenwert hat als noch vor einigen Jahren und es natürlich für Veranstalter viele Auflagen gibt, die eine Organisation von derartigen Events sehr erschweren“, sagt Hörmann.

Dennoch: Musikerkollegen und all jenen, die es noch werden wollen, gibt Manfred Hörmann den Tipp, sich keinesfalls unterkriegen zu lassen und sich nicht zu verstecken. „Man sollte das machen, was man machen möchte, und zu dem dann stehen“, sagt er. „Ich denke, wenn du mit Herzblut auf der Bühne stehst und bei dem, was du machst, Spaß hast, ist das der erste Funke, der auf das Publikum überspringt.“