818 Operationen im Jahr 2021 im LK Waidhofen/Ybbs durchgeführt

Erstellt am 17. Juni 2022 | 11:51
Lesezeit: 4 Min
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Oberarzt Moritz Schmid und Universitätsdozent Martin Cernak stellten den Fachschwerpunkt für Augenheilkunde am Landesklinikum Waidhofen vor.
Foto: Kössl
Fachschwerpunkt Augenheilkunde am Klinikum Waidhofen ist gut ausgelastet.
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Seit dem Jahr 2000 gibt es den Fachschwerpunkt für Augenheilkunde am Landesklinikum Waidhofen. 20 Jahre hatte Augenarzt Peter Niederreither dessen Leitung inne. Nach seiner Pensionierung im Jahr 2020 übernahm Universitätsdozent Martin Cernak. Am Dienstag der Vorwoche stellte der slowakische Mediziner, der in Bratislava und Tübingen studiert hat und danach als Augenarzt in Bratislava und Linz tätig war, gemeinsam mit Oberarzt Moritz Schmid den neu strukturierten Fachschwerpunkt der Presse vor.

Schmid, der seine Ausbildung zum Facharzt für Augenheilkunde am Klinikum St. Pölten absolvierte, ordiniert seit 2012 in Waidhofen. Daneben ist er am Klinikum tätig. Es bestehe eine gute Symbiose zwischen Ordination und Klinikum, sagt Fachschwerpunktleiter Cernak und hält fest, dass es im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr trotz Corona eine deutliche Steigerung der Leistungszahlen gegeben habe. 818 operative Eingriffe am Auge wurden durchgeführt. Im Jahr 2019 waren es noch 509. 665 stationäre Aufnahmen gab es 2021, dabei handelte es sich bei 550 um tagesklinische Eingriffe. Dazu kommen 3.006 ambulante Frequenzen.

Der Löwenanteil der chi rurgischen Leistungen am Auge im Klinikum liegt bei der Katarakt-Operation (grauer Star). Während der Aufenthalt im Krankenhaus nach einem derartigen Eingriff früher noch bei sieben bis zehn Tagen lag, wird die Operation heutzutage tagesklinisch vorgenommen. „Die Operation wird bei örtlicher Betäubung durchgeführt, bereits am Nachmittag können die Patienten meist das Spital wieder verlassen“, sagt Cernak. Operationen am Glaskörper, die früher für die Patienten einen dreiwöchigen Aufenthalt im Klinikum nach sich zogen, erfordern nun ebenfalls nur noch einen dreitägigen Aufenthalt im Spital. Und auch Injektionen ins Auge bei Makuladegeneration, für die man früher nach St. Pölten fahren musste, werden mittlerweile in Waidhofen verabreicht.

Eine von fünf Kliniken in Niederösterreich

Groß ist das Einzugsgebiet. Neben St. Pölten, Horn, Wiener Neustadt und Mistelbach ist Waidhofen einer von nur fünf Klinikstandorten in Niederösterreich mit einem Augenschwerpunkt. Neben dem gesamten Mostviertel werden hier auch Patienten aus dem angrenzenden oberösterreichischen und steirischen Raum versorgt. Während man aber in Oberösterreich Standorte in Steyr und Linz mit Augenschwerpunkt in unmittelbarer Nähe hat, befindet sich in der Steiermark der nächste Standort in Bruck an der Mur.

„Jeder bekommt einmal den grauen Star“, hält Oberarzt Schmid fest. „Der eine früher, der andere später.“ Die Augenbehandlungen am Klinikum werden nach neuesten medizinischen Standards durchgeführt. Man verfügt über langjährige Erfahrung, insbesondere bei Operationen am hinteren Augenabschnitt. „Wir wollen Medizin auf hohem Niveau anbieten“, sagt Cernak.

Personell gab es beim Fachschwerpunkt in den letzten zwei Jahren eine Aufstockung. Während man im Jahr 2020 noch mit drei Fachärzten auskommen musste, sind mittlerweile fünf Augenärzte am Klinikum tätig. Seit einem halben Jahr hat man auch eine Ausbildungsstelle für einen Assistenzarzt am Waidhofner Klinikum, worüber sich die Mediziner sehr freuen.

Zufrieden ist man auch mit den neuen Räumlichkeiten, die nun doppelt so viel Platz bieten wie noch vor einem Jahr. Auch bei den Gerätschaften ist man auf dem letzten Stand.

Drei Tage die Woche werden am Klinikum Operationen am Auge durchgeführt. Der Bedarf mehr zu machen, wäre aber durchaus gegeben, sagt Schmid. Letztes Jahr war man durch die Bettensituation aufgrund der Covid-Pandemie eingeschränkt, es gab auch Operationssperren. „Da aber rund 90 Prozent unserer Operationen tagesklinische Eingriffe sind, waren wir die ersten, die wieder halbwegs normal operieren konnten“, hält der Augenarzt fest und ergänzt, dass grundsätzlich mehr Ausbildungsplätze für Augenfachärzte wünschenswert wären. Der Bedarf und das Interesse der Mediziner seien vorhanden.

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