Ybbsitz: Schule gewinnt 50.000 Euro. Das Projekt „Pop-up & Repair Store“ der Mittelschule Ybbsitz überzeugte die Jury.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 09. Juni 2021 (05:43)
Lehrerin Laura Peham, Projektleiterin Elisabeth Schasching, Adrian Hofmarcher, Klara Leichtfried, Eileen Reichartzeder, Johanna Reingruber, Rebecca Ritzinger, Alexandra Seisenbacher, Sophie Wagner, Barbara Heim und Leo Lugmayr (von links) freuen sich über 50.000 Euro.
Schule, Schule

Die Mittelschule kann sich über einen Gewinn von 50.000 Euro freuen. Mit dem Projekt „Pop-up & Repair Store“ schaffte sie es in den Kreis der acht Preisträger der von der Mega-Bildungsstiftung ausgelobten „Mega-Bildungsmillion“.

137 Schulen, Universitäten, Fachhochschulen und Bildungsvereine hatte sich mit Projekten um die Preise beworben. Die Ausschreibung zielte auf die Vermittlung von Wirtschaftskompetenz für den Alltag ab. Als inhaltlicher Schwerpunkt ist gefordert, wirtschaftliche Zusammenhänge, Finanzbildung und Entrepreneurship erlebbar zu machen.

Ybbsitzer Projekt überzeugt

Die Ybbsitzer konnten mit ihrem Projekt überzeugen. Mit dem Verein AGYL („Alt und glücklich in Ybbsitz leben“), der Gemeinde, der Wirtschaft und dem Verein Zentrumsbelebung im Boot will die Schule ab Herbst das ehemalige Bahnhofsgebäude in einen „Pop-up & Repair Store“ umgestalten und mit Aktivitäten beleben. „Das Gebäude gehört der Gemeinde, ist denkmalgeschützt und bietet viele Möglichkeiten für die Ideen der Schüler“, sagt Bürgermeister Gerhard Lueger. Das Preisgeld von 50.000 Euro soll in Infrastruktur, Werkzeuge und Einrichtung investiert werden“, sagen Projektleiterin Elisabeth Schasching und Direktor Leo Lugmayr. „Wichtig ist uns dabei, dass die Jugendlichen wirtschaftlich denken lernen“, so die Projekteinreicher.

Die Initiative wurde im Rahmen des Unterrichts in Form einer Übungsfirma entwickelt, die Schüler des Profils „kaufmännisch und kreativ – k.u.k.“ in Kooperation mit der Waidhofner Handelsakademie entwickelt hatten. „Die Idee stammt von den Kindern“, sagt Schasching. Ziel ist es, dass im „Pop-up & Repair Store“ gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern und Senioren abgenützte Artikel wieder instandgesetzt, Sportartikel und Fahrräder runderneuert sowie Alltagsgegenstände repariert werden und damit nachhaltiges und klimafreundliches Verhalten gelernt wird.

In der Jury-Begründung heißt es dazu: „In einem Pop-up-Hub wird Altes neu, Kaputtes funktionsfähig und Wertstoffe werden zu Wertvollem gemacht. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern wurden Ideen entwickelt, die in keinem Schulbuch stehen. Jugendliche erleben in sozial ausgerichteten Schulprojekten hautnah und direkt, dass sie in der Gesellschaft etwas bewirken können. Das Projekt wirkt in einem breiten Netzwerk der Mittelschule Ybbsitz, benachbarten Schulen, lokalen Vereinen und Betrieben des Mostviertels.“

Acht Preisträger aus ganz Österreich

Unter den Preisträgern von Megabildung rangieren neben Ybbsitz auch das Projekt „Yelp“ der FH Salzburg, das „Changemaker Programm“ des Gründerzentrums der WU Wien oder die Initiative „Teach for Austria“.

In der Jury waren neben der Sektionschefin im Bildungsministerium und ehemaligen Unterrichtsministerin Iris Rauskala auch Dietmar Müller, Finanzvorstand der Berndorf AG, der Leiter der Denkfabrik Agenda Austria, Franz Schellhorn, die Geschäftsführerin der Volkshilfe Wien, Tanja Wehsely, sowie Michael Meyer, Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien, vertreten.

Der Projektwettbewerb ist indes noch nicht abgeschlossen: In einer von ORF 3 am 9. Juli live ausgestrahlten Projektpräsentation entscheiden Jury und Online-Voting, wer aus den acht Siegerprojekten den Hauptpreis von 200.000 Euro erringen wird.