Temporäres Aus für Geburtenstation im Landesklinikum Waidhofen/Ybbs

Aktualisiert am 14. Juli 2022 | 14:02
Lesezeit: 3 Min
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ÖVP-Landtagsabgeordneter Anton Kasser nimmt die Schließung der Geburtenabteilung im Landesklinikum Waidhofen an der Ybbs nur "zähneknirschend" zur Kenntnis.
Foto: Knapp
"Die Geburtenstation im Landesklinikum Waidhofen an der Ybbs wird mit 15. August temporär stillgelegt", verkündete Landtagsabgeordneter Anton Kasser bei einem Pressegespräch am Mittwoch. Grund dafür sei ein akuter Ärztemangel.
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Schon bisher wurde die Abteilung von Primar Peter Diridl vom Landesklinikum Scheibbs mitbetreut. Nachdem in Waidhofen nun aber noch ein Arzt gekündigt habe, sei ein Fortbetrieb der Station derzeit nicht möglich, berichtet der ÖVP-Politiker.

Seitens der Landesgesundheitsagentur (LGA) wird betont, dass bereits jetzt – durch strukturelle Vernetzung – Ärztinnen und Ärzte aus anderen Kliniken, wie Scheibbs oder Melk, die Station in Waidhofen unterstützen. Dennoch sei es auch dadurch nicht gelungen, einen vollständigen Ersatz zu schaffen.

Daher setze man die Geburten „im Sinne der Versorgungssicherheit“ ab 15. August aus. „Sichere Geburten haben Vorrang!“, erklärte die Klinikleitung. Man sei bemüht, zusätzliches ärztliches Personal zu bekommen, zum Beispiel durch weitreichende Stellenausschreibungen oder die Beauftragung von Headhunting-Agenturen. Erste Verhandlungen mit Ärztinnen und Ärzten laufen bereits.

Kasser nimmt das "temporäre Aus nur zähneknirschend zur Kenntnis. Die Landesgesundheitsagentur hat mir versichert, dass man sich intensiv nach neuen Ärzten für die Geburtenabteilung bemühen werde. Ich gehe daher davon aus, dass die Station Ende September, spätestens aber im Oktober wieder geöffnet wird", erklärt er.

Der Ruf der Waidhofner Geburtenabteilung sei sehr gut und es kämen werdende Mütter aus der ganzen Region und sogar aus Oberösterreich nach Waidhofen. "Wir haben dort hervorragende Hebammen. Ich kenne selbst Allhartsbergerinnen, die in Waidhofen entbunden haben, und die sind voll des Lobs." 

Die Hebammen werden laut dem ÖVP-Politiker ab 15. August Urlaub abbauen und dann auch in den umliegenden Spitälern Dienst tun.

Die Klinikleitung will werdenden Eltern Sorgen nehmen: „Durch das große Engagement des Personals und die gute Vernetzung innerhalb der Region ist die Versorgung im Mostviertel in den Geburtshilfen der Kliniken Scheibbs, Amstetten und Melk weiterhin gewährleistet. Die aktuell laufenden Bemühungen sehen eine ehestmögliche Wiederaufnahme des Vollbetriebs in Waidhofen/Ybbs vor.“

Die gynäkologische Ambulanz werde zu den Ambulanzzeiten (Montag bis Freitag, 8 bis 12 Uhr) unter telefonischer Voranmeldung (07442/9004 24140) angeboten.

 

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