Ein Elektroauto für 14 Chauffeure. Waidhofner Carsharing-Verein hält derzeit bei 14 Mitgliedern. E-Auto zum Teilen soll Mitte September kommen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 03. September 2016 (05:32)
Verena und Jakob Anger freuen sich über weitere Mitglieder in ihrem Carsharing-Verein. Demnächst soll auch das Elektro-Auto, das den Mitgliedern dann zur Verfügung stehen wird, in Waidhofen ankommen. Eine E-Tankstelle gibt es in Waidhofen etwa beim Tunnel-Portal.
noen, Kössl

Seit vergangenem Jahr beschäftigt sich der Waidhofner Jakob Anger mit dem Thema Carsharing in Waidhofen. Mit einer Online-Umfrage machte er sich auf die Suche nach Interessierten für ein derartiges Angebot, vor etwa zwei Monaten folgte die Gründung eines eigenen Carsharing-Vereins. Die NÖN berichtete.

„Der Carsharing-Verein soll ein Schritt zu bewusster Mobilität sein“, sagt Anger. Am Donnerstag der Vorwoche fand das erste Treffen des jungen Waidhofner Vereins statt, bei dem Obmann Anger und seine Ehefrau Verena, die die Funktion der Obmann-Stellvertreterin innehat, neun interessierte Personen begrüßen konnten. Mittlerweile hält der Verein bei 14 Mitgliedern.

Das Einzige was jetzt noch fehlt, ist das Auto, das geteilt werden soll. Dieses soll Mitte September kommen. Auf Anregung der Stadt Waidhofen konnte man mit einem Wiener Unternehmen einen Vertrag über ein gebrandetes Elektroauto, einen fünfsitzigen Renault Kangoo, abschließen, das dem Verein unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird.

"Anreize Mitglied zu werden"

„Weitere Mitglieder sind im Verein herzlich willkommen“, sagt Anger. Als „Zuckerl“ zahlen alle, die noch vor 15. September Mitglied werden, bis Ende des Jahres keinen Mitgliedsbeitrag. Dieser wird erst 2017 fällig.

Wer am Carsharing teilnimmt, kann aus drei Tarifmodellen wählen – die fixen Kosten dafür liegen je nach Nutzungsvariante zwischen 18 und 288 Euro im Jahr. Dazu kommen variable Autonutzungskosten, wie ein Mindestpreis pro Fahrt, Kilometerkosten und ein Beitrag pro angerissener halber Stunde. Im Mindestpreis inkludiert sind eine Strecke von 20 Kilometern und die erste halbe Stunde der Fahrt (nähere Infos zu den einzelnen Tarifmodellen in der Infobox). Durch die Gebühren sind auch die Kosten für das Tanken, den Service und die Vignette gedeckt. Parkgebühren und ähnliches sind extra zu bezahlen.

Zu Beginn der Mitgliedschaft wird eine Kaution von 500 Euro eingehoben, die eine Absicherung für einen Schadensfall ist, und beim Austritt aus dem Verein rückerstattet wird.


Potenzial für fünf Autos in der Stadt Waidhofen

Mitglieder bekommen eine Chipkarte, die den Zugang zum Auto ermöglicht, und können das Auto jederzeit online reservieren – vorausgesetzt, es ist zu dem Zeitpunkt noch frei. „Ziel ist es, dass das Auto so viel wie möglich genutzt wird“, sagt Anger. Wird das Auto viel genutzt, kann sich der Obmann die Anschaffung eines zweiten Wagens vorstellen.

Dann allerdings soll es sich um ein konventionelles Diesel- oder Benzinauto handeln, um auch längere Distanzen zurücklegen zu können. „Prinzipiell hätte Waidhofen Potenzial für fünf E-Autos“, ist Anger überzeugt. Untergestellt werden soll der geteilte Wagen in einem zentrumsnahen Parkhaus. In welchem steht derzeit noch nicht fest.