Mit dem Scooter durch Waidhofen an der Ybbs. 35 Elektroroller zum Ausleihen sollen Waidhofner Mobilitätsangebot ab 7. Mai ergänzen. Stellplätze werden derzeit markiert.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 01. Mai 2021 (04:58)
ÖBB-Regionalmanager Christof Hermann, Martin Skerlan (TIER Mobility Austria), Bürgermeister Werner Krammer sowie die Stadträte Franz Sommer und Erich Leonhartsberger präsentierten das neue Mobilitätsangebot.
Magistrat, Magistrat

Ein „multimodaler Mobilitätsknoten“ ist beim Waidhofner Hauptbahnhof im Entstehen. Hier soll künftig ein vielfältiges und nachhaltiges Mobilitätsangebot für Einheimische und Touristen zur Verfügung stehen. Dafür wurde ein Mobilitätskonzept erarbeitet, welches der Waidhofner Gemeinderat im Februar mit Gegenstimmen der Liste FUFU beschlossen hat.

Als erste Maßnahmen werden in Kooperation mit der ÖBB-Personenverkehr AG ein E-Scooter-Verleih und ein Car-Sharing-Angebot umgesetzt. Am Freitag, 7. Mai, startet nun der E-Scooter-Verleih den Betrieb. Damit wird der „Multimodale Mobilitätsknoten Hauptbahnhof“ offiziell eröffnet.

„Man kennt die E-Scooter bereits aus anderen Städten und ich kann mir definitiv vorstellen, dass diese auch in Waidhofen gut genutzt werden“, sagt Bürgermeister Werner Krammer. „Gerade für eine Stadt der kurzen Wege bieten sich die Scooter an.“ Die Scooter sollten ein Beitrag sein, um den motorisierten Individualverkehr zu verringern und ein Stück mehr grünes Leben in die Stadt zu bringen, meint der Stadtchef.

Derzeit arbeitet der städtische Bauhof an der Markierung der Stellplätze. 35 E-Scooter werden in etwa 40 Parkzonen quer durch die gesamte Stadt zur Verfügung stehen. Die Basis für die Nutzung dieses Angebots stellt die App „wegfinder“ dar. Mithilfe dieser können aktuell verfügbare Scooter lokalisiert und gemietet werden.

Die Kosten betragen pro Fahrt 50 Cent für die Entsperrung und zusätzliche 20 Cent pro Minute. Genutzt werden können die E-Scooter von Personen ab 18 Jahren. „Wir probieren dieses Angebot für mehr Mobilität in Waidhofen aus und schaffen damit vor allem für die Strecke vom Bahnhof in die Innenstadt eine alternative Lösung“, freut sich auch Stadtrat Erich Leonhartsberger.

„Unsere Fahrgäste wollen immer effizienter, flexibler und vor allem umweltschonender unterwegs sein. Deshalb freut es mich, dass wir hier gemeinsam mit der Stadt Waidhofen unser bisheriges Mobilitätsangebot ergänzen und neue, klimafreundliche Mobilitätsservices vor Ort umsetzen können“, sagt ÖBB-Personenverkehr-Regionalmanager Christof Hermann.

Kritik am neuen Mobilitätsservice kommt vom Kulturkreis Freisingerberg. E-Scooter seien auf wenig befahrenen Asphaltstraßen sehr gut zu fahren, auf Bundesstraßen, bergauf und auf Pflaster dagegen „eher problematische Verkehrsmittel“, meint dessen Sprecher Karl Piaty. Er befürchtet außerdem Probleme mit herumliegenden Scootern und das Befahren von Gehsteigen. Außerdem erachtet er die Kosten als zu hoch und bezweifelt, dass die Gefährte angenommen werden.

„Ich kenne in vielen Städten Europas die von den E-Scootern damit hervorgerufenen Probleme“, sagt Piaty. „Ob Waidhofens Straßen dazu geeignet sind, wage ich zu bezweifeln. Meist sind E-Scooter in Fußgängerzonen ja verboten, aber Waidhofen erlaubt dort das Fahren mit Rädern, und daher auch mit E-Scootern. Da sind Probleme mit den Fußgängern nicht nur programmiert, nein sie sind sogar ‚politisch angeregt‘ worden“, meint der Kulturkreis-Sprecher.