Waidhofens SPÖ für Poller bei Ybbsturm. Sozialdemokraten wollen Radler auf vorgesehener Spur durch Ybbstor leiten.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 29. April 2021 (05:15)
SPÖ-Vizebürgermeister Armin Bahr und Verkehrsstadtrat Erich Leonhartsberger (von links) wollen einen Poller beim Ybbstor aufstellen, damit Radfahrer nicht den Fußgängerweg durchs Ybbstor nehmen. : SPÖ
SPÖ Waidhofen an der Ybbs

Radfahren ist in Waidhofen in vielen Bereichen gegen die Einbahn erlaubt, so auch am gesamten Unteren und Oberen Stadtplatz und in der Ybbstorgasse. Für Radfahrer, die durch das Ybbstor gegen die Einbahn in die Innenstadt einfahren, möchte die SPÖ Waidhofen nun vor dem Fußgängerdurchgang beim Ybbsturm einen Poller aufstellen.

„Radfahrer, die von der Ybbsitzer Straße kommen, kürzen den Weg immer wieder durch den Fußgängerdurchgang ab, anstatt wie vorgesehen den Weg durch das große Ybbstor zu nehmen“, führt SPÖ-Vizebürgermeister Armin Bahr aus. „Dadurch ergeben sich gefährliche Situationen. Wenn etwa jemand gerade aus der Trafik dort nach draußen tritt, hat dieser gar keine Chance auszuweichen.“

Damit man mit einem Kinderwagen aber trotzdem noch den Fußgängerdurchgang benutzen kann, soll der Poller weit genug vom Durchgang entfernt platziert werden. Es solle sich um eine optische Barriere handeln, die dazu diene, die Sicherheit der Fußgänger zu erhöhen, hält der SPÖ-Chef fest. „Durch den Poller kommt es zu einem Lenkungseffekt weg vom Gehsteig hin zur vorgesehenen Fahrbahn.“

Der SPÖ-Chef postete die Forderung nach einem Poller beim Ybbsturm auch auf Facebook und erhielt dort zahlreiche Reaktionen, die deutlich machen, dass das Thema Radfahren gegen die Einbahn noch immer stark polarisiert. Autofahrer beklagen auf der Social-Media-Plattform rücksichtslose Radfahrer oder beschweren sich darüber, dass den Radfahrern zu viel erlaubt werde.

Passionierte Alltagsradler wiederum pochen auf ihre erkämpften Rechte und verweisen darauf, dass sie sich im Gegensatz zu Autofahrern klimaneutral fortbewegen. Darüber hinaus weisen Diskussionsteilnehmer auf Gefahrenstellen gegenüber der Stadtapotheke und bei der Ausfahrt Unter der Leithen hin.

„Meine Intention war es nicht, hier einzelne Parteien gegeneinander auszuspielen“, hält Bahr fest. „Es geht darum, die Fußgänger zu schützen. Wenn Radfahrer ein umsichtiges Verhalten an den Tag legen und bei der Einfahrt stehen bleiben, funktioniert das auch.“

Radlobby sieht Problem nicht gegeben

„Ich habe nichts gegen einen Poller dort, wenn er noch genügend Platz zum Durchgehen mit einem Kinderwagen bietet“, sagt Gunnar Scholz von der Radlobby Waidhofen. „Notwendig ist eine solche Maßnahme allerdings nicht.“ Seiner Wahrnehmung nach würden Radfahrer dort ohnehin nicht den Fußgängerdurchgang benützen, meint Scholz. „Das war vielleicht der Fall, als das Ybbstor gesperrt war, grundsätzlich sehe ich hier aber kein Problem.“