480 Kinder in Sommerschule, Schulstart naht. 91 neue Lehrer, 19 neue Schulleitungen. Schulcluster in Aschbach und Wolfsbach. PTS im Aufwind.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 20. August 2020 (04:34)
Schulqualitätsmanager Josef Hörndler hat dafür vorgesorgt, dass alle 480 Schüler, in der Bildungsregion Mostviertel, die die Sommerschule besuchen werden, im Fach Deutsch zwei Wochen konzentrierten Unterricht erhalten.  Foto: Lugmayr
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In den letzten beiden Ferienwochen werden – wie vom Unterrichtsministerium angeregt – an elf Standorten in der Bildungsregion Mostviertel (Bezirke Waidhofen, Amstetten, Scheibbs und Melk) 480 Schüler in 34 Gruppen zu je zehn bis 15 Schülern erstmals in sogenannten Sommerschulen („Summer Schools“) unterrichtet. Voraussetzung dafür sind notwendige Sprachförderungen für außerordentliche Schüler oder ein „Nicht genügend“ im Unterrichtsfach Deutsch.

Die Vorbereitungen darauf laufen im Bezirk auf Hochtouren, wie man aus der Außenstelle der NÖ Bildungsdirektion für das Mostviertel in Waidhofen erfährt.

„Die Organisation war eine sehr große Herausforderung, weil es Schulleitungen, Schulerhalter, Lehrer, Studenten, Schulwarte, Buddies und lokale Bedürfnisse auf einen Nenner zu bringen galt“, sagt der Schulqualitätsmanager (SQM) und Abteilungsleiter der Außenstelle der Bildungsdirektion in Waidhofen Josef Hörndler.

„Die Schülerzahlen steigen dort stark, wo in Wohnungen für junge Familien und in Schulsanierungen investiert wird.“Josef Hörndler

„Die Gruppen werden von einem freiwilligen Pädagogen oder von zwei Studenten oder in einem Tandem Lehrer und Student geführt. An manchen Standorten stehen zusätzlich zu den ausgebildeten Lehrkräften sogenannte Buddies aus berufsbildenden höheren Schulen, besonders aus der Bundesanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) Amstetten, zur Verfügung“, stellt Hörndler klar.

Mit der Rekrutierung von Lehrkräften habe es keine Schwierigkeiten gegeben. Hörndler: „Wir haben mehr freiwillige Meldungen, als wir einsetzen können.“ In der Volksschule Plenkerstraße Waidhofen werden von 24. August bis 4. September drei Lehrerinnen, drei Studentinnen und mehrere Schülerinnen der BAfEP Amstetten zur Verfügung stehen.

Auch was die Vorbereitungen des kommenden Schulbeginns betrifft, steckt man an der Außenstelle der NÖ Bildungsdirektion für das Mostviertel in Waidhofen sehr tief in der Arbeit. Denn einerseits registriert man durchgehend steigende Schülerzahlen, andererseits kommt die Babyboomer-Generation der Lehrkräfte ins Pensionsalter. Allein im Pflichtschulbereich werden deswegen mit September über 90 Pensionierungen durch 91 Junglehrer vor allem in den Mittelschulen ersetzt, 41 im Bezirk Amstetten, 33 im Bezirk Melk und 17 im Bezirk Scheibbs.

Reichenauerhof wandert ins SPZ Waidhofen

Weiters werden mit September 19 Schulleitungen in Form von Betrauungen neu vergeben (siehe ganz unten). Dabei entsteht auch der erste Schulcluster Niederösterreichs.

Cornelia Wagner-Sturm, die schon bisher die Mittelschulen Aschbach und Wolfsbach in Personalunion geleitet hat, übernimmt im Cluster zusätzlich die Volksschulen beider Orte. Johannes Eichhorn folgt am Stiftsgymnasium Melk Anton Eder als Direktor nach. Nach zehn Jahren tritt Direktor Rainer Graf vom Schulzentrum IT-HTL und HAK Ybbs in den Ruhestand und übergibt an Christoph Maurer.

Die Schülerzahlen in den Volksschulen steigen im Bezirk Amstetten von 5.015 auf 5.078, die Anmeldungen in den Neuen Mittelschulen, die ab September nur noch Mittelschulen heißen, steigen ebenfalls. „Die Schülerzahlen steigen dort besonders stark, wo Gemeinden in Wohnungen für junge Familien und in Schulsanierungen investieren“, sagt Hörndler.

An allgemeinbildenden (AHS) und berufsbildenden (BHS) höheren Schulen entwickeln sich die Schülerstände je nach Standort und Profil unterschiedlich.

Einen Boom an Anmeldungen gibt es indes an den Polytechnischen Schulen (PTS), denen mit 1. August vom Ministerium ein neuer Lehrplan mit neuen Schwerpunkten und noch mehr Berufsorientierung und Digitalisierung verordnet wurde. Am PTS Scheibbs gibt es ein Plus von 25 Schülern oder 26 Prozent, an den PTS in Amstetten ein Plus von 20 Prozent, in St. Valentin sind es plus 10 Prozent.

Eine Schule wird indes mit September aufgelöst: Die Landessonderschule Reichenauerhof in Waidhofen schließt den Betrieb, Lehrer und Schüler übersiedeln ins Sonderpädagogische Zentrum (SPZ) Waidhofen, Direktor Manfred Schwarzschachner trat bereits mit März in Pension.