400 Schüler mussten heim. 20 Klassen in der Bildungsregion Mostviertel mussten nach Covid-Fällen schließen. 400 Kinder wurden in Quarantäne geschickt. PCR-Testauswertung durch Firmen mangelhaft.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 15. September 2021 (05:43)
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Josef Hörndler will, dass künftig Schulklassen erst bei mehreren Covid-Fällen geschlossen werden.
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Die erste Schulwoche ist überstanden, schon sind in der Bildungsregion, die sich aus den Bezirken Amstetten, Waidhofen, Scheibbs und Melk zusammensetzt, 400 Schüler von der Gesundheitsbehörde in Quarantäne geschickt worden, weil in 20 Klassen Kinder positiv auf Corona getestet worden waren. Die Kinder dürfen ihre Wohnung bis auf Veiteres nicht verlassen.

„Es können damit bei diesem Wetter auch viele gesunde Kinder nicht mehr in die Schule gehen. Besonders schmerzlich ist das, wenn es eine erste Klasse Volksschule betrifft, wo die Eingangsphase damit nach drei Tagen gleich wieder unterbrochen ist“, sagt der Leiter der Außenstelle in der Bildungsregion Josef Hörndler. „Das ist für mich nicht einsichtig, dass bei nur einem positiven Fall gleich die ganze Klasse separiert wird.“

Hörndler will darauf drängen, dass hier eine Veränderung vorgenommen wird. „Wir wollen die Kinder in der Schule haben. Erst wenn mehrere Kinder Corona-positiv sind, soll man zum Mittel einer Quarantäne greifen“, schlägt Hörndler vor. Das mehrmalige Testen pro Woche ist in der ersten Schulwoche jedenfalls klaglos abgelaufen. Das bestätigt Hörndler: „Die Schulen waren gut auf den Schulstart vorbereitet, die Antigen-Testungen verliefen völlig problemlos.“

Probleme mit den externen Testfirmen

Allerdings gab es bei den erstmalig durchgeführten PCR-Tests Probleme. Die Abholung, Auswertung und Ergebnismeldung, die von einer externen Firma durchgeführt wurde, funktionierte an zahlreichen Standorten nicht zufriedenstellend.

Die Auswertungen hätten die Schulen vor 7 Uhr in der Früh erreichen sollen, um etwaige positiv getestete Schüler erst gar nicht wieder in die Schule zu lassen. Die Ergebnisse lagen auch an manchen Schulen im Ybbstal in der Früh nicht vor oder die Tests waren erst gar nicht abgeholt worden. „Hier besteht Verbesserungsbedarf“, sagt Hörndler.

Der Anstieg von Schulabmeldungen in den Hausunterricht führte dazu, dass vielen Schulen zu Schulbeginn Kinder fehlten. „Die Situation ist aber nicht dramatisch, es gibt nur zwei Standorte, wo Klassen deswegen zusammengelegt wurden“, sagt Hörndler. Da die Heimlerner zu Schulschluss Externistenprüfungen ablegen müssen, werden derzeit weitere Externistenprüfungsschulen fixiert.

Auch wird künftig genauer darauf geschaut werden, wie der Unterricht zuhause organisiert wird. Die Einrichtung von privaten Lerngruppen oder das Zusammenschließen von Lernenden zu Lerngemeinschaften ist laut Schulstätten-Errichtungsrichtlinie illegal. „Eine Begleitung des häuslichen Unterrichts wird immer wichtiger, um sicherzustellen, dass Kinder beim Lernen nicht aus der Struktur fallen“, sagt Hörndler.

Trotz generellem Lehrermangel ist es in der Region gelungen, alle Pflichtschulen gut mit Pädagogen auszustatten. 120 Neuanstellungen ersetzen pensionsbedingte Abgänge und KaKarenzierungen.

„Während des Schuljahrs kann es aber aller Voraussicht nach durch Schwangerschaften, Erkrankungen und Pensionierungen zu einem Engpass kommen“, sagt Hörndler.

Er wartet mit dem Vorschlag auf, vermehrt Studenten in Form von Praxissemestern sowie Zivildiener und Freiwillige in Sozialjahren zur Unterstützung der Lehrer einzusetzen.

Was Schulveranstaltungen betrifft, laufen derzeit Wien- und Sportwochen, Freigegenstände und unverbindliche Übungen, aber es wurden auch schon erste Veranstaltungen abgesagt.