255 Junge musizierten in Waidhofen. 51 Dozenten unterrichteten Hundertschaft Blechbläser und Schlagwerker.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 17. Juli 2019 (13:55)

Die zweite Ferienwoche steht in Waidhofen bereits seit 31 Jahren ganz im Zeichen der Instrumentalmusik. Auch heuer war der Andrang bei der 32. Auflage der Waidhofner Musikschmiede enorm. Insgesamt 255 junge Musiker hatten sich seit Anfang Mai in Instrumentalworkshops eingeschrieben, von denen manche bereits nach wenigen Tagen ausgelastet waren.

„Vor allem bei den Schlagwerkern übertraf das Interesse alle Erwartungen“, sagte Thomas Wallner, Veranstaltungsleiter der Musikschmiede.

Er organisiert die Veranstaltung im Rahmen des Vereins IFKA. Die „Initiative zur Förderung kultureller Aktivitäten“ wurde in den 1980er-Jahren vom damaligen Musikschuldirektor Wolfgang Sobotka gemeinsam mit dem Losensteiner Mittelschuldirektor Christian Vogelauer als Plattform für kulturelle Veranstaltungen ins Leben gerufen. IFKA veranstaltet seit 1988 die Musikschmiede.

„Noch nie hatten wir so großes Interesse vonseiten der jungen Schlagwerker.“Organisator Thomas Wallner

Dieses Seminar für Bläser und Schlagwerker bietet der musikbegeisterten Jugend des gesamten Ybbstals die Möglichkeit, sich durch Unterricht, Konzerte und die Möglichkeit zum Erwerb des Leistungsabzeichens des Niederösterreichischen Blasmusikverbands NÖBV auf ihrem Instrument zu profilieren.

Das Ziel der IFKA ist klar definiert. „Die Waidhofner Musikschmiede ist bereits auf bestem Weg, sich mittels straffer Organisation, höchst qualifizierter Dozenten und starker Partner zu einem landesweit herausragenden und erfolgreichen Seminar zu entwickeln“, sagt Obmann Hermann Maderthaner.

Das Organisationsteam um ihn und seinen Stellvertreter Thomas Wallner pflegt äußerst gute Beziehungen zu den Musikschuldirektoren und -lehrern der Region, woraus sich die rege Teilnahme aus den umliegenden Musikschulverbänden wie Aschbach, Region Sonntagberg, Weyer und vieler anderer mehr schließen lässt.

51 Trompeter

Die Musikschmiede ist für viele Profimusiker und Instrumentalpädagogen zu einem Fixpunkt im Sommer geworden. Der Direktor der Musikschule Innsbruck Wolfram Rosenberger lässt den Termin seit Jahren nicht mehr aus. „Zwar war das heurige Frühjahr für mich derart voll, dass ich kaum zum Schnaufen gekommen bin, aber Waidhofen, das muss Platz haben“, sagte Rosenberger.

Auch wenn die Trompeter schon seit Jahren mit heuer 51 Teilnehmern die größte Gruppe stellten, war der Andrang an Schlagwerkern heuer enorm. „Noch nie hatten wir so großes Interesse vonseiten der jungen Schlagwerker“, gestand Wallner ein, was ihn aus Raumgründen dazu zwang, erstmals ein halbes Dutzend Schlagwerker abzulehnen.

Mit Stefan Lichtenegger, Martin Ortner, Gabriel Vogelauer und Severin Höfer hatte er vier renommierte Musiker dieses Faches verpflichten können, die schließlich 24 Jugendliche unterrichteten.

Ein musikalisches Wochenende

Der jährliche Höhepunkt und Publicity-Act der Klangschmiede findet jeweils am Freitag in der Innenstadt statt, wo die Ensembles am Wochenmarkt ihr Können zeigen. Heuer ließ sich der Wettergott erweichen und schloss während der Mittagsstunden die Regenschleusen.

Am Abend stand ein drei-stündiges Konzert auf dem Programm, bei dem das Jugendorchester unter der Leitung von Maria Fuchsluger, und zwei Fortgeschrittenenorchester, geführt von Thomas Maderthaner und Wolfram Rosenberger, groß aufspielten.

Am Samstag standen noch Prüfungen für die Leistungsabzeichen des NÖ Blasmusikverbands in Bronze und Silber auf dem Programm.

Für Maderthaner und Wallner sind indes die Vorbereitungen für die 33. Musikschmiede angelaufen. Sie findet 2020 wieder in der zweiten Ferienwoche statt.