Waidhofen/Ybbs: Zeichen gegen Hass im Netz. Politik spricht sich nach verbalem Schlagabtausch im Internet für respektvollen Umgang aus.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 13. Januar 2021 (04:51)
Die Politik setzte ein Zeichen gegen Hass im Netz: Karl-Heinz Knoll (FPÖ), Michael Elsner (UWG), Bürgermeister Werner Krammer (WVP), Matthias Plankenbichler (Grüne) und Vizebürgermeister Armin Bahr (SPÖ).
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Heiße Diskussionen gab es im Vorfeld des „Spaziergangs gegen die Corona-Maßnahmen“ im Internet. Auf der Facebook-Seite „Waidhofen Inside – Innenleben einer Stadt“ eskalierte der verbale Schlagabtausch. Mittlerweile wurden die Kommentare gelöscht.

Die Waidhofner Politik nahm dies zum Anlass, um auf Facebook ein gemeinsames Zeichen gegen Hass im Netz zu setzen.

„Diskutieren wir, tauschen wir Argumente aus, aber bleiben wir respektvoll! Stehen wir zusammen!“Bürgermeister Werner Krammer

„Hass und Untergriffe dürfen im Netz keinen Platz haben“, schreibt Bürgermeister Werner Krammer dazu. „Weil derzeit auch in Waidhofen Extremisten ganz gezielt versuchen, unter dem Vorwand von Corona Zwietracht zu säen, sprechen wir uns gemeinsam für eine klare Haltung aus: Diskutieren wir, tauschen wir Argumente aus, aber bleiben wir respektvoll! Stehen wir zusammen!“

Die Kommunalpolitik müsse in der Sprache und im Umgang miteinander ein Vorbild sein, hält der Stadtchef fest. „Intensive Diskussionen und Meinungsaustausch unbedingt, aber was nicht geht, ist herabwürdigende und menschenverachtende Hetze“, lässt auch SPÖ-Vizebürgermeister Armin Bahr via Social Media wissen. „Das hat weder im Netz noch hier in Waidhofen Platz.“

FUFU-Chef verweigert gemeinsames Foto

FUFU-Chef Martin Dowalil hat das gemeinsame Foto mit den anderen Fraktionschefs zum Thema verweigert. Er stehe als Testimonial für des Bürgermeisters Zwecke bis auf Weiteres nicht zur Verfügung, lässt er wissen. Derartige Fotos dienten nur dazu, das eigene Gewissen zu beruhigen. Ein Foto ohne Taten sei wertlos und nur eine Floskel, wie die angepriesene, aber nicht gelebte, Zusammenarbeit.

„Unter der Neuen Volkspartei ist das Spalten der Gesellschaft und das Säen von Zwietracht salonfähig geworden“, schreibt Dowalil auf Facebook. „Das Trennende steht seither vor dem Einenden und das soll und muss aufgezeigt werden. Dass dabei auf die Wortwahl geachtet werden muss, ist wichtig und richtig – das steht auch auf meiner Vorsatzliste 2021.“