Hollenstein: Unimarkt ist auf Schiene. SPÖ beschloss umstrittene Widmung für neuen Supermarkt im Alleingang.

Von Markus Huebmer. Erstellt am 08. September 2021 (05:34)
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Am Areal nächst des Gasthauses Staudach soll ein Unimarkt errichtet werden. Die SPÖ hat dieses Vorhaben nun auf Schiene gebracht.
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Der geplante Unimarktneubau an der Hollensteiner Ortseinfahrt sorgte zuletzt für einen Disput unter den Gemeinderatsfraktionen. Die NÖN berichtete. In der Vorwoche stimmte der Gemeinderat nun mit einer Mehrheit von zehn SPÖ-Stimmen – bei einer Abwesenheit – für die notwendige Flächenwidmung. Die Fraktionen von ÖVP und FAIR stimmten dagegen.

Dem Beschluss war eine Woche zuvor eine abgebrochene Gemeinderatssitzung vorausgegangen. Da ÖVP und FAIR bei der ersten Sitzung aus dem Saal ausgezogen waren, war eine Beschlussfassung unmöglich geworden. Bei der Sitzungswiederholung am Dienstag der Vorwoche reichte die Anwesenheit einer einfachen Mehrheit der insgesamt 19 Gemeinderäte.

„Nach dem Beschluss in der jüngsten Sitzung wird nun die Flächenwidmungsplan-Änderung durchgeführt“, berichtet Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer (SPÖ). In der Sitzung betonte die Bürgermeisterin, dass Zusammenhalt im Ort, nicht aber Polarisierung zum Gemeindeleben beitrage.

Jetzt läuft die Verordnungsprüfung. Bis Ende Oktober wird der Abschluss des Behördenverfahrens erwartet. In der Zwischenzeit soll die gewerbliche Bauverhandlung, die die Bezirkshauptmannschaft Amstetten durchführt, über die Bühne gehen.

Die Eröffnung des neuen Supermarktes wird für das nächste Jahr erwartet, heißt es aus dem Rathaus. „Wir machen keine Politik der Sekunde, wir tragen die Verantwortung für alle Hollen steiner und auch die nachfolgenden Generationen. Mit zwei Märkten sind wir für die Zukunft besser aufgestellt“, betont die Ortschefin.

300 Unterschriften für den bestehenden Markt

Die Liste FAIR betonte in der Sitzung, dass Hollenstein ein funktionierendes Ortszentrum habe, das schützenswert sei. „Wir Hollensteiner haben einen Nahversorger, welcher diese Aufgabe seit Jahrzehnten gewissenhaft erledigt und das auch weiterhin tun möchte“, heißt es seitens der Bürgerliste. Mit der Entscheidung, einen zweiten Supermarkt am Ortsrand zuzulassen, ignoriere die Gemeinde die dargelegten Sachverhalte des vorhandenen Marktpotenzials. Zwei Supermärkte in Hollenstein würden keinem der beiden Spielraum für Investitionen lassen bzw. werde zwangsläufig einer aus dem Markt scheiden. 300 Unterschriften haben die Mandatare der Bürgerliste innerhalb von zwei Wochen für den Erhalt des Nahversorgers am Dorfplatz gesammelt. Dass diese ebenso wie Hinweise des Landes NÖ auf eine flächenschonende Nutzung von Bauland sowie die Zukunftsängste der Betreiber des bestehenden Nahversorgers seitens der Mehrheitsfraktion ignoriert würden, stößt der Bürgerliste sauer auf.

Auch die ÖVP nahm von einer Zustimmung Abstand und bekräftigte gegenüber der NÖN ihre Position gegen den Supermarktneubau. Die Nahversorgung im Ort gehöre geschützt. Die Verbauung des Areals mit nur einem eingeschoßigen Bau, der nur einen Betrieb beherberge, sei nicht mehr zeitgemäß. Außerdem könnten bewährte Nahversorger-Strukturen im Ort zerstört werden.

Wie eine NÖN-Online-Umfrage ergab, sind 66 Prozent der Meinung, dass Hollenstein einen neuen Supermarkt braucht.