Naturschauspiel vor der Kamera in Kematen

Erstellt am 22. Januar 2022 | 06:41
Lesezeit: 3 Min
Der Tierfotograf Oliver Brix konnte den scheuen Eisvogel vor die Linse bekommen.
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Seit nun etwa einem Jahr beschäftigt sich der Kematner Oliver Brix intensiv mit Tierfotografie. Ursprünglich hatte sich der Kesselwärter eine günstige Spiegelreflexkamera zugelegt, um seine Kinder fotografieren zu können. Dann gelang ihm jedoch ein Schnappschuss einer Blaumeise auf einem Vogelfutterhäuschen und Brix entdeckte die Faszination der Tierfotografie. „Der Wunsch war zwar schon länger da, ich habe immer sehr gerne Tiere beobachtet, letztendlich hat sich aber alles durch diese Blaumeise ergeben,“ lacht der Fotograf.

Ausgelöst von diesem inspirierenden Ereignis, begann Brix, sich in die Materie einzulesen und besuchte in der Folge auch Workshops bei Naturfotografen. Bei einem solchen Workshop ging es darum, Bienenfresser am Neusiedlersee zu fotografieren. „Nach den Bienenfressern war mein nächstes Ziel dann der Eisvogel“, erzählt Brix. „Der ist sehr schwer zu fotografieren, weil er sehr klein, schnell und scheu ist. Außerdem ist er nicht so bekannt, viele Leute wissen gar nicht, dass das ein einheimischer Vogel ist.“

Mit Geduld und Recherche zur gelungenen Aufnahme

Durch Erzählungen wurde der Fotograf dann auf einen Eisvogel aufmerksam gemacht, der wohl einen Ort an der Ybbs in der Nähe von Kematen als Niststätte auserkoren hatte. Vor jedem Foto ist eine Recherche zu dem betreffenden Tier notwendig, wie Brix erklärt: „Man muss sich eingehend mit dem Tier beschäftigen. So ist zum Beispiel bei Rehen äußerst wichtig, dass sie einen nicht riechen, man darf also nicht in Windrichtung zu ihnen stehen, sonst sind sie sofort weg. Beim Eisvogel wusste ich, dass diese Tiere sehr standorttreu und territorial sind, ich konnte also davon ausgehen, dass er irgendwo dort bei der Ybbs sein Nest hat.“ Brix legte sich also in einem Tarnzelt auf einer kleinen Insel in der Ybbs auf die Lauer und wartete auf den Eisvogel. „Der Eisvogel kam dann auch und kehrte an zwei aufeinanderfolgenden Tagen immer wieder zu der Stelle zurück, auch zum Fischen. Dabei konnte ich ihn gut beobachten und fotografieren. Das war bisher mein schönstes Erlebnis mit der Fotografie!“

Oliver Brix hat auch bereits seine nächsten Motive auserkoren: „Mein nächstes Projekt sind Fuchs und Dachs. Ich hab bereits viele Tage investiert, einen Bau zu finden. Das ist der erste Schritt, dann muss man natürlich mit den Grundstücksbesitzern und dem zuständigen Jäger sprechen. Ich habe einen Bau gefunden, dort hängt jetzt eine Wildkamera. Falls dort etwas wohnt, kann ich mich im Mai oder Juni, wenn der Fuchs Junge hat, auf die Lauer legen.“

Weitere Fotografien von Oliver Brix sind auf seiner Website olliswildlife.webnode.at zu sehen.

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