Wohnbau im Opponitzer Ortszentrum. Wohngebäude auf Rittwiese angedacht. Auch Wildbachprojekte, Sanierung des Musikheims und digitale Infotafel geplant.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 22. Januar 2020 (05:12)

Ein Jahr der Veränderungen – so kann man das Vorjahr für die Gemeinde Opponitz am besten zusammenfassen. Beim Neujahrsempfang am Samstag gab Bürgermeister Johann Lueger einen Rückblick auf das ereignisreiche Jahr 2019.

Eine Zäsur im Gemeindegeschehen war sicher die Schließung des Spar-Marktes im Sommer. „Gott sei Dank baute unser zweiter Nahversorger, die Bäckerei Rosenberger, seine Geschäftsräumlichkeiten aus und übernahm das Spar-Sortiment“, sagte Lueger. „Ich möchte den Standort nirgends anders haben, als mitten im Dorf – das ist vor allem für die ältere Bevölkerung wichtig.“ Doch die Nahversorgung war nicht die einzige Herausforderung, mit der sich die Gemeinde 2019 konfrontiert sah: Pfarrer Alois Penzenauer trat nach 25 Jahren als Pfarrer in Opponitz seinen wohlverdienten Ruhestand an. „Wir haben zwar bei den Gottesdienstzeiten ein paar Einschnitte hinnehmen müssen, doch wir sind sehr froh, dass man mit Pfarrer Leszek Salega jemanden gefunden hat, der die Messen in unserer Gemeinde übernimmt“, sagte Lueger.

„Wir müssen den Begriff ‚Wohlstand‘ neu definieren. Wohlstand ist nicht Gewinnoptimierung, sondern vielmehr Freundschaft und Gesundheit.“Bürgermeister Johann Lueger

2019 war aber nicht nur ein Jahr, in dem vieles zu Ende ging – auch einige Neuerungen standen ins Haus. So wurde mit dem Ausbau des Glasfasernetzes im Ortskern begonnen, das alte Rößlerhaus abgerissen, um die Straße verbreitern und einen Gehsteig errichten zu können, sowie das alte Bahnhofsareal angekauft. Die Feuerwehr erhielt ein neues Tanklöschfahrzeug, der alte „Roßstoi“ beim Kirchenwirt wurde zu einem Heurigen umgebaut und der Steg bei der Schule saniert.

So bewegt wie die Vergangenheit wird voraussichtlich auch die Zukunft in Opponitz. Einige große Projekte sind in den kommenden Jahren im kleinen Fischerdorf angedacht. Der größte Brocken wird dabei wohl die Schaffung von neuem Wohnraum sein. Dafür hat die Gemeinde auch schon konkrete Flächen ins Auge gefasst: Auf der Rittwiese hinter dem Kirchenwirt soll ein Wohnprojekt mit insgesamt zwölf Einheiten mit 55 bzw. 75 Quadratmetern entstehen. Angedacht ist außerdem, rund um das Wohngebäude auch mehrere Bauflächen zu schaffen sowie eine Straße zu errichten, die hinter dem Kirchenwirt und bis zum Musikheim verlaufen soll.

Wildbachverbauung im Ort soll 2020 anlaufen

Ziel dieses Projekts ist es, Wohnraum vor allem für junge Leute zu schaffen, um der Abwanderung entgegenzuwirken. „Das Ganze ist noch eine Vision und wird sicher noch nicht im kommenden Jahr umgesetzt werden, aber wir sind auf einem guten Weg“, sagt Lueger. Als nächste Schritte im Wohnbauprojekt im Ortskern stehen Umwidmungen sowie Gespräche mit dem Grundbesitzer an.

Das Wohnbauprojekt hängt eng auch mit der Wildbachverbauung im Ortskern zusammen. „Diese ist schon um die 40 Jahre geplant, kommendes Jahr soll sie endlich zur Umsetzung kommen“, versprach Lueger. Weitere große Vorhaben, die die Gemeinde 2020 plant, sind der Glasfaserausbau im ländlichen Gebiet, die Sanierung des Musik- und Jugendheims, die Ansiedelung der Firma Fuchs Metalltechnik in Opponitz und die Fertigstellung des Wildbachprojekts „Hühnergraben“.

Zweite Wasserquelle in „Lucken“ erschlossen

Außerdem will man den Verkehrsknoten beim ehemaligen Bahnhof in Opponitz attraktivieren – hier sollen unter anderem Sitzmöglichkeiten entstehen. Bei der Ortseinfahrt will man eine „Digitale Infotafel“ realisieren, um dem „Wildwuchs von Plakaten“, der dort derzeit herrscht, Einhalt zu gebieten. „Diese digitale Wand beim Feuerwehrhaus soll von der Gemeinde Opponitz aus geschaltet werden, aber das gesamte Hintere Ybbstal soll hier die Möglichkeit haben, seine Veranstaltungen zu bewerben“, sagte der Ortschef.

Ein weiteres bedeutendes Projekt, das bereits angelaufen ist, ist die Erschließung einer neuen Wasserquelle. „Wasserknappheit ist leider auch bei uns ein Thema“, sagte Lueger. „Doch es ist uns gelungen, in der ‚Lucken‘, rund 70 Meter neben der alten Quelle, eine neue Wasserquelle zu erschließen.“

Nachdenkliche Töne schlug der Ortschef bei seiner Neujahrsansprache an. „Wir leben im Wohlstand. Und obwohl Wohlstand auch zu Zufriedenheit führen sollte, sind viele unzufrieden“, sagte Lueger. „Gerade darum müssen wir den Begriff ‚Wohlstand’ neu definieren. Wohlstand kann nicht mit Wachstum und Gewinnoptimierung gleichgesetzt werden, sondern hängt vielmehr mit Freundschaft, Gesundheit und Gemeinschaft zusammen.“ Werte, die Lueger gerade in einem kleinen Ort wie Opponitz gut vertreten sieht. „Das Vereinsleben, die Gemeinschaft und die Hilfsbereitschaft zeichnen unser Dorfleben aus.“