Nur wenige Test-Verweigerer in Ybbstals Schulen. Schulen starteten am Montag mit Antigen-Selbsttests in den Schul-Schichtbetrieb. Testverweigerer sind selten. Die Stimmung war allerdings noch schaumgebremst.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 10. Februar 2021 (05:17)
Lehrerin Gabriele Wurzer (2. von links) betreute die halbe Klasse der 3A an der Mittelschule Ybbsitz beim Antigen-Selbsttest. „Das ist völlig problemlos, rasch und diszipliniert vonstattengegangen“, sagt sie.
Aspalter

Am Montag startete nach sechseinhalb Wochen Pause der Präsenzunterricht an den Schulen ins 2. Semester. Dabei standen am ersten Schultag für Eltern, Schüler und Lehrer mit Antigen-Selbsttests, Schichtbetrieb und geänderten Abstandsregeln gleich mehrere Herausforderungen am Stundenplan.

„Der erste Tag ist relativ ruhig verlaufen, die Schulen waren gut vorbereitet“, sagt der Leiter der Außenstelle der NÖ Bildungsdirektion, Josef Hörndler. Es gab zwar vereinzelt Proteste und Anrufe, die sich gegen das verpflichtende Testen richteten.

„Je nach Standort blieben zwischen null und sieben Prozent der Schüler aus Protest gegen die Testverpflichtung daheim“, sagt Hörndler. Technisch und disziplinär habe das Testen gut geklappt und sei zügig vonstattengegangen. Ihm wurde am Montag kein einziges positives Testergebnis gemeldet.

An den ersten beiden Tagen des Semesters sind in den Mittelschulen und in den Höheren Schulen nur jeweils die Hälfte der Klassenpopulation im Präsenzunterricht gewesen, während die andere Hälfte per Distance Learning betreut wurde. Am Mittwoch und Donnerstag wird gewechselt und es drücken die Schüler der anderen Klassenhälfte die Schulbank, die am Montag und Dienstag im Homeschooling waren. Am Mittwoch werden sie vor dem Schuleintritt auf Corona getestet.

Der Direktor der Mittelschule Sonntagberg Peter Holzfeind bestätigt Hörndlers Wahrnehmung. „Der Schulalltag ist gut angelaufen, wir unterrichten in zwei Etappen nach Stundenplan, am Freitag gibt es Distance Learning.“ In Sonntagberg hat kein einziger Schüler den Test verweigert.

Ähnlich ist die Situation am Gymnasium Waidhofen. „Der erste Tag ist recht gut verlaufen, wir haben viel Vorarbeit geleistet“, sagt Direktor Christian Sitz. Alle Schüler hatten die Einverständniserklärungen bereits mit.“ „Einige wenige haben den Test verweigert und sind daheim geblieben“, sagt Sitz.

„Die Schüler waren schaumgebremst“

Auch in der Wirtschafts- und Musikmittelschule Waidhofen zeigte sich der Großteil der Eltern kooperativ. „Es gab zwar einige Stimmen, die mit den Maßnahmen nicht einverstanden sind, aber das ist die absolute Minderheit“, sagt Direktorin Doris Aigner. „Der Tag war aber trotzdem aufregend, da es ja neben dem Schulstart auch die Zeugnisse des ersten Semesters gab“, sagt Aigner.

Sie stellte auch fest, dass sich die Kinder erst an die neue Situation gewöhnen müssen. „Sie waren schaumgebremst und noch nicht zu ihrer natürlichen Fröhlichkeit zurückgekommen“, sagt sie.

Dass Chorgesang noch nicht angeboten werden kann, schmerzt sie. Mehr als Body-Percussion geht noch nicht, aber die Ensembles musizieren schon wieder in reduzierten Gruppen.

In den Volksschulen kamen am Montag alle Schüler gemeinsam in den Präsenzunterricht zurück. An der Volksschule Ybbsitz verlief der Tag laut Direktor Thomas Seyrl ohne Probleme. Seyrl: „Es waren fast alle Kinder da, kein einziges verweigerte den Test.“ Er stellte aber fest: „Die Anspannung und Aufgeregtheit war bei allen Beteiligten recht groß.“

Große Anspannung und Aufgeregtheit

Ähnlich die Situation in den VS Waidhofen-Zell und St. Leonhard/Walde, die Ulrike Bauer leitet. „Wir waren gut vorbereitet, die Einverständniserklärungen für die Tests waren im Vorfeld eingeholt worden. „In Zell wurden 140 Schüler anstandslos getestet, in St. Leonhard alle 25, alle negativ“, sagt Bauer.

Für Erwin Reichenvater, Leiter der Polytechnischen Schulen Waidhofen und St. Peter/Au, war man im Unterricht schnell bei der Sache. „Die Fachbereiche kommen uns entgegen, kommen uns in der Organisation gelegen. Wir teilen die Klassen in Fachbereiche, dann können wir den Unterricht gut verschachteln“, sagt Reichenvater. Nur wenige Eltern seien mit vorgefertigten Protestschreiben in der Schule vorstellig geworden.

Speziell war der erste Schultag an der HTL Waidhofen. Direktor Harald Rebhandl hat ein Modell entwickelt, nach dem die Werkstättentage mit halber Klassenbesetzung aber gleichzeitig durchgeführt werden können. Denn die Berufsbildenden Schulen dürfen vom Schichtbetrieb abweichen. „So nützen wir die Labors und Werkstätten alle fünf Tage aus“, sagt Rebhandl. Große Klassen, die geräumigen Computersäle und auch die Aula werden für den Unterricht genützt, um entsprechend große Abstände halten zu können.

Spannend ist die Situation an den Musikschulen. „Der Betrieb ist in allen Instrumenten klaglos angelaufen, die Lehrer waren in allen Ortsstellen sehr bemüht, kooperativ und motiviert“, sagt Musikschuldirektor Christian Blahous. In allen Orten des Musikschulverbandes verfügt man über ausreichend große Räumlichkeiten, um die Abstandsregeln problemlos einhalten zu können. Doch einen Wunsch an die Politik hat er. Blahous: „Es wäre dringend notwendig, dass wir wieder Ensembleunterricht durchführen können. Für Kinder wäre das gemeinsame Musizieren so wichtig!“