Erstellt am 27. April 2011, 07:17

ÖVP-Stratege kehrt Politik den Rücken. BUNDESPOLITIK / 29-jähriger Waidhofner Philipp Maderthaner nimmt als Kommunikationschef der Bundes-ÖVP den Hut.

Philipp Maderthaner wurde am 6. August 1981 geboren. Bereits mit 22 Jahren wurde er Pressesprecher in der Landes-ÖVP.LOEBELL  |  NOEN
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VON STEFAN HACKL

WAIDHOFEN / Als Marketing- und Kommunikationschef der Bundes-ÖVP war Philipp Maderthaner einer der engsten Vertrauten von Josef Pröll. In der Vorwoche tat es der 29-jährige Waidhofner seinem Chef gleich - und gab seinen Rückzug aus der Politik bekannt. Dabei wollte der neue starke Mann der Volkspartei, Michael Spindelegger, weiter auf den jungen, gewieften Parteistrategen bauen. „Ich bin aber schon fast acht Jahre lang beruflich im politischen Geschehen. Es ist Zeit für einen Tapetenwechsel“, begründet Mader thaner seinen Rückzug. Schließlich gebe es wenige Möglichkeiten, aus dem politischen Karussell auszusteigen: „Jetzt ist so ein Zwischenstopp und ich nutze ihn.“

Maderthaner hatte in der Volkspartei bis dato eine Bilderbuchkarriere hingelegt. Mit 22 Jahren avancierte der Waidhofner zum jüngsten Pressesprecher in Erwin Prölls Landespartei. Nach einer kurzen Pause - Maderthaner schloss sein Studium der Internationalen Betriebswirtschaft ab - stieg er mit 25 Jahren zum Marketing- und Kommunikationschef der VPNÖ auf.

Der Kampagnen-Profi koordinierte Erwin Prölls Landtagswahlkampf 2008 und sprach mit Wahlgeschenken wie der Pröll-Glatzenhaube junge Zielgruppen an. Das blieb auch in der Bundeshauptstadt nicht unbemerkt - und so folgte er Josef Prölls Ruf in die Parteizentrale nach Wien.

Für diesen erfand Mader thaner den „Superpraktikanten“, bei der Europaratswahl landete die ÖVP auf Platz eins. Einen ersten Rückschlag erlitt Maderthaner bei der Wien-Wahl, wo er für Spitzenkandidatin Christine Marek die Kohlen aus dem Feuer holen sollte. Hat er da Fehler gemacht? „Es war eine schwierige Ausgangslage. Im Nachhinein ist man immer gescheiter“, antwortet Mader thaner. Dass er zu jung in Spitzenpositionen gelangte, glaubt er nicht: „Das Kampagnen-Geschäft ist extrem fordernd. Dafür braucht es jugendlichen Drive. Da war mein Alter eher ein Vorteil.“

Statt Kampagnen plant Philipp Maderthaner nun für die Uni. Er wird ein MBA-Programm an einer Business-School im Ausland absolvieren und internationale Kontakte vertiefen. So kennt Maderthaner etwa den „Webcampaigner“ von Barack Obama gut, auch mit Medien-Manager Rudi Klausnitzer und den grünen Werber Niko Alm verbindet ihn einiges. „Ich habe mich nie als Nachwuchspolitiker gesehen, sondern von Anfang an als Manager“, sagt er heute. Der ÖVP wird er in der Politischen Akademie jedoch weiter zur Seite stehen. Nach Waidhofen kommt der 29-Jährige regelmäßig. 2012 stehen Wahlen an. Ob er helfen wird? „Für Rat und Tat bin ich immer erreichbar“, schmunzelt der bundespolitisch Gestählte.