Ein Urwald für morgen im Gut Hohenlehen. In den Wäldern von Gut Hohenlehen sollen 80 Hektar Urwald vom Menschen unberührt bleiben.

Von Christa Hochpöchler. Erstellt am 17. April 2021 (05:06)

Es ist ein letzter Rest Urwald, der sich da auf 80 Hektar eingebettet in den Wäldern des Gutes Hohenlehen in den Ybbstaler Alpen zwischen Opponitz und Hollenstein erstreckt. Die Bäume werden hier Hunderte Jahre alt, sie werden größer und stärker als in einem wirtschaftlich genutzten Wald. Nach dem Umfallen dürfen sie liegen bleiben. Im Totholz leben Käfer, Pilze und Flechten, die in anderen Wäldern bereits ausgestorben sind.

Der Urwald bietet Heimat für Steinadler, Wanderfalken und den Schwarzstorch. Durch den hohen Altholzbestand kommen sehr viele Specht-Arten vor, aber auch Mauerläufer und Steinhühner, die hochalpines Gelände bevorzugen und sehr selten sind. Nun soll dieser Flecken Natur, der seit Langem vom menschlichen Einfluss unberührt geblieben ist, für die Zukunft geschützt werden.

„Den Grundstein für den Urwald legte 1903 Gustav Davis, der Gründer der Kronenzeitung. Er bewahrte die Kernzone bereits vor über 100 Jahren vor der wirtschaftlichen Nutzung. Nun soll der zusammenhängende Urwaldrest in eine private Gesellschaft gekauft werden, damit er erhalten und geschützt bleibt und sich ohne Forstwirtschaft weiterentwickeln kann“, erzählt Gutsbesitzer Michael Schmidtkunz.

Auch mittels Baumpatenschaften sollen Schutzmaßnahmen gesetzt werden. Dabei sollen typische Ybbstaler Baumarten in angrenzenden Windwurfflächen aufgepflanzt werden. Rund um die Kernzone sollen Sommerlinden, Lärchen, Buchen, Eiben oder Tannen einen standortangepassten Mischwald ergeben und die Kernzone nachhaltig erweitern.

Baumpatenschaften als wichtiger Beitrag

„Die Bäume, welche die Paten ausgewählt haben, setzen wir im Herbst ein. Es ist uns wichtig, dass das Erbmaterial der typischen Ybbstaler Bäume nicht verloren geht. Eine Baum-Patenschaft ist eine lohnende Investition in die Zukunft. Sie kostet 30 Euro und kann jährlich erneuert werden,“ informiert Schmidtkunz.

Einer der ersten Baum-Paten ist Andreas Picher, Geschäftsführer des Unternehmens Clever Logistics in Randegg. Er sponserte für die Wiederaufpflanzung 30 Bäume. „Nachdem mir die Natur generell ein Anliegen ist und mir der regionale Gedanke sehr wichtig ist, unterstütze ich dieses zukunftsweisende Projekt“, sagt Picher.

„Der Wald ist der größte Sauerstoffspender“, ergänzt Schmidtkunz. „Pro Jahr verarbeitet eine 100-jährige Buche sechs Tonnen Kohlendioxid, das sind drei Lkw. Je mehr Sauerstoff die Wälder produzieren können, umso besser wirken sie der Klimaveränderung entgegen.“ Patenschaften können unter www.urwaldoesterreich.at erworben werden.