Kängurus als hüpfende Rasenmäher. In Opponitz grasen beim Güterweg Vorderleithen sechs Kängurus.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 19. Oktober 2020 (13:54)

Nicht weniger als sechs Kängurus grasen in Opponitz gemütlich beim Güterweg Vorderleithen. Die Tiere – vier Männchen und zwei Weibchen – hüpfen munter auf dem Hang auf und ab und genießen die letzten Strahlen der warmen Herbstsonne, sie liegen im Gras, putzen sich und genießen die frischen Haselnusszweige sowie Erdnüsse, die ihnen Irmtraud Kölbel immer wieder zusteckt.

„Mein Sohn Alexander hat uns vor drei Jahren zu Weihnachten mit den Kängurus überrascht“, erzählt sie. Sie kümmert sich gemeinsam mit Alexander liebevoll um die Beuteltiere, die beim Sonnenkraftwerk in der Nähe des Opponitzer Sportplatzes ihr neues Zuhause gefunden haben.

Vor rund drei Jahren kaufte Alexander Kölbel zwei weibliche Bennett-Wallabies an, die auf die Namen „Puppi“ und „Struppi“ getauft wurden. Beide Tiere konnten sich schon bald über Nachwuchs freuen: „Joe“ und „Carlos“. Sobald die beiden männlichen Kängurus groß genug waren, kam es zu neuen Familienliaisonen: Struppis Sohn Joe lebt fortan mit Puppi in einem Gehege, Puppis Nachwuchs Carlos übersiedelte zu Struppi.

„Die Tiere sind äußerst pflegeleicht“

Und mittlerweile können sich die beiden Känguru-Pärchen wieder über Nachwuchs freuen: Im Frühjahr kam Puppis zweiter Sohn Luis zur Welt, vor wenigen Monaten Struppis Sohn James. Während Luis bereits aufgeweckt durch die Gegend hüpft, verbringt der jüngere James noch die meiste Zeit im Beutel seiner Mutter. „Doch auch er wird immer neugieriger und kommt immer wieder aus dem Beutel heraus“, erzählt Kölbel.

Bennett-Wallabies – eine Unterart des Rotnackenwallaby – werden circa einen Meter groß. Sie wiegen normalerweise zwischen 14 und 19 Kilogramm und stammen ursprünglich aus den Inseln südöstlich des australischen Festlandes (zum Beispiel aus Tasmanien). Sie sind winterfest – auch kalte Temperaturen machen den Beuteltieren nichts aus, weshalb sie sich auch in Österreich pudelwohl fühlen.

Die Opponitzer Bennett-Kängurus werden von Familie Kölbel privat gehalten – eine Känguru-Zucht betreiben sie nicht. Statt Schafen oder Kühen grasen am Hang neben den Photovoltaik-Anlagen eben Kängurus. „Die Tiere sind äußerst pflegeleicht“, erzählt Kölbel. „Sie fressen Blätter, Nüsse, Obst – oder eben auch das am Hang wachsende Gras – auch wenn wir trotzdem noch mehrmals im Jahr mähen müssen.“

Die Tiere können jederzeit besucht werden – sogar eine Bank ist neben dem Gehege aufgestellt, von der aus die Kängurus beobachtet werden können. Nach telefonischer Vorankündigung bei Familie Kölbel kann man sogar direkt ins Gehege zu den Tieren gehen.