Junge Frau war für Stalking-Terror verantwortlich. Sechs Monate bedingt für 22-Jährige nach jahrelangen Drohungen in Ybbstaler Gemeinde. Nicht rechtskräftig.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 01. Oktober 2020 (05:41)
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Mit obszönen Beschimpfungen, grausamen Drohungen und sogar handfesten Morddrohungen, die via E-Mail oder SMS eintrudelten, waren zwei Opponitzer Familien zwischen Sommer 2014 und Herbst 2016 immer wieder konfrontiert. Auch die Gemeinde, die Gemeindeärztin und eine Ybbstaler Firma waren Adressaten.

Letztlich erhärtete sich der Verdacht, dass die Tochter einer der betroffenen Familien für den Stalking-Terror verantwortlich sei und es kam zu einer Anklage. Die NÖN berichtete:

Am Dienstag vor zwei Wochen gab es am Landesgericht St. Pölten nach insgesamt sechs Verhandlungsterminen in den letzten drei Jahren nun ein Urteil in dem Prozess.

Angeklagte war zurechnungsfähig

Die Vorwürfe, gegen die sich die nunmehr 22-jährige Frau zu verantworten hatte, wogen schwer. Ihr wurden die Vergehen der fortgesetzten Gewaltausübung, der gefährlichen Drohung, der versuchten Nötigung, der versuchten pornografischen Darstellung Minderjähriger, der beharrlichen Verfolgung, der Unterdrückung eines Beweismittels sowie der Verleumdung zur Last gelegt.

Bei einer Verhandlung im Juni 2018 wurde ein medizinisches Gutachten eingefordert, das feststellen sollte, ob Gründe vorliegen, wonach die Angeklagte nicht in der Lage gewesen sei, das Unrecht einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln. Laut Gutachten lag jedoch keine verzögerte Reife vor, die Angeklagte wurde als zurechnungsfähig eingestuft.

Beim Prozess vor zwei Wochen fasste die junge Frau nun sechs Monate bedingt aus. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, da sowohl die Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft und die Privatbeteiligtenvertreterin wegen der Strafe Berufung eingelegt haben.