WIR gewinnt, Opposition verliert. Bürgermeisterpartei legte am Sonntag zwei Mandate zu und kam auf 74,6 Prozent der Stimmen. SPÖ und FPÖ mussten jeweils ein Mandat einbüßen.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 28. Januar 2020 (16:29)

Groß war die Freude bei den Mandataren der „Liste WIR für Opponitz“ nach der Verkündung der Wahlergebnisse am vergangenen Sonntag, lang die Gesichter der beiden Oppositionsparteien SPÖ und FPÖ. Die ÖVP-nahe Liste WIR rund um Spitzenkandidat Bürgermeister Johann Lueger konnte bei der Gemeinderatswahl ihren Vorsprung noch weiter ausbauen: Sie steigerte sich auf 74,6 Prozent (plus 11,6 Prozent) und hat nun künftig insgesamt zwölf der 15 Mandate inne.

„Unser Ziel war es, die zehn Mandate der letzten Legislaturperiode zu halten. Dass wir gleich zwei Sitze dazugewinnen, war für uns nicht absehbar“, freut sich Lueger (WIR). „Für uns ist der Zugewinn ein klares Signal, unseren erfolgreichen Weg gemeinsam mit dem Land Niederösterreich fortzusetzen. Er zeigt, dass unsere Arbeit bei den Wählern ankommt, aber auch, dass wir ein starkes Team haben. Dieses hat in den letzten Wochen und in der vergangenen Legislaturperiode tolle Arbeit geleistet“, sagt der Ortschef.

Hocherfreut über das Wahlergebnis ist auch Vizebürgermeister Ernst Steinauer (WIR): „Ich habe maximal mit einem Zugewinn von einem Mandat gerechnet, dass es aber zwei werden, hätte ich nie gedacht“, sagt er. Auch er sieht die Liste WIR auf dem richtigen Weg. „Dass wir nah bei den Leuten sind, trägt offenbar Früchte.“ Dass auch die Arbeit im Bauernbund, dessen Obmann Steinauer ist, gut ankommt, habe sich bei den Vorzugsstimmen gezeigt. „Wir sind glücklich, dass die Arbeit des Bauernbunds, etwa beim Glasfaserausbau in den ländlichen Regionen oder beim Frühlingsball, bei der Bevölkerung gut ankommt“, sagt Steinauer.

Alle Ausschüsse künftig von Liste WIR besetzt

Die Ausschüsse bzw. die Ämter der geschäftsführenden Gemeinderäte werden künftig ausschließlich von der Liste WIR besetzt. „Das ist natürlich eine große Verantwortung für uns, der wir uns aber gerne annehmen. Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen der Bevölkerung, mit dem wir natürlich sorgsam umgehen werden“, sagt Lueger. Er hofft dabei weiterhin auf Mithilfe der Opposition: „Es kommen große Herausforderungen auf uns zu und ich hoffe, dass wir diese gemeinsam meistern können.“

Von den 17 Kandidaten, die für die Liste WIR in die Wahl gegangen sind, werden zwölf in den Gemeinderat einziehen. Wer das ist, wurde rein über Vorzugsstimmen entschieden (siehe Infobox). Ob diese Kandidaten ihre Mandate annehmen werden bzw. wer welche Funktionen übernimmt, wird in den nächsten Wochen entschieden.

„Ich bin sprachlos und sehr enttäuscht“

Ebenfalls in den nächsten Wochen entschieden wird, wie es mit der SPÖ weitergeht. Nach dem großen Wahldebakel im Jahr 2015 – die SPÖ verlor damals vier Mandate und hatte in der vergangenen Legislaturperiode nur noch drei Sitze im Gemeinderat – mussten die Opponitzer Sozialdemokraten auch jetzt wieder herbe Verluste hinnehmen. Nur 15,1 Prozent der Wähler (89 Stimmen) setzten ihr Kreuz am Sonntag bei der SPÖ. „Ich bin sprachlos und sehr enttäuscht“, sagt Walter Maurer. Maurer war in den vergangenen Jahren Spitzenkandidat der SPÖ Opponitz, ging aber bei der Gemeinderatswahl nur auf Listenplatz zwei ins Rennen. An der Spitze stellte sich Politneuling Daniela Krammer der Wahl. Künftig nimmt die SPÖ zwei Mandate im Gemeinderat ein, laut Listenreihung würden diese auf Daniela Krammer und Walter Maurer entfallen. Ob diese beiden auch tatsächlich in den Gemeinderat einziehen werden, ist noch offen. „Wie es jetzt weitergeht, müssen wir uns noch anschauen. Personell ist alles offen“, sagt Maurer.

Ebenfalls einen Verlust hinnehmen musste die FPÖ. Sie verlor 4,3 Prozentpunkte und somit einen Sitz im Gemeinderat. FPÖ-Spitzenkandidat Alexander Schnabel sieht das Wahlergebnis als klaren Auftrag für die Opposition. „Durch den Zuwachs der ÖVP ist eine starke Oppositionspolitik umso wichtiger“, sagt Schnabel. Er wolle sich diesbezüglich auch mit der SPÖ kurzschließen.

Dass er „Einzelkämpfer im Gemeinderat“ bleiben wird – die FPÖ hatte bisher in Opponitz ja zwei Mandate, wobei eines mangels eines zweiten Kandidaten auf der Liste im Jahr 2015 unbesetzt bleiben musste –, sieht Schnabel der bundesweiten instabilen Lage der FPÖ durch den Ibiza-Skandal und die Spesenaffäre geschuldet. „Der Bundestrend hat sich auch auf Gemeindeebene gezeigt“, sagt der FPÖ-Kandidat.

Hier findet ihr alle Ergebnisse der NÖ Gemeinderatswahl 2020 auf einen Klick

Hier geht's zu unserem Sonderressort: https://www.noen.at/gemeinderatswahl