Mit Coronavirus infiziert: „Viele boten ihre Hilfe an“. Die NÖN sprach mit einem der drei Opponitzer, die sich mit Corona infiziert hatten.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 26. März 2020 (04:23)
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NÖN: Gleich vorweg die wichtigste Frage: Wie geht es Ihnen?

A: Zurzeit ganz gut. Ich habe immer wieder Fieber, aber sonst bislang Gott sei Dank nichts Schlimmeres.

Wie stellten Sie fest, mit dem Coronavirus infiziert zu sein?

A: Ich war gemeinsam mit zwei Freunden ab 7. März in Ischgl Ski fahren. Da damals das Thema Corona noch nicht so aktuell war, waren wir beim Après Ski in Ischgl unterwegs, wo wir uns wohl angesteckt haben. Am vergangenen Mittwoch bemerkte ich erste Symptome. Ich hatte Fieber und schon bald bekamen auch meine Freunde Fieber, Husten und ein Kratzen im Hals. So beschlossen wir dann am Mittwoch, verfrüht abzureisen.

Dachten Sie da schon daran, mit Corona infiziert zu sein?

A: Wir hatten die Vermutung, ja. Als wir in Haag von der Autobahn abfuhren, riefen wir bei der Hotline an, da wir uns testen lassen wollten, bevor wir zuhause in Opponitz mit Leuten in Kontakt kamen. Bei der Hotline meinten sie aber, dass wir nicht die Kriterien erfüllen würden und sie uns deshalb nicht testen würden. Stattdessen rieten sie uns, unseren Hausarzt aufzusuchen.

Haben Sie das dann gemacht?

A: Nein, das Risiko war uns zu groß. Als wir am vergangenen Donnerstagabend zuhause waren, begaben wir uns sofort alle drei in häusliche Quarantäne. Unterdessen setzte sich die Gemeinde mit der Bezirkshauptmannschaft in Verbindung und schilderte ihr, dass wir in Ischgl waren und Fieber und Husten hätten. Dann ging es eigentlich relativ rasch: Am Samstag kam dann wer vom Samariterbund vorbei, um den Test durchzuführen, am Sonntag erfuhren wir dann, dass wir uns tatsächlich mit Corona infiziert haben. Danach mussten wir einen Bericht schreiben, mit wem wir seit unserer Rückkehr nach Opponitz Kontakt hatten – diese Personen wurden dann ebenfalls in häusliche Quarantäne geschickt. Glücklicherweise waren das nicht viele, da wir nach unserer Rückkehr sehr darauf bedacht waren, mit wenig Personen Kontakt zu haben.

Machen Sie sich Sorgen?

A: Ich habe das Glück, dass mein Krankheitsverlauf bisher nicht allzu tragisch ist. Wenn man allerdings von der Zahl der Todesopfer hört, denkt man schon darüber nach. Über die Versorgung mache ich mir keine Gedanken – seit ich wieder in Opponitz bin, habe ich schon viele Anrufe von Leuten bekommen, die angeboten haben, mir zu helfen und mir Verpflegung vor die Haustüre zu stellen.

Was würden Sie anderen raten, die befürchten, sich infiziert zu haben?

A: Zunächst einmal bei der Hotline anrufen. Wenn das, wie bei uns, eher wenig zufriedenstellend verläuft, sollte man sich direkt an die Gemeinde wenden.

Wie geht es für Sie jetzt weiter?

A: Zurzeit muss ich mich in häuslicher Quarantäne auskurieren. Wenn sich mein Gesundheitszustand verschlechtert, muss ich meinen Hausarzt oder die Gesundheitsabteilung der BH in Amstetten kontaktieren. Wenn ich mehr als 48 Stunden keine Symptome bzw. kein Fieber aufweise, muss ich ebenfalls Kontakt mit der Gesundheitsabteilung aufnehmen. Dann werden zwei weitere Tests innerhalb von 48 Stunden durchgeführt. Sind beide negativ, werde ich aus der Quarantäne entlassen.