Privataudienz im Vatikan. Waidhofner Delegation zu Gast bei Papst Franziskus und Altpapst Benedikt XVI. Waidhofner Jagdhornbläser spielten für Päpste auf. Gemeinsames Gebet für Erdbebenopfer.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 31. August 2016 (03:50)

Vergangene Woche ging es für eine Delegation aus Waidhofen in den Vatikan zur Papstaudienz, wobei die Waidhofner sowohl von Papst Franziskus als auch vom emeritierten Papst Benedikt XVI. empfangen wurden. Die NÖN berichtete bereits im Vorfeld.

Seitens der Stadt waren Bürgermeister Werner Krammer, Vizebürgermeister Mario Wührer, Stadtpfarrer Dechant Herbert Döller sowie Gemeinderat und Bundesinnungsmeister der österreichischen Rauchfangkehrer Peter Engelbrechtsmüller mit dabei. Auch Pater Egon Homann vom Stift Admont und eine Pilgergruppe aus Niederösterreich und der Steiermark schlossen sich der Delegation an. Ebenfalls mit dabei waren die Waidhofner Jagdhornbläser, die sowohl mehrere Messen als auch die Generalaudienz des Papstes am Petersplatz musikalisch gestalteten.

Das Zusammentreffen ging auf eine Initiative des Hollensteiner Gutsbesitzers Michael Schmidtkunz zurück, der ein freundschaftliches Verhältnis zu Erzbischof Georg Gänswein, dem Privatsekretär von Papst Benedikt, pflegt. Los ging die Reise nach Rom am Montag der Vorwoche. Nach einer ersten Stadtbesichtigung umrahmten die Jagdhornbläser am Dienstag in der berühmten Basilika Santa Maria Maggiore, eine der vier Papstbasiliken Roms, das von Erzbischof Gänswein zelebrierte Hochamt.


 „Papst-Benedikt-Marsch“ uraugeführt

Anschließend ging es um 19 Uhr zur Privataudienz mit Altpapst Benedikt XVI. in die Vatikanischen Gärten. Dabei brachten die Jagdhornbläser den „Papst-Benedikt-Marsch“ zur Uraufführung, den Kapellmeister Anton Sollfelner komponiert hatte. Danach wurde Vereinsobmann Ferdinand Linder und Christian Buder die besondere Ehre zuteil, im Namen der Jagdhornbläser dem Papst die Partitur dieses Marsches zu überreichen. „Es war ein ganz besonderer Moment für uns Musiker“, so Buder.

Am Mittwoch folgte dann der nächste Höhepunkt. Um 8 Uhr morgens ging es zum Petersplatz, wo die Waidhofner Gruppe unmittelbar vor dem päpstlichen Altar Platz nahm und die Hornbläser die Generalaudienz von Papst Franziskus musikalisch gestalteten. „Vor so vielen Leuten zu spielen, ist ein unglaubliches Erlebnis“, berichten die Musiker. Als Anerkennung gab es für die Musiker am Ende der Audienz Beifall und ein „Daumen hoch“ von Papst Franziskus.

An ihn überreichten der Waidhofner Stadtchef und Gutsbesitzer Schmidtkunz – ebenso wie am Tag zuvor an Altpapst Benedikt XVI. – persönlich ihre Präsente, darunter Fleisch und Wurst aus Hohenlehen, ein Bild des Waidhofner Künstlers Herbert Petermandl, Wuchteln aus der Bäckerei Piaty und Bier aus der Gaminger Brauerei Bruckner.

 „Es war hochbeeindruckend“

 Seitens der Stadt wurden den beiden Päpsten eine Reproduktion der ältesten Darstellung Waidhofens auf Büttenpapier sowie CDs der Jagdhornbläser und des Waidhofner Sängers Günther Groissböck überreicht. Am Abend wurde die Gruppe dann noch vom Kommandanten der Schweizer Garde im Ehrenhof des Vatikans empfangen. Am Donnerstag ging es wieder zurück ins Ybbstal.

„Es war hochbeeindruckend“, berichtet Bürgermeister Werner Krammer. „Sehr berührend war die Privataudienz bei Altpapst Benedikt XVI. Aber auch die Generalaudienz bei Papst Franziskus war etwas ganz Besonderes. Großer Dank geht an Michael Schmidtkunz, der uns diesen Zugang ermöglicht hat.“

Auch der Gutsbesitzer zeigt sich sichtlich bewegt: „Es war für mich ein ganz besonderer Moment, als die Waidhofner Jagdhornbläser des „Papst-Benedikt-Marsch“ uraufführten, und ich das Leuchten in den Augen von Altpapst Benedikt XVI. sah.“
In der Nacht vor der Generalaudienz bei Papst Benedikt kam es zu verheerenden Erdbeben in Mittelitalien, bei denen an die 300 Menschen getötet wurden. Gemeinsam mit dem Papst betete die Ybbstaler Delegation für die Opfer dieser fürchterlichen Katastrophe.