Die Zukunft des Ybbstals. Machbarkeitsstudie zur Realisierung der elf Entwicklungsprojekte des Ybbstals nun fertiggestellt. Projekte sollen ländlichen Lebens- und Wirtschaftsraum weiterentwickeln.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 28. Dezember 2020 (03:25)
Gemeinsam mit Vertretern der Gemeinden und der NÖ.Regional entwarfen Kleinregionssprecher Werner Krammer und Nationalrat Andreas Hanger (Eisenstraße NÖ) elf Projekte für die Zukunft der Kleinregion.
NÖ.Regional (aufgenommen im Oktober 2020)

Elf Entwicklungsprojekte sollen in den kommenden Jahren in der Kleinregion realisiert werden. Die Projekte befassen sich mit den Themen Raum-, Standort- und Wirtschaftsentwicklung in den zehn Kleinregionsgemeinden und wurden als Kooperationsprojekt von der NÖ.Regional.GmbH und der Eisenstraße NÖ mit fachlicher Unterstützung von Josef Lueger entwickelt.

Im Jahr 2018 wurde – unter Einbindung der Bevölkerung – ein interkommunaler Kooperationsplan entwickelt. Dieser lieferte die Basis für die raumrelevante Weiterentwicklung der Region. Als Leitziel wurde damals die Erhaltung und Stärkung des ländlichen Lebens- und Wirtschaftsraumes formuliert.

Basierend auf diesem Leitziel arbeiteten die Gemeinden, die Eisenstraße NÖ und NÖ.Regional in zahlreichen Sitzungen und Workshops einen Weg aus, wie die elf Projekte in die Tat umgesetzt werden können. Anfang Dezember konnte nun die Machbarkeitsstudie zur Realisierung der Entwicklungsprojekte fertiggestellt werden.

Heimat der „Hidden Champions“

Eines der elf Projekte ist etwa die Vermarktung des Standortes. Dadurch sollen neue Betriebe genauso wie Fachkräfte angezogen werden. Im Rahmen der Initiative „Get the Most“ sollen hier bereits erste Schritte umgesetzt werden. Ein weiteres Projekt befasst sich damit, wie man dringend benötigte Fachkräfte rekrutieren kann. Um hier Lösungsstrategien zu entwerfen, wurden Vertreter regionaler Firmen ins Boot geholt.

Das Ybbstal sei „Heimat der Hidden Champions“, sind sich die Vertreter der Kleinregion einig. Aus diesem Grund sieht ein weiteres Projekt vor, eine InnovatorInnenbühne zu installieren, auf der Leistungen in unterschiedlichen Bereichen gewürdigt und vorgestellt werden.

Ein weiteres Entwicklungsprojekt der Kleinregion sieht die Weiterentwicklung der Wirtschaftsparke im Ybbstal vor. Hier diskutierten die Gemeindevertreter gemeinsam mit der NÖ.Regional.GmbH über die Erschließung weiterer interkommunaler Betriebsgebiete sowie über künftige Organisationsformen.

Logistikzentrum für mehrere Firmen

Ebenfalls eng zusammengearbeitet werden soll im Bereich Logistik. Da viele Unternehmen mit Herausforderungen in diesem Bereich kämpfen, brachte Eisenstraße-Themenfeldsprecher Markus Felber (Fuchs Metalltechnik) die Idee vor, ein firmenübergreifendes Logistikzentrum zu entwickeln. Gemeinsam mit weiteren Unternehmensvertretern überlegte Felber bereits, wie ein solches Zentrum konkret aussehen könnte.

Im Bereich der Raumplanung und Regionalentwicklung wurden bereits inhaltliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für eine Zusammenarbeit erarbeitet. Im kommenden Jahr wird, falls möglich, eine Fachexkursion zum Thema Baurechtsverwaltung stattfinden, die Anstoß geben soll. Angedacht ist hier etwa eine Verwaltungsgemeinschaft „Bauen“.

Die Wasserversorgung im Jahr 2050

Das Thema Wasserversorgung wird ebenfalls im Entwicklungsplan angesprochen. Mehrere Akteure beschäftigen sich hier mit der Frage, wie die Wasserzukunft 2050 im Ybbstal – sowohl für die Landwirtschaft als auch für Siedlungsgebiete – aussehen wird. Das Wasser in der Region wird aber auch im Zusammenhang mit der Ybbs beleuchtet. Unter dem Motto „Die Ybbs und wir“ erstellten die Gemeinden ein Leitbild, in dem die vielfältigen Nutzungsansprüche an die Ybbs und ihren Naturraum erfasst werden. Hier sollen schützenswerte Landschaftsteile und potenzielle grüne Freiräume erhoben werden.

Natürlich ist auch das Thema Wohnen für die Entwicklung der Region ein wichtiges Thema: Hier kam die Idee eines interkommunalen Siedlungsgebiets – ähnlich dem Modell des Wirtschaftsparks Ybbstal – auf – ein Vorschlag, der in den kommenden Jahren geprüft werden soll.

Für die Vorantreibung all dieser Themen und Projekte soll ein regionaler Kommunikator sorgen. Zudem soll er die Projekte koordinieren und die Gemeinden bei der Umsetzung unterstützen. In den Workshops wurde besprochen, welche Kompetenzen ein potenzieller regionaler Kommunikator mitbringen soll. Unterstützt werden soll dieser „regionale Kommunikator“ von der Standortagentur Ybbstal, die für die passenden Rahmenbedingungen sorgt. Die Standortagentur soll als Plattform dienen, die vorhandenen Energien und Kräfte zu bündeln und die Entwicklung der Region vorantreiben.

Finanziert werden die wirtschaftsnahen Projekte von der Europäischen Union und dem Land Niederösterreich, die Projekte aus dem Bereich Raumentwicklung vom Land Niederösterreich.