Debatte um Betriebsgebiet in Hollenstein. Entwicklungskonzept der Gemeinde Hollenstein legt drei potenzielle Gewerbeflächen fest. Opposition hat Einwände gegen Aufschließung in Steinhaufen.

Von Markus Huebmer. Erstellt am 27. Juni 2020 (06:04)
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In der letzten Sitzung des Hollensteiner Gemeinderats im Mai wurde ein neues Entwicklungskonzept beschlossen. Damit wurde festgelegt, dass sich die Raumordnung in der Gemeinde künftig entlang von fünf Leitzielen entwickeln solle.

„Ich möchte mit dem Entwicklungskonzept die Basis für eine weitere positive Entwicklung schaffen.“Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer, SPÖ

So gelte es, Hollenstein als lebenswerten Standort in den Bereichen Wohnen und Arbeiten zu erhalten und den sanften Tourismus sowie den Naherholungsbereich weiter auszubauen. Für die Entwicklung im Bildungs- und Sozialbereich sind ebenfalls Flächen angedacht. Die Leitziele vier und fünf umfassen die regenerative Energienutzung und eine nachhaltige Landwirtschaft.

Konkrete Umwidmungen wurden im Entwicklungskonzept nicht definiert. „Eine Umwidmung oder Veränderung der Raumplanung kann wie bisher auch jetzt nur in einem eigenen Verfahren umgesetzt werden“, hält Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer (SPÖ) fest. Da aber Umweltprüfungen im Zuge des Entwicklungskonzepts schon durchgeführt und Gutachten erstellt wurden, sei man künftig in der zeitlichen Umsetzung schneller.

„Das Entwicklungsgebiet Steinhaufen ist ein isolierter Standort. Die Aufschließung ist schwierig und kostspielig.“Martin Helm, ÖVP

„Wir haben im Entwicklungskonzept die Möglichkeiten dargestellt, in welche Richtung wir Hollenstein weiterentwickeln können“, sagt die Ortschefin. „Wo und ob es dann tatsächlich zu Änderungen kommen wird, kann man derzeit nur bedingt definieren.“ Das hänge auch stark von allen Beteiligten ab, hält die Ortschefin fest. Konkrete Schritte könnten nur im Einvernehmen mit den Grundeigentümern gesetzt werden.

„Erstmals in der Geschichte der Gemeinde hat sich Hollenstein mit einem Entwicklungskonzept zur Raumordnung beschäftigt und das ist sehr positiv“, sagt die Bürgermeisterin. „Ich möchte Hollenstein damit eine Vision geben und damit auch die Basis für eine weitere positive Entwicklung unserer wundervollen Gemeinde schaffen.“

Mit dem Entwicklungskonzept könne die Gemeinde entsprechend lenken und bestimmte Änderungen in der Flächenwidmung schneller und kosteneffizienter umsetzen, meint Zebenholzer. Sie rechnet damit, dass dieses Entwicklungskonzept fünf bis zehn Jahre Gültigkeit haben werde. Danach sei es sinnvoll, neu zu evaluieren.

Beschlossen wurde das neue Raumordnungskonzept von der SPÖ alleine. ÖVP und Liste FAIR stimmten dagegen. Die ÖVP stieß sich daran, dass im Entwicklungskonzept zusätzlich zu den beiden bestehenden Betriebsgebieten Wieden und den Bundesforstegründen auf Höhe der Langfeldsiedlung auch das Betriebsgebiet Steinhaufen in Kleinhollenstein ausgewiesen ist.

Es gebe hier noch keine konkreten Projektunterlagen, lautet die Kritik. „Das Entwicklungsgebiet Steinhaufen ist ein isolierter Standort. Wasser, Strom, Verkehrsanbindung und Abbiegestreifen sind außergewöhnlich schwierig und kostspielig“, meint der geschäftsführende ÖVP-Gemeinderat Martin Helm.

Zudem sei die Lage Steinhaufen landschaftsökologisch zu hinterfragen, sagt Helm weiter. Deshalb wolle die Volkspartei den Fokus auf die bereits ausgewiesenen beiden Betriebsgebiete an der B31 legen und das Betriebsgebiet Steinhaufen im Entwicklungskonzept vorerst nicht berücksichtigen.

Liste FAIR sieht „Enklavebildung“

Eine „betriebliche Enklavebildung“ sieht wiederum die Liste FAIR beim Entwicklungsgebiet Steinhaufen. Die bisherige Untersuchungstiefe sei dort zu gering, die Bewertungskriterien für die Eignung seien nicht genau ausgeführt und im Konzept fehle die Festlegung des Platzbedarfes, wird bekrittelt. Die Liste FAIR ist der Meinung, dass die Erweiterung des Betriebsgebietes Wieden mitunter die beste Möglichkeit darstelle, neue Betriebsflächen in Hollenstein zu erschließen.

„Das bestehende und bereits aufgeschlossene Betriebsgebiet in der Wieden weist noch Platzreserven auf und das bereits gewidmete Betriebsgebiet in Kleinhollenstein bei der Abzweigung nach Weyer kann günstig aufgeschlossen werden, wobei Beschäftigte aus den angrenzenden Siedlungen ihren Arbeitsplatz zu Fuß oder mit den Fahrrad erreichen können“, sagt der geschäftsführende Gemeinderat der Liste FAIR, David Steinbacher. „Natürlich muss die Bevölkerung der Langfeldsiedlung vor unverhältnismäßigen Lärmemissionen geschützt werden, dies ist auch in der bestehenden Widmung verankert. Einer Umwidmung dieses Betriebsgebietes zu Wohngebiet, wie es seitens der SPÖ geplant ist, sehen wir nicht nur aufgrund der durchlaufenden Bundesstraße mehr als kritisch.“