LEADER-Projekt im Ybbstal: Gemeinsam zukunftsfit. Kleinregion möchte Ybbstal als Wirtschaftsstandort schmackhaft machen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 16. April 2021 (05:13)
2009 wurde der Wirtschaftspark Ybbstal in Haberlehen in Ybbsitz aus der Taufe gehoben. Das Projekt gilt als Paradebeispiel einer gelungenen interkommunalen Zusammenarbeit im Wirtschaftsbereich. Mittlerweile ist die Fläche voll. Mit der Härterei Michael Welser (HMW) sowie den Firmen duomet, Seisenbacher und IMC befinden sich vier Unternehmen mit insgesamt 200 Mitarbeitern auf dem Areal. Foto: Gemeinde Ybbsitz
Gemeinde Ybbsitz

Mit einem LEADER-Projekt wollen die zehn Gemeinden der Kleinregion Ybbstal die wirtschaftliche Entwicklung in der Region weiter vorantreiben. Schlüssel dafür soll der Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit sein, wobei Wert auf einen Ausgleich zwischen strukturstarken und strukturschwächeren Gemeinden gelegt wird.

Basis des Projekts ist der Interkommunale Kooperationsplan, mit welchem die Gemeinden der Kleinregion Ybbstal-Eisenstraße begleitet von der NÖ.Regional.GmbH und der LEADER-Region Eisenstraße NÖ im Jahre 2018 Visionen und Zielsetzungen für den Wirtschaftsstandort entwickelt haben. Elf Entwicklungsprojekte, die in den kommenden Jahren in der Kleinregion realisiert werden sollen, wurden darin festgelegt. Diese befassen sich mit den Themen Raum-, Standort- und Wirtschaftsentwicklung. Als Leitziel wurde die Erhaltung und Stärkung des ländlichen Lebens- und Wirtschaftsraumes formuliert. Seit Ende des Vorjahres liegt nun auch eine Machbarkeitsstudie zur Realisierung der Entwicklungsprojekte vor (die NÖN berichtete).

„Die Entwicklungsfelder mit hohem Potenzial sollen nun weiter ausgearbeitet und in Pilotumgebungen umgesetzt werden.“ Eisenstraße-Obmann Andreas Hanger

Im Rahmen des LEADER-Projekts, das von der Eisenstraße NÖ gemäß ihrer lokalen Entwicklungsstrategie zur Förderung ausgewählt wurde, sollen nun drei Teilprojekte aus dem Interkommunalen Kooperationsplan der Kleinregionsgemeinden realisiert werden. Zum einen soll in Abstimmung mit der in Amstetten ansässigen net for future GmbH die Standortvermarktung aktiv betrieben werden, um neue Betriebe anzuziehen. Zum zweiten sollen Fachkräfte durch eine vernetzte und aktive Rekrutierung für die regionalen Betriebe gefunden werden. Als drittes soll eine „Innovatorenbühne“ ausgearbeitet und umgesetzt werden. Damit möchte man die „Hidden Champions“ der Region und ihre Innovationskraft vor den Vorhang holen.

Anleitung für Aufbau von Wirtschaftspark

Ziel des LEADER-Projekts ist es, eine klare Handlungsanleitung zum Aufbau eines professionell geleiteten Wirtschaftsstandorts Ybbstal-Eisenstraße festzulegen sowie die einzelnen Projektmaßnahmen festzulegen und sie einer ersten Umsetzung zuzuführen. Initiiert wurde der Prozess von Waidhofens Bürgermeister und Kleinregionssprecher Werner Krammer.

Für Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger ist der Wirtschaftsstandort Ybbstal-Eisenstraße ein „hervorragendes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit und Innovationskraft“. Die geplanten Maßnahmen würden für frische Dynamik bei der Entwicklung des Wirtschaftsstandortes sorgen, ist sich Danninger sicher. Die gesamte Region werde davon profitieren. „Gerade für strukturschwächere Regionen stellen gemeindeübergreifende Kooperationen eine erfolgversprechende Strategie dar, um Arbeitsplätze zu sichern und die regionale Wertschöpfung zu stärken“, sagt der Wirtschaftslandesrat.