Roma mussten weiter. Fahrende Völker / Roma und Sinti machten auf der Zell bei der Sportunion-Anlage halt. Beschwerden von Anrainern. Alpenland verwehrte Aufenthalt auf Grundstück.

Erstellt am 09. Juli 2013 (00:00)
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In der Nähe der Sportunion-Anlage auf der Zell schlug eine Gruppe Roma und Sinti für kurze Zeit ihr Lager auf. Steinbach
Von Andreas Kössl

WAIDHOFEN / In den Sommermonaten sind in vielen Teilen des Landes wieder verstärkt die „Fahrenden Völker“ unterwegs. Vergangene Woche machten sie auch in Waidhofen halt. So ließ sich am Donnerstag eine Gruppe von Roma und Sinti aus Frankreich mit ihren Wohnwagen auf einer Wiese in der Nähe der Sportunion-Anlage auf der Zell nieder – auf jenem Platz, wo kürzlich auch ein Zirkus seine Zelte aufgeschlagen hatte. Ziel der Reise: ein Roma-Treffen in Deutschland.

Das Grundstück auf der Zell ist im Besitz der Wohnbaugenossenschaft Alpenland. Diese wollte den fahrenden Völkern den Aufenthalt auf der Wiese jedoch nicht gewähren. Seitens der Alpenland werde keine Bewilligung erteilt, hieß es dort am Freitag gegenüber der NÖN. Schon letztes Jahr habe dort eine Gruppe von Roma verweilt und „eine Riesensauerei“ hinterlassen. Sogar ein kaputtes Auto sei zurückgelassen worden. Der Bauer, der die Wiese bewirtschaftet, habe diese nicht mehr nutzen können. Zudem hätten sich Bewohner der Alpenland-Wohnhausanlage gegenüber der Wiese bei der Hausverwaltung über die ungebetenen Gäste beschwert.

Die Polizei Waidhofen bestätigt, dass es zu Anzeigen wegen Lärmerregung gekommen sei. Vor allem die Stromaggregate der Roma und Sinti hätten eine Menge Lärm verursacht, wodurch sich Anrainer belästigt gefühlt hätten. Auch am Magistrat Waidhofen gingen Beschwerden ein. Meldungen, dass die Roma im Umkreis ihres Lagerplatzes betteln würden, machten die Runde.

Dass die fahrenden Völker bereits letztes Jahr ihre Zelte an dieser Stelle aufgeschlagen hätten, konnten aber weder Polizei noch Magistrat bestätigen.

Noch am Freitagvormittag wurden seitens der Alpenland die notwendigen Schritte eingeleitet, um die fahrenden Völker zum Verlassen der Wiese zu bewegen. Kurz darauf teilten die Beamten der Polizei Waidhofen den Roma und Sinti mit, dass sie bis Samstag Zeit hätten, den Platz zu räumen. Der Abzug erfolgte dann auch ohne Probleme. Bereits am Samstag Nachmittag war die Wiese wieder leer.