Wieder ein Gasthaus weniger in Waidhofen/Ybbs. Monika und Herbert Lewald lösen ihr Gasthaus auf. Ein typisches Stammwirtshaus geht damit verloren.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 30. Dezember 2020 (03:45)
Monika und Herbert Lewald waren mit Leib und Seele Wirtsleute, das schätzten die Gäste. Nicht zuletzt die Coronakrise hat das Wirtepaar dazu veranlasst, die Wirtshaustür für immer zuzusperren.
Lugmayr

Ab 20. Dezember hat der Ortsteil Zell wieder ein Gasthaus weniger. Mit dem Ybbssteg-Restaurant endet die Ära der Wirtsleute Monika und Herbert Lewald.

Über Jahrzehnte hinweg bewirtete das sympathische Paar Wanderer, Radfahrer, Erholungssuchende und Ausflügler. Stammgäste wie Gäste des Rehabilitationszentrums Buchenberg und viele Waidhofner schlugen von der Ybbsitzerstraße gerne den Weg über den sogenannten IFE-Steg ein, um sich an den Kochkünsten der Lewalds zu laben. Die Schnitzel waren legendär und für viele Gäste der Grund, das Lokal an bestimmten Tagen gezielt anzusteuern. Durch den humorvollen und zugleich stets sehr wertschätzenden Umgang der sympathischen Wirtsleute zählten Menschen aller Berufs- und Altersgruppe zu ihren Stammgästen.

Die herzliche Art der Lewalds machte Besucher aber nicht nur zu Stammgästen, sondern auch zu Freunden. Und was in einem Gasthaus alles andere als selbstverständlich ist: Stets willkommen waren Hunde jeder Größenordnung. Das Lokal war zugleich auch Gasthaus-Nahversorger des Ortsteils Weitmann-Siedlung. „Nach einigen Besuchen war ein Vorbeigehen gar nicht mehr möglich“, erinnert sich schmunzelnd ein Stammgast. „Für die vielen lustigen Stunden, für die nette Bewirtung, für die Herzlichkeit bedanken wir uns und wünschen euch alles Gute für den neuen Lebensabschnitt“, schwärmen Gäste auf Facebook.

Die Lewalds schließen die Wirtshaustür mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Es war schön all die Jahre hindurch und wir hätten viele Freunde nicht gewonnen, hätten wir das Wirtshaus nicht gehabt“, sagt Monika Lewald.

Die Schließung leichter gemacht hat dem Paar zuletzt die Situation während der Coronapandemie. Monika Lewald: „Das war nicht leicht, mehrere Lockdowns und die ewige Ungewissheit haben uns die Arbeit nicht leichter gemacht.“