"Romeo und Julia" feierte umjubelte Premiere. Die Waidhofner Volksbühne erntete mit der Komödie Romeo und Julia in der Version Michael Niavaranis Standing Ovations.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 10. Juli 2018 (09:14)

Am Samstag feierten die Waidhofner Schlosshofspiele Premiere. Im pittoresken Ambiente des historischen Rothschildschlosses ging die Komödie „Romeo und Julia – Ohne Tod kein Happy End“ in einer an Michael Niavaranis Stück angelehnten Version über die Bühne. Das auf zweieinhalb Stunden gekürzte Stück wurde von der Regisseurin Uschi Nocchieri, seit Kurzem Impresaria der Bunten Bühne Spillern und des Lenautheaters Stockerau, für die Laienbühne adaptiert.

Der Inhalt ist rasch auf den Punkt gebracht: Die Sprosse der verfeindeten Familien Montague und Capulet Romeo und Julia überleben den im Shakespeare-Original vorgesehenen dramatischen Doppeltod, stürzen sich ins paradiesische Eheleben und finden sich 30 Jahre später vor den Scherben ihrer Beziehung: Untreue, Misstrauen und Intrige sind die bittere Würze einer kraftlos gewordenen Vernunftehe, die sich an Konvention und Alltag mehr orientiert als an den einst sinnlich gehauchten Liebesschwüren.

Das 16-köpfige Ensemble meistert die Aufgabe, unterhaltsames Schauspiel auf die Bühne zu bringen, und erlaubt sich deftig-frivole Blitzlichter. Denn geküsst wird viel, oft und ausgiebig, der Schlosshof bietet eine ideale mediterrane Kulisse samt Balkon. Julia gibt es in zwei Versionen: jugendlich überzeugend dargestellt von Debütantin Pamina Adamer und als 30 Jahre ältere Ehefrau, routiniert verkörpert von Susanne Leonhartsberger. Den jungen Romeo gibt Max Bernreitner, den alten Wolfgang Kettner, dessen Sohn Romeo jun. Christoph Marcik. Das Ensemble überzeugt mit schauspielerischem Können, das Stück selber mag Geschmacksache sein. Ein Schmankerl für Musikliebhaber ist der Gesang von Karin Komatz. Wer sich die Komödie kulinarisch aufwerten möchte, ist mit dem Gourmet&Logenticket auf der sicheren Seite.