Seltene Erscheinung. In der Nacht vom 30. 4. auf den 1. 5. war in Teilen des Ybbstals ein „22-Grad-Mond-Halo“ zu sehen. Kein Grund zur Besorgnis.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 18. Mai 2015 (15:36)
NOEN, Leo Lugmayr
Ein Mond-Halo ist selten. In der Nacht von 30. April auf 1. Mai war dieses Phänomen im Ybbstal mehrere Stunden lang zu sehen.

Just in der Walpurgisnacht, vom 30. April auf den 1. Mai, war in der Region ein sonderbares Phänomen zu beobachten: Rund um den fast vollen Mond war ein hell erleuchteter Kreis zu sehen, der etwa ein Viertel des Himmels ausmachte. „Ein 22-Grad-Mond-Halo“, sagt der Ybbsitzer Astronom Richard Neuteufel. Eine natürliche, aber recht seltene Erscheinung. Der Grund für das Phänomen, das bereits in der griechischen Antike beschrieben wird, liegt in der Bildung regelmäßiger Eiskristalle im oberen Teil der Troposphäre.

„An sich hängt das Auftreten des Halos mit dem Vorhandensein von besonders geformten Eiskristallen zusammen“, sagt Neuteufel. Solch hexagonale Kristalle kommen zum Beispiel in Cirrus- oder Cirrostratuswolken (Schleierwolken) vor. Sie entstehen, wenn warme Luftmassen langsam aufsteigen und die darin enthaltene Luftfeuchtigkeit in Höhen zwischen fünf und zehn Kilometern möglichst regelmäßig kondensiert. Halos können sich aber im Winter auch in Polarschnee („diamond dust“), Eisnebel oder Nebel von Schneekanonen bilden.

Kein Grund zur Besorgnis

Ereignen sich Halos während des Tages, können sie als Sonnenringe oder Nebensonnen zu sehen sein. Grund zur Besorgnis besteht keine.

Neuteufel: „Ein optisches Phänomen, das selten sehr prägnant und öfter so schwach auftritt, dass es gar nicht bemerkt wird.“ Vorhersagen kann man Halos nicht.
 


IM GESPRÄCH

Richard Neuteufel, er studierte an der Universität Wien Astronomie, zum Thema „22 Grad Mond Halo“

NÖN: Wann treten Halos auf?
Richard Neuteufel: Wenn sich in fünf bis zehn Kilometern Höhe besonders geformten hexagonale Eiskristalle ausbilden. Das passiert, wenn warme Luftmassen langsam aufsteigen und die darin enthaltene Luftfeuchtigkeit kondensiert.

Hängt das von der Jahreszeit ab?
Neuteufel: Im Winter gibt es bei uns mehr Cirruswolken und daher wird auch das Phänomen häufiger zu beobachten sein.

Behindert oder begünstig Luftverschmutzung die Bildung von 22 Grad Halos?
Neuteufel: Da die Kondensation der Luftfeuchtigkeit an Kondensationskeimen (Staub, Aerosole, etc.) stattfindet, nimmt die Häufigkeit solcher Phänomene mit zunehmender Luftverschmutzung eigentlich zu.