Die sozial engagierte Mandatarin aus Waidhofen/Ybbs. Plaudernetz, Kindergemeinderat, Einkaufsdienst – Silvia Hraby setzt sich für ihre Mitmenschen ein.

Von Ulrich Musa-Rois. Erstellt am 27. Februar 2021 (05:53)
Für ihr soziales Engagement erhielt Silvia Hraby den [a:bua]-Preis der Stadt Waidhofen in der Kategorie Soziales.
BMI/Gerd Pachauer

Für ihr soziales Engagement wurde die Waidhofnerin Silvia Hraby Ende des Vorjahres mit dem [a:bua]-Preis der Stadt ausgezeichnet. Die 28-jährige WVP-Gemeinderätin wuchs in Waidhofen auf und besuchte hier die Volksschule und das Gymnasium.

Obwohl das Studium der Politikwissenschaften sie für einige Jahre nach Wien führte, brach die Verbindung zu ihrer Heimatstadt nie ab, da sie die Wochenenden, wenn möglich, immer hier verbrachte. Seit ihrem Studienabschluss 2018 lebt Silvia Hraby nun auch wieder fix in Waidhofen.

Ein gewisses Interesse für Politik wurde ihr sozusagen bereits in die Wiege gelegt, da auch ihr Vater, der ehemalige Wirtschaftsstadtrat Kurt Hraby, im Waidhofner Gemeinderat tätig war.

„Ich habe die politische Arbeit meines Vaters immer spannend gefunden, bis ich mir eines Tages dachte, wir könnten in Waidhofen ja die JVP wieder aufbauen“, erzählt Silvia Hraby. „Ich habe mir dann ein Team gesucht, weil ich es einfach echt spannend fand, dass man da etwas machen, Ideen einbringen und Projekte für junge Leute umsetzen kann.“

„Ich habe die politische Arbeit meines Vaters immer spannend gefunden, bis ich mir eines Tages dachte, wir könnten in Waidhofen ja die JVP wieder aufbauen.“ Silvia Hraby

Auch ihre berufliche Laufbahn konnte Silvia Hraby mit ihrem politischen Interesse verbinden: Nach einer Anstellung im Landesbüro der JVP Niederösterreich in St. Pölten arbeitete sie einige Jahre im Innenministerium und ist nun im Landesbüro des NÖAAB in St. Pölten beschäftigt. Sie übernahm auch die Leitung der JVP Amstetten und ist nun seit 2017 als Jugendgemeinderätin der Waidhofner Volkspartei in Waidhofen tätig.

Neben Jugendthemen sind ihr vor allem soziale Angelegenheiten ein großes Anliegen. Anderen Menschen zu helfen, war für Hraby immer schon ein wichtiges Thema und so arbeitete sie zum Beispiel während ihrer Schulzeit bereits regelmäßig als Volontärin im Waidhofner Weltladen.

Als im Frühjahr 2020 die Covid-Pandemie Österreich erreichte und der erste Lockdown begann, hatte sie die Idee, ein Netzwerk aus Freiwilligen aufzubauen, das Personen aus den Risikogruppen bei Tätigkeiten, wie zum Beispiel der Erledigung ihrer Einkäufe, unterstützen sollte.

Ein weiteres Projekt, das im letzten Jahr umgesetzt werden konnte, war das Eingangsmanagement in Pflegeheimen. Hier konnten viele Freiwillige, vor allem aus Jugendorganisationen, gewonnen werden, um bei den Covid-Präventionsmaßnahmen im Eingangsbereich von Pflegeheimen zu helfen. Darunter fällt zum Beispiel Fieber messen und die Registrierung der Besucher sowie diese auf das korrekte Tragen von FFP2-Masken hinzuweisen. Zudem engagiert sich Silvia Hraby derzeit auch persönlich für die Planung und Durchführung der administrativen Aufgaben bezüglich der Covid-Testungen.

Zuletzt arbeitete sie an der Umsetzung eines „Plaudernetzes“ für Waidhofen. Inspiriert von ähnlichen Projekten in anderen Gemeinden, wurde hier für Menschen, die von den Lockdowns besonders stark betroffen und isoliert sind, die Möglichkeit geschaffen, unkompliziert lokale Gesprächspartner zu finden.

Das Plaudernetz hat den Betrieb aufgenommen: Birgit Fabian (Referat Familie, Jugend und Soziales), Bürgermeister Werner Krammer, Vizebürgermeister Armin Bahr und Gemeinderätin Silvia Hraby.
Magistrat/Michels

„Die Idee kam uns nach der letzten Lockdown-Verlängerung, weil es da irgendwie klar geworden ist, dass niemand genau weiß, wie lang wir uns im Lockdown befinden werden“, erzählt Hraby. „Natürlich haben wir alle große Hoffnungen, aber jetzt ist es schon wirklich lange, dass die Leute daheim sitzen, teilweise auch völlig alleine, wenn sie keine Familie oder soziale Kontakte haben. Das Plaudernetz ist natürlich keine neue Idee und so etwas Ähnliches wird auch von der Caritas österreichweit betrieben, aber ich habe mir gedacht, vielleicht ist das ein gutes zusätzliches Angebot für Waidhofen, weil man dann auch ganz andere Gesprächsthemen hat und sich vielleicht sogar kennt.“

Interessierte können das Plaudernetz unter der Sozialhotline der Stadt Waidhofen ( 07442/511240) nutzen. Derzeit kann zwar nicht garantiert werden, dass man direkt zu einem Gesprächspartner oder einer Gesprächspartnerin weiterverbunden wird, es wird aber verlässlich ein Rückruf im Laufe des Tages garantiert.

Ein weiteres Projekt, das Silvia Hraby besonders am Herzen liegt, ist der Kindergemeinderat: „Die Idee war, dass wir Kindern ein Sprachrohr geben wollten. Kinder haben oft wirklich gute Ideen, aber kommen selten dazu, dass sie diese mitteilen. Oft wird von Erwachsenen etwas geplant, ohne die Kinder nach ihrer Meinung zu fragen.“

Im Rahmen dieser Aktion konnten einige Schulklassen bereits im vergangenen Herbst Einblicke in die Arbeit des Gemeinderates gewinnen. Die ursprüngliche Idee dahinter – dass sich Kinder im Anschluss daran freiwillig als Mitwirkende in einem Kindergemeinderat melden können, der regelmäßig tagen und auch Projekte realisieren soll – musste aufgrund des neuerlichen Anstiegs der Infektionszahlen jedoch auf praktischer Ebene vorerst noch verschoben werden. Hier soll nun aber im Sommersemester 2021 mit einigen online durchführbaren Projekten gestartet werden.

Welche weiteren Aufgaben in Zukunft auf Silvia Hraby zukommen werden, lässt sich im Moment noch schwer sagen – jedenfalls macht ihr die Arbeit in der Stadtpolitik nach wie vor große Freude und sie hofft, weiterhin Positives bewegen zu können: „Im Gemeinderat war es mir auch immer wichtig, Ideen einzubringen und so etwas wie das Sprachrohr der jungen Leute zu sein. Deshalb ist es so wichtig, dass der Gemeinderat möglichst vielfältig aufgestellt ist, damit aus jeder Gruppe Leute beteiligt sind, die eben auch sagen können, wie es in ihrer Realität so zugeht.“