Schulterschluss für Forsteralm. Nach Rückzug der Familie Forster vom Liftbetrieb wollen Gemeinden Liftanlagen übernehmen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 14. September 2016 (05:52)
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Traumhaftes Skiwetter herrschte am Samstag auf der Forsteralm. Die beschneiten Pisten waren in bestem Zustand. 

Die vergangene Skisaison auf der Forsteralm war alles andere als zufriedenstellend. Durch den milden Winter waren die Lifte selten in Betrieb, was sich natürlich auch auf die Besucherzahlen auswirkte. Gerüchte, dass das Skigebiet nach der Saison 2015/16 dicht machen werde, machten schon während der Saison die Runde. Im Februar dieses Jahres dementierte man seitens des Liftbetreibers, der Forsteralm Skilifte GmbH, auf Nachfrage der NÖN diese Gerüchte aber noch. Da sei nichts dran, der Fortbestand der Forsteralm sei weiter gesichert, sagte Prokurist Andreas Forster.

Entscheidung zu Rückzug im Frühjahr

Mittlerweile sehen die Dinge aber anders aus. Im Frühjahr hat sich der Liftbetreiber, bedingt wohl auch durch den Gesundheitszustand von Geschäftsführer Franz Forster, dessen Herzensprojekt das Skigebiet stets war, dazu entschlossen, einen Schlussstrich auf der Forsteralm zu ziehen. Die Verträge mit den Grundbesitzern wurden gekündigt. Ein Rückbau der Lift-Anlage stand im Raum.

Nun zeichnet sich jedoch eine Lösung ab, die den Fortbestand des beliebten Familienskigebiets gewährleisten soll. Es werde derzeit an einem länderübergreifenden Schulterschluss gearbeitet, heißt es in einer Aussendung der Eisenstraße NÖ. Intensive Gespräche mit den Ländern Oberösterreich und Niederösterreich, den Umlandgemeinden im Ennstal und Ybbstal, den Grundstückseigentümern und der Familie Forster über die Zukunft der Forsteralm seien im Gange und würden nun in die finale Phase gehen.

Hauptakteure dieser Gespräche sind die beiden ÖVP-Nationalratsabgeordneten Andreas Hanger aus Ybbsitz und Johann Singer, Bürgermeister Gemeinde Schiedlberg im Bezirk Steyr, sowie die Standortbürgermeister Werner Krammer (Waidhofen) und Günther Kellnreitner (Gaflenz). Es gebe bereits potenzielle Betreiber, die sehr engagiert seien, werden die vier Verhandler in der Aussendung zitiert.

Lösung (noch) nicht in Sicht

Eine Lösung gebe es derzeit aber noch nicht, stellt Nationalratsabgeordneter Hanger auf Nachfrage der NÖN klar. „Ich bemerke aber von allen Seiten großen Willen, die Forsteralm als wichtiges Familienskigebiet zu erhalten.“

Läuft alles wie erhofft, so soll schon nächste Woche der Fortbestand fixiert werden. Angedacht ist, dass die Gemeinden des Ybbs- und des Ennstales gemeinsam die Infrastruktur des Skigebiets übernehmen und diese dann an einen neuen Betreiber verpachten. „Diese bundesländerübergreifende Zusammenarbeit auf Gemeindeebene könnte der Auftakt für eine noch stärkere Zusammenarbeit zwischen Ybbstal und Ennstal sein“, sagt Hanger und umreißt das Konzept, das aus drei Phasen besteht (siehe Infobox).

„Unser Ziel ist die langfristige Zukunftssicherung des Skigebiets“, sagt Hanger. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir bald eine positive Lösung gemeinsam mit allen Projektpartnern vorstellen können.“

Das Skigebiet Forsteralm sei für die Lebensqualität in Waidhofen enorm wichtig, sagt Bürgermeister Werner Krammer. Deshalb bringe man sich hier in die Verhandlungen ein.

„Seit Monaten arbeite ich nun schon Tag und Nacht an diesem Thema“, sagt der Gaflenzer Bürgermeister Günther Kellnreitner. „Die Gespräche sind schon sehr weit fortgeschritten, einige Unterschriften fehlen aber noch. Ich bin jedoch sehr zuversichtlich, dass die Gespräche in den nächsten Tagen erfolgreich abgeschlossen werden können und der Fortbestand der Fors-
teralm gesichert ist.“

Forster-Seniorchef und Forsteralm-Geschäftsführer Franz Forster streut Kellnreitner Rosen. „Franz Forster ist die Forsteralm. Ihm verdanken wir alles. “

Seitens der Forsteralm Skilift GmbH wollte man sich zur aktuellen Entwicklung nicht äußern. „Kein Kommentar“, so Prokurist Andreas Forster.

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