Badesaison bisher eher verhalten. Weniger Corona als vielmehr das schlechte Wetter macht den Bädern im Ybbstal derzeit zu schaffen.

Von Julia Zacher. Erstellt am 05. August 2020 (04:11)
Die Waidhofner Bademeister Arnold Wagner und Elfi Rechberger (v.l.) berichten von einer verhaltenen Badesaison 2020. Sie hoffen, dass sich 2021 wieder der Normalzustand einstellt.
Lugmayr

Ein verspäteter Beginn – die Freibäder durften frühestens am 29. Mai öffnen – und bisher im besten Fall durchwachsenes Wetter: Als ideale Freibad-Saison wird der heurige Sommer wohl nicht in die Geschichte eingehen.

Das zeigt sich auch an den Besucherzahlen des Waidhofner Parkbads, wie Bademeister Arnold Wagner berichtet. „Im Juni hatten wir mit 6.000 Besuchern nur ein Drittel der Badegäste des Vorjahres, da waren es fast 18.000.“ Das sei hauptsächlich auf die schlechte Wetterlage zurückzuführen. Erst im vergangenen Monat stiegen die Zahlen wieder: „Der Juli war mit 11.500 Besuchern gleich dem Juli 2019.“ 

Auffallend sei, dass heuer mehr Badegäste auch von außerhalb nach Waidhofen kommen. „Wie haben mehr Leute aus dem europäischen Raum, aus Deutschland, Ungarn und Kroatien, aber auch viele Tagesausflügler aus Österreich.“ Die Stammbadegäste ließen sich weniger blicken als in anderen Jahren, so Wagner. Er vermutet, dass viele Waidhofner in der Ybbs Abkühlung suchen oder ihrerseits „Kurztrips“ in die Bäder der umliegenden Gemeinden oder innerhalb von Österreich machen. „Und bei vielen wird doch die Angst vor Corona dahinterstecken.“

„Im Juni hatten wir mit 6.000 Besuchern nur ein Drittel der Badegäste des Vorjahres, da waren es fast 18.000.“Bademeister Arnold Wagner

Um die Gefahr zu minimieren, wurden rigorose Vorkehrungen getroffen, erklärt Wagner. „Wir haben überall Abstandsmarkierungen und Desinfektionsmittelspender, ich mache regelmäßige Durchsagen, auf den Sprungtürmen ist nur eine begrenzte Anzahl Personen erlaubt.“ Auf der Liegewiese und beim Schwimmen funktioniere die Einhaltung der Abstandsregeln meist gut, sagt Wagner. „Bei Rutsche und Sprungtürmen halten sich oft die Jüngeren weniger daran und stehen zu nahe beisammen, da muss man die Einhaltung der Regeln stärker einfordern.“ Das Sperren von Attraktionen oder Badverweise seien aber bisher noch nicht nötig gewesen. Er appelliert, an den Eigenschutz zu denken und den gegebenen Abstand einzuhalten.

„Langsam kommt es wieder in Schwung“, sagt Herbert Mairhofer, der im Waidhofner Parkbad das Buffet betreibt. Das Abstandhalten beim Essenkaufen funktioniert im Großen und Ganzen gut: „Die Leute warten, Drängerei gibt es nicht. Bei Kindern ist es natürlich immer etwas schwieriger, da werden die Abstandsregeln nicht immer eingehalten.“

Viele der Stammgäste, sagt er, lassen sich auch in diesem Jahr nicht vom Besuch im Freibad abhalten. „Die Leute, die heuer trotzdem ins Bad kommen, gönnen sich dann meist auch etwas zu essen oder zu trinken.“ Das größere Problem sei dieses Jahr eigentlich ein anderes: „Wir leiden weniger an Corona als an der Witterung“, so Mairhofer. „Die schönen Wochenenden sind heuer bislang leider recht dünn gesät.“

Auf einen starken Juli kann das Freibad Ybbsitz zurückblicken: „Wir hatten bisher eigentlich eine bessere Saison als im Vorjahr“, freut sich Bürgermeister Gerhard Lueger – und das, obwohl erst ab Mitte Juni geöffnet war. „Im Juli hatten wir sogar mehr Besucher als letztes Jahr. Ich vermute, das liegt daran, dass die Leute heuer mehr in der Region bleiben, weniger in den Süden fahren.“ Abstandsregeln seien natürlich einzuhalten. „Da wir eine relativ große Liegefläche haben, können wir die Vorgaben gut erfüllen.“ Als eher „durchwachsen“ bezeichnet Bürgermeister Thomas Raidl die Saison im Böhlerwerker Freibad. „Das war aber eher wetterbedingt – an den wenigen heißen Tagen waren die Besucherzahlen sehr zufriedenstellend“, berichtet er. Dennoch werde die heurige Saison wohl unter dem Schnitt bleiben. „Wir hoffen aber auf einen starken August.“ Die coronabedingten Maßnahmen würden gut eingehalten: „Aufgrund der großen Liegefläche können wir bis zu 450 Besucher aufnehmen, und die Leute sind sehr diszipliniert.“

„Die Saison im Strandbad war bisher sehr schwierig“, berichtet Christian Schneckenleithner vom Freizeitverein Hollenstein. „Coronabedingt war im Mai und Juni fast gar nichts los, und auch der Juli hat schleppend begonnen.“ Erst in den letzten, heißen Julitagen habe Normalbetrieb geherrscht, an die Kapazitätsgrenze sei man aber noch nicht gestoßen. Neben Abstandsmarkierungen habe man zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen getroffen: „Beim Buffet gibt es eine ,Einbahn‘, das funktioniert gut und die Leute sind sehr geduldig. Die aufgestellten Desinfektionsmittelspender werden aber eher weniger genutzt.“

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