Faire Wochen mit buntem Programm. Wochen im Zeichen des fairen Handels wurden mit Ausstellung und Vortrag eröffnet.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 20. April 2019 (04:50)
Lisa Hofbauer
Eröffneten die Fairen Wochen in Sonntagberg: Elisabeth Pova, Magdalena Wagner, Referentin Andrea Reitinger, Maria Wagner, Anna Hochpöchler, Philipp Mostböck, Adi Reichartzeder und Umweltgemeinderat Josef Rumpl (v.l.). Im Hintergrund: die Plakate der Südwind-Ausstellung.

Bereits seit mehreren Jahren gibt es niederösterreichweit die „Fairen Wochen“, heuer ist auch die Gemeinde Sonntagberg ein Teil dieser. Der Fairtrade-Arbeitskreis organisierte dazu zum einen die „Südwind-Ausstellung“ in der Gemeinde, zum anderen auch eine Reihe von Aktivitäten, die auf die Wichtigkeit des fairen Handels hinweisen sollen.

Im Rahmen der „Südwind-Ausstellung“ werden von 12. bis 23. April an verschiedenen Orten in der Gemeinde Infoplakate aufgestellt. „Diese zehn Plakate zeigen einerseits Problemfelder auf, weisen aber andererseits auch darauf hin, was man persönlich dagegen machen kann“, sagt Adi Reichartzeder vom Fairtrade-Arbeitskreis. „Denn wir alle können einen Beitrag leisten, um unsere Welt humaner zu gestalten.“

Das Credo, dass wir unsere Welt selbst gestalten und somit handlungsfähig bleiben können, drückt sich auch im Titel der Ausstellung – „Globalisierung gestalten“ – aus. „Die ganze Welt ist vernetzt“, sagt Bürgermeister Thomas Raidl. „Das ist per se nichts Schlechtes, aber viel zu häufig kommt es zu Ausbeutung und Unterdrückung. Da liegt es unter anderem an uns, etwas daran zu ändern.“

Einen ersten Schritt in eine humanere Zukunft hat die Gemeinde Sonntagberg gemacht, als sie im Jahr 2016 zur „Fairtrade-Gemeinde“ wurde. Konkret bedeutet das, dass in vielen Geschäften fair gehandelte Produkte angeboten werden und der faire Handel auch wiederholt in Schulen zum Thema wird. Am Gemeindeamt, in gemeindeeigenen Betrieben und in mehreren Vereinen trinkt man nur noch fair gehandelten Kaffee.

Auf Alternativen aufmerksam machen

Der Fairtrade-Arbeitskreis zählt mittlerweile neun Mitglieder, Obmann ist Umweltgemeinderat Josef Rumpl. „Wesentliches Anliegen des Fairtrade-Arbeitskreises ist die Bewusstseinsbildung“, sagt Elisabeth Pova, selbst Mitglied des Arbeitskreises. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es auch fair hergestellte Alternativen gibt.“ Dem Arbeitskreis gehe es aber nicht nur um die Bewerbung fair gehandelter Waren, sondern auch um die Stärkung regionaler Produkte. „Unsere vier Leitgedanken sind regional, saisonal, biologisch und fair“, sagt Maria Wagner.

Den Auftakt zu den Fairen Wochen bot Andrea Reitinger von der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) Fairer Handel, die in ihrem Vortrag Einblicke bot, wie und wo Fairtrade wirkt. Sie brachte ein paar Beispiele aus der „großen Welt des fairen Handels“ und stellte auch ein Plädoyer an die Anwesenden: „Die Welt darf nicht so bleiben, wie sie ist, damit sie bleibt“, sagte Reitinger. „Es braucht das Engagement der Konsumenten, der Unternehmer und der Gesellschaft, aber auch gute politische Leitplanken, die gerechtes Handeln selbstverständlicher machen. Ein sorgsamer Umgang mit der Natur und mit Menschenrechten darf keine freiwillige Angelegenheit sein.“