20 Mio. Euro für Hochwasserschutz investiert. Maßnahmen an Kleiner Ybbs und am Prollingbach für Hochwasserschutz.

Von Leo Lugmayr. Erstellt am 13. November 2019 (02:45)
Lineare Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich Schwemmau: Vizebürgermeister Anton Teufl, Landeshauptfrau-Stv. Stephan Pernkopf, Bürgermeister Gerhard Lueger und Norbert Knopf, Leiter der Abteilung Wasserbau beim Amt der NÖ Landesregierung (v.l.), direkt im Flussbett.   
Leo Lugmayr

Gleich zwei Projekte zum Hochwasserschutz standen am Montag in Ybbsitz im Fokus der Öffentlichkeit. Einerseits stattete Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf der Fluss-Baustelle Schwemmau im Ortsgebiet von Ybbsitz einen Besuch ab, um sich von den Fortschritten der Flussbettaufweitung zu überzeugen.

Entlang der Fluss-Strecke zwischen Schwemmau und Freibad werden seit einem halben Jahr lineare Maßnahmen zum Hochwasserschutz umgesetzt. „Ein wichtiger Schritt, um unser Ortszentrum stärker vor Hochwässern, wie sie uns in der Vergangenheit häufig heimsuchten, zu schützen“, sagt Bürgermeister Gerhard Lueger. Bund, Land Niederösterreich und Gemeinde nehmen dafür 900.000 Euro in die Hand.

Norbert Knopf, Landtagsabgeordneter Anton Kasser, Bürgermeister Gerhard Lueger und Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf stießen die Spaten in den Prollinger Boden.
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Im Vergleich dazu ein wahres Riesenprojekt wurde am Montag mit dem Spatenstich beim Gehöft Groß-Moos angegangen. Wo Pernkopf, Lueger und die Politprominenz des Bezirks den Spaten in den Boden stachen, soll ein Rückhaltebecken etwaige Hochwässer des Prollingbaches nach Starkregenereignissen zurückhalten.

Mit einem Investitionsaufwand von 19.690.000 Euro entsteht ein Retensionsbecken und talwärts vorgelagert eine Geschiebefiltersperre. Sieben Jahren Bauzeit hat man seitens der Wildbach- und Lawinenverbauung des Landes budgetiert, um Erdmassen zu Dämmen aufzuschütten, die Durchzugsstraße zu verlegen und die Starkstromleitungsmasten anzuheben. „Begonnen wird noch in diesem Jahr auf Höhe des Einödhammers mit dem Bau des Geschieberückhaltebeckens“, sagt Lueger. „Wir sehen in der Maßnahme einen bedeutenden Beitrag, um den ländlichen Raum auch für kommende Generationen attraktiv und sicher zu halten“, sagte Pernkopf beim Spatenstich.

Lueger: Grundbesitzer machen Projekt möglich

„Dieses große Projekt wäre nicht möglich, wären wir nicht bei den Grundbesitzern auf so großes Verständnis gestoßen“, sagt Lueger. Das Rückhaltebecken soll nicht weniger als 400.000 Kubikmeter Wasser fassen können. „Im Ortsgebiet wird der Prollingbach in Abstimmung mit der Gewässerökologie, der bestehenden Wasserkraftnutzung und dem immateriellen UNESCO-Welterbe Schmieden in Ybbsitz ausgebaut“, heißt es auf der Baustellentafel der Wildbach- und Lawinenverbauung des Landes NÖ, die beim Hof Groß-Moos der Familie Theuretzbacher bereits vorsorglich angebracht ist.

Doch auch mit diesen beiden Maßnahmen allein ist der Ortskern von Ybbsitz noch nicht hochwassersicher. In einem nächsten Schritt soll ein Rückhaltebecken in Schwarzois in Angriff genommen werden.

„Dabei stecken wir noch tief in der Planungsphase“, sagt Lueger. „Obwohl zuletzt in Ybbsitz häufig Wasserknappheit zu beklagen war, soll das nicht darüber hinwegtäuschen, dass Starkregenereignisse häufiger werden“, betont Pernkopf.