Lukas Bair: Nach Paragleiter-Unfall zurück zum Leben. Der Waidhofner Lukas Bair sitzt seit einem Paragleiter-Unfall im Rollstuhl. Vor Kurzem startete er eine Spendenaktion, um sich den Einstieg in den Alltag zu finanzieren.

Von Laura Aigner. Erstellt am 31. Juli 2019 (04:54)
Ernst Bair
Unter www.gofundme.com/querschnittslahmung-zuruck-zum-leben kann für Lukas Bair gespendet werden.

Vor fünf Monaten stürzte der 19-jährige Waidhofner Lukas Bair mit seinem Paragleitschirm in Ternberg ab. Bei dem Versuch, in einer Abwärtsspirale zu landen, verlor er die Kontrolle über seinen Schirm und stürzte mit hoher Geschwindigkeit frontal in den Hang. Dabei verletzte er sich den 4. Lendenwirbel. Trotz rascher Versorgung und einiger Operationen konnte der angerichtete Schaden in der Wirbelsäule nur teilweise behoben werden.

Leben innerhalb von Sekunden verändert

Die Verletzung verursachte eine inkomplette Querschnittslähmung, durch die Lukas jetzt gezwungen ist, den Großteil seines Alltags im Rollstuhl zu verbringen. Sein Leben hat sich innerhalb von Sekunden verändert. Skateboarden, Longboarden und Ski fahren zählten neben dem Paragleiten zu den großen Leidenschaften des ehemaligen TZW-Schülers. Nach der erfolgreich bestandenen Matura im Jänner 2019 plante er, den Zivildienst beim Roten Kreuz anzutreten und anschließend in Wien zu studieren.

Durch den Unfall war der mittlerweile 20-Jährige gezwungen, zwei Monate im AKH in Linz zu verbringen, lange Zeit konnte er das Bett nicht verlassen. Erst langsam und durch hartes Trainieren könnte er sein Bett verlassen und einen Rollstuhl verwenden, um so ein Stück Mobilität wiederzugewinnen. Mit Mai konnte er schließlich das Krankenhaus verlassen und einen Reha-Aufenthalt im Therapiezentrum Bad Häring in Tirol starten, das speziell auf Menschen im Rollstuhl ausgerichtet ist.

Dort verbringt er momentan seine Zeit damit, durch Physiotherapien Muskeln wiederaufzubauen und seinen Körper zu stärken. Mittlerweile kann er seine Beine wieder bedingt bewegen, spürt diese aber durch die Wirbelverletzung nach wie vor nur teilweise. Somit ist er weiterhin auf einen Rollstuhl und Krücken angewiesen.

Spendensammlung über Online-Plattform

Im August kehrt Lukas wieder zurück in das Alltagsleben nach Waidhofen. Obwohl er sich freut, wieder zu Hause zu sein, hängt über dem Umzug ein Schatten. Denn der Weg in ein selbstständiges Leben bedeutet, dass zahlreiche Investitionen getätigt werden müssen. Zum einen müssen Umbauarbeiten in der Wohnung sowie am Auto gemacht werden, um Barrierefreiheit zu schaffen. Zum anderen fallen alleine durch einen Sportrollstuhl Kosten an, die sich in einem Bereich von 5.500 Euro und aufwärts bewegen.

Um seinen gesundheitlichen Zustand so weit wie möglich zu verbessern, möchte er auch nach der Reha weiterhin Therapieeinheiten beziehen, denn eine konkrete Zukunftsdiagnose können ihm die Ärzte nicht geben. Die Krankenkassa deckt die aufkommenden Kosten nur minimal, das meiste muss sich Lukas selbst finanzieren.

Damit der Einstieg in den Alltag finanziell überhaupt möglich ist, er auch in Zukunft Therapie- und Trainingseinheiten machen kann und trotz Handicaps auf so wenig wie möglich verzichten muss, startete er jetzt eine Spendenaktion. Über die Plattform gofundme.com mit dem Suchbegriff Lukas Bair kann jeder, der möchte, einen beliebigen Beitrag für ihn spenden.

Von seinen Zukunftsplänen lässt sich der junge Waidhofner trotz allem nicht abhalten, im Oktober möchte Lukas nach wie vor das Studium in Wien starten. Zurzeit ist er mit zwei weiteren Freunden auf der Suche nach einer geeigneten Wohnung.