Hollenstein verabschiedet „großen Helfer“ Herbert Mandl. Der plötzliche Tod des Bergbauern Herbert Mandl schockt ganz Hollenstein. Spendenaktion: Der 41-jährige Landwirt hinterlässt eine große Familie.

Von Markus Huebmer. Erstellt am 26. Februar 2020 (05:12)
Landwirt Herbert Mandl verstarb nach einem schweren Forstunfall am Montag der Vorwoche. Er hinterlässt eine Frau und vier Kinder.
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Am Montag der Vorwoche riss der Tod Herbert Mandls ein großes Loch in das Dorfleben von Hollenstein. Der Familienvater (41) wurde nach einem schweren Forstunfall in der Nähe seines Bauernhofes mitten aus dem Leben gerissen. Er hinterlässt Frau und vier Kinder.

Die Verletzungen, die der Landwirt durch den Schlag eines nach dem Sturm „Sabine“ bereits zum Abtransport bestimmten Baumstammes Montagmittag davontrug, waren tödlich. Am selben Tag verstarb der Hollensteiner im Landesklinikum Amstetten. Der Blutverlust war zu hoch, die Verletzungen zu umfangreich. Am vergangenen Freitag begleiteten Familie und Freunde den Verstorbenen zu seiner letzten Ruhestätte am Friedhof Hollenstein. Die Anteilnahme aus der Bevölkerung war nicht enden wollend.

Herbert Mandl, den viele bereits aus der Zeit der Landjugend kannten, engagierte sich  seit seiner Jugend im Dorf. Aufgewachsen in einer bäuerlichen Großfamilie, kannte er seit Jugendtagen den Wert des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Vielen war der Hollensteiner für seine Hilfsbereitschaft bekannt. Nicht ohne Grund wurde er im Rahmen des Requiems am Freitag als „großer Helfer“ bezeichnet. „Er war stets zur Stelle, wenn jemand seine Hilfe benötigte“, wissen viele in der Ybbstalgemeinde. Mit großer Dankbarkeit erinnern sich in Trauer seine Freunde und Wegbegleiter an Mandls große und unermüdliche Hilfsbereitschaft. „Ein ehrliches  Dankeschön war für ihn der größte Lohn“, sagte ein Familienmitglied.

Bei Feuerwehr und Brandhilfe aktiv 

Seit dem 1. August 1999 war Herbert Mandl aktives Feuerwehrmitglied. Und im Jahr 2016 übernahm er das Amt des Ballobmanns beim jährlichen Feuerwehrkränzchen. Zuletzt wurde er mit der Freiwilligen Feuerwehr Hollenstein Landesmeister im Mannschaftsbewerb. Auch in der Brandhilfe war er aktiv: Seit dem Jahr 2013 war Herbert Mandl Obmann des Brandhilfevereins Hollenstein.

Über die Landwirtschaft hinaus war der Bergbauer selbst im Winter, wenn sich die Natur zur Ruhe legt, für Flora und Fauna im Einsatz.  Das Hegen und Pflegen des Wildes sowie die Raubwildjagd waren ihm sehr wichtig. Für seine Leistungen für die Jagd, insbesondere im Bereich des Raubwildes, wäre ihm bald die Raubwildnadel verliehen worden. „Er liebte es, im Wald zu sein, und schöpfte viel Kraft aus der Natur, die Forstwirtschaft war seine Leidenschaft“, erzählt Bruder Josef Mandl.

Herbert Mandl war auch begnadeter Musiker und Sänger. Sein musisches Talent, das er mit Gattin Maria auch bei ihren Kindern zu fördern begann, stellte er immer wieder bei Veranstaltungen, wie etwa dem Hollensteiner Advent, unter Beweis. Mit der ganzen Großfamilie war Mandl als die Gugerluger bei Events dabei.

„Herbert liebte es, im Wald zu sein, und schöpfte viel Kraft aus der Natur. Die Forstwirtschaft war seine Leidenschaft.“Bruder Josef Mandl

Über diese vielen Verantwortlichkeiten in Kultur und Vereinswesen hinaus griff Herbert Mandl auch der Kripperlrunde unter die Arme und fand Ausgleich im Sportverein. In seiner Jugend war er fixes Teammitglied der Landjugend und stand in der Theatergruppe auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Nach der Schule in Hollenstein entschied er sich für die Ausbildung zum land- und forstwirtschaftlichen Facharbeiter und absolvierte schließlich auch die Ausbildung zum Forstmeister. 2003 lernte er seine Frau Maria kennen, 2006 läuteten die Hochzeitsglocken. Aus dieser Ehe entstammen vier Kinder.

„Jetzt ist wichtig, dass die Kinder ihren Bildungsweg weitergehen können und alle vier das Musizieren weiterhin ausüben können“, sagte Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer. „Darauf sollten sie nicht verzichten müssen.“ Deswegen hat die Ortschefin ein Spendenkonto eingerichtet (siehe Infobox). „Jeder Cent, der am Konto einlangt, kommt eins zu eins direkt an die Familie.“

Die Landwirtschaft, die der Verstorbene bewirtschaftet hat, befindet sich in der Bergbauernzone 3, mit extrem steilen Wiesenflächen. Die Weiterbewirtschaftung des Hofes wird sehr schwierig. Große Investitionen bestimmten die letzten Jahre, so wurde der Stall umgebaut und ein neues Wohnhaus errichtet.