Kogelsbacherin ist den Ahnen auf der Spur. Elfriede Längauer aus Kogelsbach hat ihr Steckenpferd in der Ahnenforschunggefunden. Daten liefern ihr Online-Kirchenarchive. Diözese arbeitet an „Time Maschine“ mit.

Von Claudia Christ. Erstellt am 07. März 2021 (05:36)
Elfriede Längauer aus Kogelsbach (rechts) begab sich mit der NÖN auf Ahnensuche.
privat

Wo liegen meine Wurzeln, wer war mein Ur-Ur-Großvater und wie lebte er? Wer sich diese Fragen schon einmal gestellt hat, der weiß, wie schwer es ist, hier an Daten fündig zu werden.

Eine, die sich mit der Suche nach Familienangehörigen und Stammbäumen besonders gut auskennt, ist Elfriede Längauer aus Kogelsbach in St. Georgen am Reith. Vor vier Jahren hat sie damit begonnen, ihre eigene Familiengeschichte aufzurollen.

„Die Aufzeichnungen im Internet beginnen im Jahr 1643. Die Schwierigkeit dabei ist es, die alten Schriften, die großteils in Latein und Kurrent verfasst wurden, zu entziffern.“ Aber gerade das ist es auch, was die pensionierte Lehrerin an ihrem Hobby so fasziniert. „Es ist halt eine langwierige Sucherei und stundenlange Recherche im Internet“, aber es macht einfach Spaß, etwas über das Leben der Vorfahren herauszufinden“, sagt sie.

Als Quellen dienen ihr ausschließlich kirchliche Aufzeichnungen, Geburten-, Trauungs- und Sterbebücher, die Längauer über die Plattform Matricula Online-Einblicke in Kirchenarchive gewähren. Aber auch Topotheken oder Monasterium bieten hier eine gute Recherchegrundlage.

Die Diözese St. Pölten war hier absoluter Vorreiter und stellt seit 15 Jahren ihre Daten online zur Verfügung. „Seit 2009 sind alle historischen Quellen als Bilder gescannt im Netz verfügbar“, betont Thomas Aigner, Direktor des Diözesanarchivs. Als nächsten Schritt werden die Informationen mithilfe von künstlicher Intelligenz miteinander verknüpft.

Beim futuristischen Projekt „Time Maschine“ liefern insgesamt 700 europäische Organisationen diverse Daten, die mithilfe von modernster Technik miteinander verknüpft und ausgewertet werden und so das historische Erbe für den User auf dem Bildschirm sichtbar machen. „Dann wird es möglich sein, sich einen Stammbaum mittels Eingabe eines Namens der gewünschten Personen erstellen zu lassen“, erklärt Aigner.

Aber auch die Eingaben „Finde mir das Haus einer gewissen Person der Vergangenheit“, oder „Baue mir eine Facebook-Seite meines Urgroßvaters“ sind dann möglich und sorgen mit einem Klick für virtuelle Einblicke in das Leben der Vorfahren. Lokale ‚Time Maschinen‘ gibt es bereits in größern Städten. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann es diese Möglichkeit flächendeckend und für jeden zugänglich geben wird.