Bahnhof Kogelsbach: Gasthaus zu wenig. ÖVP möchte Kombination aus Gastronomiebetrieb und Nahversorger in Bahnhof Kogelsbach und stimmt gegen SPÖ.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 29. September 2014 (11:40)
NOEN, Kössl
Ein Gastronomiebetrieb soll im ehemaligen Bahnhofsgebäude in Kogelsbach realisiert werden. Der ÖVP ist dies zu wenig: Sie möchte eine Kombination aus Nahversorger, Postpartner und Gasthaus.

Im Zuge der touristischen Inszenierung des Ybbstalradweges soll der ehemalige Bahnhof Kogelsbach zu einem Gastronomiebetrieb umgestaltet werden. Ein dahin gehender Grundsatzbeschluss wurde in der Sitzung des Gemeinderates von St. Georgen/Reith am Freitag, 19. September, gefällt. „Damit können wir nun weitere Schritte setzen“, so Bürgermeister Helmut Schagerl (SPÖ). Durchgeführt werden sollen diese in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt, steht das ehemalige Bahnhofsgebäude doch unter Denkmalschutz.

„Haben nichts gegen Gastronomiebetrieb"

Ebenfalls in der Sitzung beschlossen wurde die Beauftragung für die Entkernung des Innenraumes des Bahnhofsgebäudes um rund 20.000 Euro.

Beide Beschlüsse erfolgten allerdings lediglich mit den Stimmen der SPÖ-Mehrheit. Die ÖVP verweigerte ihre Zustimmung. „Wir sind prinzipiell ja dafür, dass hier etwas geschieht und der Bahnhof Kogelsbach belebt wird“, sagt ÖVP-Ortsparteiobmann Josef Pöchhacker. „Auch gegen einen Gastronomiebetrieb haben wir nichts einzuwenden, aber man hätte sich im Vorfeld anschauen sollen, ob das Ganze nicht in Kombination mit einem Nahversorger und einem Postpartner mehr Sinn machen würde.“ Für den ÖVP-Obmann ist das ganz klar der Fall.

Aus diesem Grund hat die ÖVP-Fraktion bei der Gemeinderatssitzung einen Antrag eingebracht. Darin wird gefordert, drei Varianten für die Nutzung des Gebäudes zu erarbeiten und auf Durchführung und Finanzierbarkeit zu prüfen. So soll die Nutzung als Gastronomiebetrieb, als Nahversorger inklusive Postpartner und eine Kombinationslösung aus den ersten beiden Varianten geprüft werden.

ÖVP: Bevölkerung soll eingebunden werden

Realisierbare Varianten sollten dann der Bevölkerung präsentiert werden, welche auch in die Entscheidung eingebunden werden soll. Ein derartiges Vorgehen habe sich mit der „Radwerkstatt“ auch beim Inszenierungskonzept für den Ybbstalradweg bewährt, ist man seitens der ÖVP überzeugt.

Von der SPÖ wurde der ÖVP-Antrag jedoch abgeblockt – sehr zum Ärger von ÖVP-Fraktionschef Klaus Hobiger, der einen „wahlkampfbedingten Schnellschuss“ seitens der SPÖ ortet. „Der Bürgermeister knallt uns da einen Grundsatzbeschluss hin – ohne Konzept oder Finanzierung. Als verantwortungsvoller Gemeinderat kann ich da nicht zustimmen.“

„Die Nutzung des Bahnhofs als Gastronomiebetrieb ist auch im Inszenierungskonzept für den Ybbstalradweg vorgesehen“, so Bürgermeister Helmut Schagerl. „Deswegen musste jetzt eine Entscheidung fallen. Schließlich soll alles gemeinsam – Radweg und Gastronomiebetrieb – 2016 in Betrieb gehen. Für den Radweg ist es nunmal wichtig, dass man wo essen und trinken und aufs WC gehen kann.“ Zur Bürgerbeteiligung meint Schagerl: „Wir sind eine Kleinstgemeinde. Da gibt es viele Gespräche und Diskussionen. Dadurch weiß man als Gemeinderat, was die Bürger denken.“

Vermittlung von Eisenbahngeschichte geplant

Ebenfalls im Inszenierungskonzept angedacht wird die Nutzung des umgestalteten Bahnhofsgebäudes zur Vermittlung von Eisenbahngeschichte. Wie dies genau aussehen soll, bleibt der Gemeinde St. Georgen/Reith überlassen und steht derzeit noch nicht fest. „Es wurde überlegt, eventuell einen Waggon oder eine alte Lok beim Bahnhof zu platzieren bzw. Bildmaterial anzubringen“, so der Bürgermeister.