Löbersorg betreibt Radweg-Stüberl. Vergabe von Gastrobetrieb nach Politstreit in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 13. September 2017 (05:33)
Schon jetzt nutzen die Radfahrer den ehemaligen Bahnhof in Kogelsbach zum Rasten. Ab 30. September kann man hier auch essen und trinken. An-dreas Löbersorg wird das Radweg-Stüberl betreiben.
NOEN, Kössl

St. Georgen/Reiths Bäcker Andreas Löbersorg wird das Radweg-Stüberl in Kogelsbach betreiben. Dieses befindet sich direkt am Ybbstalradweg im ehemaligen Bahnhof, den die Gemeinde zu einem Gastronomiebetrieb umgebaut hat. Die Vergabe an Löbersorg wurde am Freitag vom Gemeinderat in einer nicht öffentlichen Sitzung beschlossen.

Ursprünglich hätte die Vergabe des Radweg-Stüberls schon vor drei Wochen erfolgen sollen. Jedoch waren fünf Mandatare der ÖVP nicht zur Sitzung erschienen, wodurch der Gemeinderat nicht beschlussfähig war, da die notwendige Anwesenheit von zwei Drittel der Mandatare nicht gegeben war. Die ÖVP wollte damit ein Zeichen gegen das „eigenmächtige Vorgehen des Bürgermeisters“ setzen. Dass Löbersorg von den drei Bewerbern nach einem Hearing vom Gemeindevorstand nur auf Platz drei gereiht worden war, von SPÖ-Ortschef Helmut Schagerl dem Gemeinderat dann aber als Pächter vorgeschlagen wurde, stieß der Volkspartei sauer auf.

Bei der zweiten Sitzung zur Vergabe am Freitag reichte nun die Anwesenheit von mehr als der Hälfte der im Gemeinderat vertretenen Mitglieder zur Beschlussfähigkeit.

Schweigen über Abstimmverhalten

Wie die Abstimmung letztlich ausging, wollten sowohl SPÖ als auch ÖVP nicht verraten. „Es gibt den Beschluss, dass die Gemeinde das Radweg-Stüberl an Bäcker Andreas Löbersorg auf drei Jahre verpachtet“, berichtete Bürgermeister Schagerl nach der Sitzung. „Die Blockade hätte sich die ÖVP sparen können.“ Den ÖVP-Vorwürfen entgegnete er: „Es hat zwei Gespräche mit den erstgereihten Bewerbern gegeben. Nachdem man aber vertraglich und finanziell nicht zusammen gekommen ist und der Zweitgereihte wieder zurückgezogen hat, hat man sich für Löbersorg entschieden.“

„Unsere Kritik hat sich nie gegen Löbersorg gerichtet“, stellt ÖVP-Obmann Josef Pöchhacker klar. „Die ging einzig gegen den Alleingang des Bürgermeisters. Von ihm gibt es einfach kein Miteinander.“ Der neue Gastrobetrieb geht am 30. September in Betrieb. Bereits am Sonntag, 24. September, wird zum Tag der offenen Tür geladen.