Waidhofen/Ybbs: Platz für die Innenstadtbäume. Wackelsteine am Freisingerberg werden im Sommer befestigt. Vorbereitungen für Schwammstadt.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 16. Juni 2021 (09:45)
440_0008_8096933_ybb23wai_freisingerberg.jpg
Vier Bäume sollen am Freisingerberg nach dem Schwammstadtprinzip gepflanzt werden. Die Vorbereitungsarbeiten werden im Sommer gemeinsam mit der Pflastersanierung vorgenommen.
Kössl, Kössl

Immer mehr Pflastersteine haben sich mittlerweile am Freisingerberg aus ihrem Fundament gelöst. Im Sommer soll das Innenstadtpflaster am Freisingerberg nun vom Bauhof saniert werden. 15.795,60 Euro gab der Stadtsenat in seiner letzten Sitzung zu diesem Zwecke für Material frei. Für Regiearbeiten wurden 10.107 Euro genehmigt.

Bäume nach Schwammstadtprinzip gepflanzt

Im Zuge der Pflastersanierungsarbeiten werden auch die Vorbereitungsarbeiten zur Pflanzung von vier Bäumen nach dem Schwammstadtprinzip am Freisingerberg durchgeführt. Seitens der Stadt hat man dazu Landschaftsarchitekt Stefan Schmidt, den Leiter der Abteilung Garten- und Landschaftsgestaltung an der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau in Schönbrunn in Wien, konsultiert. Der gebürtige Deutsche, der seit rund 30 Jahren in Wien lebt, befasst sich mit der Entwicklung ökologischer Konzepte für den öffentlichen Raum der Zukunft und hat das Schwammstadtprinzip von Skandinavien nach Österreich gebracht.

Wurzeln brauchen so viel Platz wie Krone

Im Podcast der Stadt Waidhofen „Stadt Land Fluss“, der unter dem Titel „Das Schwammstadt-Prinzip & Stadtgrün“ auf Spotify und diversen anderen Streaming-Plattformen abrufbar ist, kommt Schmidt gemeinsam mit Bürgermeister Werner Krammer zu Wort. Der Landschaftsarchitekt hält dabei fest, dass Bäume unter befestigten Fahrbahnen genügend Platz für ihr Wurzelwerk benötigen, um langfristig überleben zu können. Ansonsten würden sie nach 20 Jahren absterben.

Erst ab diesem Zeitpunkt seien die Bäume aber klimaregulierende Infrastrukturelemente, die den Dreck aus der Luft filtern. Jenen Platz, den die Krone der Bäume einnehme, würden sie auch für ihre Wurzeln benötigen, sagt Schmidt. Mit der Schwammstadttechnik habe man eine Methode an der Hand, um den Bäumen den nötigen Platz im urbanen Raum zu geben.

„Wir werden den Unterbau ordentlich machen“ Bürgermeister Werner Krammer

Zwischen 35 und 20 Kubikmeter würden die einzelnen Bäume am Freisingerberg unter der Fahrbahn für ihre Wurzeln benötigen. Zuletzt durchgeführte Probegrabungen in dem Bereich hatten ergeben, dass sich keine Infrastruktur unter dem Innenstadtpflaster befindet. Die Bepflanzung nach dem Schwammstadtprinzip sei hier somit möglich, hält der Bürgermeister fest.