Alles beim Alten in Allhartsberg. ÖVP hält trotz leichter Zugewinne ihre 17 Mandate. SPÖ bleibt bei vier Gemeinderatssitzen. Bei SPÖ ziehen zwei neue Mandatare in Gemeinderat ein.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 28. Januar 2020 (20:34)
Gute Stimmung herrschte am Sonntagabend bei der ÖVP Allhartsberg. Bürgermeister Anton Kasser (vorne, Mitte) feierte mit seinen Parteifreunden das Wahlergebnis. Das Ziel, den Mandatsstand zu halten, wurde erreicht.
ÖVP

Keine Mandatsverschiebungen brachte die Gemeinderatswahl in Allhartsberg. Die ÖVP holte 81,6 Prozent (plus 0,3 Prozentpunkte) und hält damit weiter bei 17 Gemeinderatssitzen. Die SPÖ kam auf 18,4 Prozent (minus 0,3 Prozentpunkte) und hält weiter ihre vier Mandate.

An der Spitze der 30 ÖVP-Kandidaten ging Langzeitbürgermeister Anton Kasser – er ist bereits 25 Jahre im Amt – ins Rennen. Sein Ziel war es, den Mandatsstand zu halten. „Ich bin mit dem Wahlergebnis zufrieden“, sagt Kasser. „Ich habe immer gesagt, dass wir die 17 Mandate halten wollen und das ist uns auch gelungen. Wenn man schon so lange dabei ist wie ich und immer noch über 80 Prozent der Stimmen bekommt, kann man, glaube ich, zufrieden sein.“ Das 18. Mandat hat die ÖVP Allhartsberg nur um vier Stimmen verpasst. „Wir waren schon letztes Mal ganz knapp am 18. Mandat dran“, sagt der Ortschef. „Wenn wir es dieses Mal tatsächlich erreicht hätten, wäre die SPÖ aus dem Gemeindevorstand gefallen. Insofern passt das Ergebnis so.“

„Wenn man schon so lange dabei ist wie ich und immer noch über 80 Prozent der Stimmen bekommt, kann man zufrieden sein.“ ÖVP-Ortschef Anton Kasser

Die acht SPÖ-Kandidaten wurden wieder vom geschäftsführenden Gemeinderat Roland Gruber in die Wahl geführt. Er visierte ein fünftes Mandat an. „Ein bisschen bin ich schon enttäuscht“, sagt der SPÖ-Spitzenkandidat. „Ein Mandat mehr war das Ziel und das haben wir leider nicht erreicht.“ Im Grunde könne man aber froh und zufrieden sein, meint Gruber weiter. „Wir konnten unsere Mandate behalten. Schließlich hatten wir im Wahlkampf nicht die Maschinerie zur Verfügung, die die ÖVP hat. Und angesichts der Tatsache, dass die ÖVP Allhartsberg auch zwei Landtagsabgeordnete hat, und wenn man sich anschaut, wie die SPÖ in vielen anderen Gemeinden im Bezirk abgeschnitten hat, muss man zufrieden sein.“

ÖVP-Mandatare noch nicht fix

Welche ÖVP-Kandidaten nun ein Mandat erhalten, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. ÖVP-Wähler konnten auf einem eigenen Stimmzettel, der den amtlichen ersetzte, zwölf Kandidaten ankreuzen. Die zwölf, die in Summe die meisten Vorzugsstimmen erhalten, ziehen fix in den Gemeinderat ein. Die Vergabe der restlichen Mandate nimmt der Ortsparteivorstand vor.

Nicht mehr im Gemeinderat vertreten sein werden auf jeden Fall Vizebürgermeisterin Hermine Handsteiner sowie die Gemeinderäte Erich Mistelbauer, Andrea Fehringer und Franz Wieser. Sie kandidierten nicht mehr.

Vier SPÖ-Mandatare stehen bereits fest

Die SPÖ-Kandidaten stehen hingegen bereits fest. Neben Ortsparteiobmann Roland Gruber wird auch Gemeinderat Franz Atschreiter wieder im Gemeinderat vertreten sein. Neu dabei sind Gerhard Bergmann und Franz Schwarenthorer. Die beiden derzeit noch amtierenden Gemeinderäte Robert Weinzettel und Johann Tanzer scheiden aus.

Der Wahlkampf in Allhartsberg verlief recht ruhig. Zuletzt kamen jedoch noch kritische Töne von SPÖ-Spitzenkandidat Gruber. Er bekrittelte die Bodenversiegelung im Gemeindegebiet. Der Zuzug gehöre moderater gestaltet, meinte er. Auch eine Wahlwerbungsaktion der ÖVP stieß ihm noch sauer auf. Dass die Volkspartei bei Hausbesuchen Fünf-Euro-Gutscheine an Erstwähler verteilte, gefiel ihm nicht. Die NÖN berichtete.

Die neuen SPÖ-Mandatare Franz Atschreiter, Roland Gruber, Franz Schwarenthorer und Gerhard Bergmann (v.l.) stießen am Sonntag in ROLLI’s Cafe Pub auf die geschlagene Wahl an.
SPÖ

Vor fünf Jahren gab es bei der Wahl sowohl für die ÖVP als auch für die SPÖ ein zusätzliches Mandat. Die ÖVP kam damals auf 81,3 Prozent der Stimmen – ein leichter Verlust von 0,1 Prozent – steigerte ihre Mandatszahl aber von 16 auf 17. Die SPÖ holte 18,7 Prozent (+0,1 Prozent) und erhöhte ihre Mandatszahl von drei auf vier. Möglich war das, weil durch den Einwohneranstieg in der Gemeinde der Mandatsstand um zwei auf 21 erhöht worden war. Das spielte es heuer nicht mehr.

Die Wahlbeteiligung lag in Allhartsberg am Sonntag bei 78,7 Prozent. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber 2015. Da lag sie in der Gemeinde bei 80,9 Prozent.

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