Waidhofner Stadtrat wehrt sich gegen Impf-Vorwürfe. Franz Sommer von der WVP in Waidhofen an der Ybbs stellt klar, dass er als Angehöriger eine überschüssige Impfung erhielt.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 10. Februar 2021 (05:17)
WVP-Stadtrat Franz Sommer wehrt sich dagegen, als Impfdrängler zu gelten.
NÖN

Mit Kritik sah sich Ende der Vorwoche WVP-Stadtrat Franz Sommer konfrontiert. Die Oberösterreichischen Nachrichten berichteten, dass er am Landesklinikum Waidhofen bereits gegen das Coronavirus geimpft worden sei, obwohl er laut nationalem Impfplan noch gar nicht an der Reihe sei.

Gegenüber der NÖN bestätigt Sommer die Impfung. Dass ihm jetzt aber vorgeworfen wird, ein Impfdrängler zu sein, ärgert ihn. „Faktum ist, dass ich die erste Impfung am 11. Jänner bekommen habe“, sagt Sommer.

„Im Landesklinikum Waidhofen war noch Impfstoff übrig, und bevor dieser weggeschmissen worden wäre, habe ich mich bereit erklärt, ihn zu nutzen.“Stadtrat Sommer erklärt die Situation

Er erzählt, wie es dazu gekommen ist: „Meine Lebensgefährtin arbeitet im Landesklinikum. Dort wurden zwischen 8. und 10. Jänner Corona-Schutzimpfungen vorgenommen. Meine Lebensgefährtin hat eine SMS bekommen, dass sie für den Fall, dass Impfdosen übrig bleiben, Angehörige für eine Impfung namhaft machen kann.“ Daraufhin habe seine Lebensgefährtin ihn angemeldet, berichtet der Stadtrat.

„Ich habe mich aber niemals vorgedrängt oder beim Krankenhaus um eine Impfung angefragt“, stellt Sommer klar. „Viel mehr war es so, dass das vom Landesklinikum ausgegangen ist. Dort war noch Impfstoff übrig, und bevor dieser weggeschmissen worden wäre, habe ich mich bereit erklärt, ihn zu nutzen. Das war auch zu einem Zeitpunkt, als sich viele in meinem Bekannten- und Freundeskreis noch gar nicht impfen lassen, sondern erst mal abwarten wollten, wie der Impfstoff wirkt. Die Situation war da noch eine ganz andere als jetzt.“

Mit seiner Position als Stadtrat habe die Covid-Impfung gar nichts zu tun, lediglich damit, dass seine Lebensgefährtin am Landesklinikum arbeite. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich mich nie vordränge, sondern immer die anderen vorlasse und für die anderen da bin“, zeigt sich Sommer enttäuscht.

Überschüssiger Impfstoff rasch verimpft

Weiters zu lesen war in den OÖN, dass das Landesklinikum Waidhofen viel zu viel Impfstoff geordert hätte. Für den ersten Impftermin Anfang Jänner seien 300 Impfdosen anhand einer vorab durchgeführten internen Abfrage der Impfbereitschaft bestellt worden, heißt es dazu seitens der NÖ Landesgesundheitsagentur. Vorrangig seien damit Mitarbeitende in den exponierten Bereichen, wie Covid-Stationen und Intensivstation, sowie Ärzte und Pflegepersonal geimpft worden, aber auch andere Mitarbeiter in patientennahen Tätigkeitsbereichen oder Bereichen mit Systemrelevanz hätten eine Schutzimpfung erhalten.

In der praktischen Umsetzung habe sich dann gezeigt, dass anstatt der angenommenen fünf Dosen aus einer Ampulle sechs Entnahmen möglich seien, heißt es weiter. Deshalb sei auch auf Angehörige der Mitarbeiter zurückgegriffen worden, um rasch impfwillige Personen zur Verfügung zu haben und keinen Impfstoff entsorgen zu müssen, da dieser nur kurz haltbar sei.

Ende Jänner hätten dann alle zuvor Geimpften die zweite Teilimpfung und weitere Mitarbeiter die erste Impfung erhalten. 440 Impfdosen seien so verimpft worden.