Tierpark in Gefahr. Der Weiterbestand des Naturparks Buchenberg steht auf der Kippe. Die Geschäftsführung startet einen Spendenaufruf und hofft auf eine gute Saison.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 12. Mai 2014 (13:26)
NOEN, Buchenberg
Erst Anfang des Jahres hat dieser Waschbär am Buchenberg ein neues Zuhause gefunden. Nun droht dem Tierpark das Aus.

„Tierpark Buchenberg vor dem Aus!“, so titelte eine Aussendung, die vergangene Woche an alle Waidhofner Haushalte ging. Monat für Monat verschlinge der Tierpark Buchenberg eine große Summe Geld, hieß es darin. Während man sich im Sommer durch die Einnahmen des Kletterwaldes, der Eintritte, der Gastronomie, der Förderer und der Mitglieder finanzieren könne, so würden diese im Winter zur Gänze wegfallen.

„Wir stehen leider kurz vor dem finanziellen Aus“

„Dankenswerterweise unterstützt uns die Stadt, die von diesem Tourismusziel massiv profitiert, in diesen schwierigen Zeiten. Jedoch decken diese Unterstützungen nicht die seit Jahren entstehenden Unkosten und wir stehen leider kurz vor dem finanziellen Aus“, heißt es weiter. Aus diesem Grund wird die Waidhofner Bevölkerung gebeten, für den Tierpark zu spenden bzw. eine Tierpatenschaft zu übernehmen.

Ein Grund für die finanzielle Misere seien „zwei sehr schlechte Jahre“, sagt Andreas Plachy, Geschäftsführer der Naturpark Buchenberg Betriebs GmbH, die für die Aussendung verantwortlich zeichnet. Während man 2011 noch 43.000 Besucher am Buchenberg zählen konnte, seien es 2013 lediglich 32.000 gewesen. Dies liege daran, dass zum einen der Frühling total verregnet gewesen sei und durch die Unwetter im Frühsommer viele Schulklassen ausgefallen seien.

Zum anderen hätten durch den extrem heißen Sommer die Besucher das Freibad dem Tierpark vorgezogen. Die „Nassschnee-Katastrophe“ zu Ostern, im Zuge derer die Eulen-Volieren total zerstört wurden, hätten noch das ihrige zur derzeit kritischen Lage beigetragen.

„Schulden haben sich angehäuft"

„Das Problem ist, dass wir die Tiere sieben Tage die Woche betreuen müssen und das kostet natürlich Geld. Da wir aber keine Fördermittel für den laufenden Betrieb bekommen, haben sich Schulden angehäuft“, sagt Plachy. Dazu komme, dass viele der Holzbauten, die vor zehn, fünfzehn Jahren errichtet wurden, nun reparaturbedürftig seien. Der Naturpark-Geschäftsführer hofft nun auf eine gute Saison. An die 40.000 Besucher wären wünschenswert.

Mittlerweile vom Gemeinderat beschlossen wurde die jährliche Subvention über 17.000 Euro an den Verein Natur- und Wildpark Buchenberg. Diese wurde bis jetzt immer Ende Jänner ausbezahlt, heuer aber aufgrund von Unklarheiten, die ein Kontrollausschussbericht im Zuge einer Prüfung des Naturparks festgestellt hatte, vorerst auf Eis gelegt. Die NÖN berichtete. „Diese Subvention ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ein sehr wichtiger Tropfen“, sagt Plachy. „Wir brauchen dieses Geld ganz notwendig. Bisher haben wir es aber noch nicht erhalten.“

Subvention erst nach Rechnungsabschluss 

Das Geld werde erst ausbezahlt, wenn der Rechnungsabschluss für das Jahr 2013 vorgelegt worden ist, sagt Bürgermeister Wolfgang Mair. Dies wurde vom Gemeinderat auch mehrstimmig so beschlossen. Hungern sollten die Tiere dadurch aber freilich nicht, so der Stadtchef weiter. Gegen Vorlage einer Rechnung werde man seitens der Stadt die Kosten für notwendiges Tierfutter übernehmen.

Angesprochen auf die oben genannte Aussendung sagt der Bürgermeister, dass die Geschäftsführung des Buchenbergs dazu aufgefordert worden sei, selbst etwas zur Verbesserung der finanziellen Lage des Tierparks beizutragen. Die Formulierung „Tierpark Buchenberg vor dem Aus!“ hält Mair jedoch für nicht sehr glücklich gewählt. „Das ist doch sehr drastisch. Hoffentlich schadet man sich damit nicht mehr als es nützt.“