Verein kauft Bahntrasse. YBBSTALRADWEG /  „Gemeindeverband Ybbstalradweg“ übernimmt Trassenband von NÖVOG. Baustart des Radwegprojekts wird für kommendes Frühjahr erwartet.

Erstellt am 31. Juli 2012 (00:00)
NOEN, NÖVOG/LENGAUER
Der Kaufvertrag der Trasse wurde unterzeichnet: Dr. Gerhard Stindl (NÖVOG), Bgm. Helmut Schagerl, LR Mag. Karl Wilfing, Dr. Friedrich Zibuschka und Bgm. Martin Ploderer (v.l.). NÖVOG/LENGAUER

VON ANDREAS KÖSSL

YBBSTAL / Auch wenn man nach außen hin noch nicht viel davon merkt und das Unkraut auf den Bahngleisen wuchert – die Umsetzung des 38 Kilometer langen und zehn Millionen teuren Ybbstalradwegs schreitet voran. Die Verhandlungen zur Übernahme der Bahntrasse durch den Verein „Gemeindeverband Ybbstalradweg“ von der NÖVOG wurden nun mit der Unterfertigung der Kaufvereinbarung abgeschlossen. Der Verein übernimmt die Trasse zu einem symbolischen Kaufpreis von einem Euro und kann damit als Eigentümer über Umsetzung und Gestaltung des Radwegs entscheiden.

Die Verhandlungen führten der Lunzer Bürgermeister Martin Ploderer (ÖVP) als Vereinsobmann und sein Stellvertreter Bürgermeister Helmut Schagerl aus St.Georgen/Reith (SPÖ) mit dem Geschäftsführer der NÖVOG, Dr. Gerhard Stindl, und dem Eigentümervertreter Dr. Friedrich Zibuschka. Zu klären galt es etwa die Abgrenzung der Flächen und Objekte, die langfristige Erhaltung von Schlüsselbauwerken wie Brücken und Stützmauern sowie den Erhalt des Trassenbands. Lob kam von Landesrat Karl Wilfing, der die Streckenübernahme durch die Gemeinden begrüßt. „Die Entscheidung über die Nutzung der Bahntrasse als Radweg ist in der Region getroffen worden“, so Wilfing. Damit werde eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen des Projekts geschaffen.

Radwegplanung zu  95 Prozent abgeschlossen
Die zur Realisierung notwendigen Flächenumwidmungen wurden in den einzelnen Ybbstalgemeinden in den vergangenen Wochen beschlossen. Bis September sollen sie in allen Gemeinden rechtskräftig sein, rechnet Obmann Martin Ploderer.

Die Planung des Radwegs sei zu 95 Prozent abgeschlossen. Als nächster Schritt steht die Genehmigung durch die Behörden an. Die Bauverhandlungen sollen voraussichtlich im Herbst stattfinden. „Ich gehe von einem positiven Baubescheid aus“, so Ploderer. Mit Einsprüchen sei aber aufgrund der vielen Anrainer zu rechnen. „Wir werden zügig und mit der entsprechenden Konsequenz alle Details durchverhandeln“, ergänzt Projektkoordinator DI Johannes Pressl. „Schließlich soll das Radwegprojekt als Jahrhundertchance für das Tal auch wieder hundert Jahre halten.“

Die Demontage der Gleise steht noch bevor. „Hier sind derzeit noch keine Arbeiten in Gange“, so Ploderer. Ein Baubeginn noch im heurigen Jahr sei nicht realistisch. Stattdessen rechnet der Obmann des „Gemeindeverbands Ybbstalradweg“, dass im Frühjahr 2013 mit der Errichtung des Radwegs begonnen werden könne. „Natürlich könnte es auch schneller gehen“, so Ploderer, „ich lasse mich jedoch zeitlich nicht unter Druck setzen.“

Die Fertigstellung des Ybbstalradwegs in fünf Jahren sei jedenfalls realistisch.