Klimafreundliche Mobilität im Fokus. Stadt möchte Pkw-Verkehr reduzieren. Anrufsammeltaxis und E-Busse für Ortsteile angedacht. Überdachte Radabstellplätze kommen.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 26. Februar 2020 (04:34)
Abstimmungsgespräche für eine klimafreundliche Mobilität: Stadtrat Franz Sommer, Bürgermeister Werner Krammer und Stadtrat Erich Leonhartsberger (v.l.) besprachen angedachte Verkehrsvorhaben.
Magistrat

Die Stadt Waidhofen rückt das Thema Mobilität heuer in den Fokus. Dabei möchte man den Fußgänger-, den Rad- und den öffentlichen Verkehr fördern und durch Car-Sharing-Angebote ergänzen. Ziel ist es, die Nutzung von Privat-Pkw zu verringern, um die Verkehrsbelastung zu reduzieren und die Luft- und Lebensqualität zu erhöhen. Im Stadtgebiet möchte man außerdem durch verschränkte Wohn- und Arbeitsmodelle, wie dem Beta-Campus oder zentrumsnahe Nachverdichtung von Wohnraum, die Wege kurz halten und so Verkehr vermeiden.

„Die besondere Herausforderung bei all unseren Maßnahmen ist es aber auch, die ländlichen Regionen, die deutlich schlechtere Voraussetzungen für eine klimaverträgliche Mobilität haben, gut miteinzubinden“, erklärt Bürgermeister Werner Krammer, der sich kürzlich mit den Stadträten Franz Sommer (ÖVP) und Erich Leonhartsberger (SPÖ) über die in diesem Jahr geplanten Maßnahmen abstimmte.

Hauptbahnhof wird multimodaler Knoten

Eine zentrale Rolle hinsichtlich Mobilität soll dem Hauptbahnhof zukommen. Er soll in Kooperation mit den ÖBB zu einem multimodalen Mobilitätsknoten ausgebaut werden. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Citybahn, die ab Dezember bis zum Vogelsang verkürzt wird, dafür aber im Halbstundentakt fahren und zwei zusätzliche Haltestellen bei der Kupferschmiedgasse und beim Eurospar bekommen soll.

Das weitere öffentliche Verkehrsangebot im Gemeindegebiet wird derzeit unter die Lupe genommen. „Es braucht hier eine exakte Abstimmung, um die Angebote effizient einsetzen zu können“, sagt der Stadtchef. Derzeit habe man ein Flickwerk. „Als Grundlage für unsere weitere Vorgehensweise arbeiten wir an einer Angebotserhebung, damit sich Bus- und Bahnverkehr in Zukunft optimal ergänzen“, sagt Krammer. „Doppelgleisigkeiten wollen wir nach Möglichkeit vermeiden.“

„Die besondere Herausforderung ist es, auch die ländlichen Regionen gut miteinzubinden.“Bürgermeister Werner Krammer

Den ländlichen Raum möchte man mit Anrufsammeltaxis an die Stadt anschließen. Zusätzlich sollen in den Ortsteilen in Kooperation mit der EVN und den Dorferneuerungsvereinen Elektrobusse Realität werden.

Weiter ausgebaut werden sollen auch die Radwegverbindungen. Das Teilstück von der Firma Forster in die Stadt wird heuer fertiggestellt, ebenso der Radweg in die Bachwirtsiedlung. Radanbindungen nach Böhlerwerk und Ybbsitz sollen in fünf Jahren Realität sein.

Um einen zusätzlichen Anreiz für das Umsteigen auf das Fahrrad zu bieten, werden in der Stadt drei neue überdachte Radabstellplätze nach dem Möblierungskonzept von Stadtplaner Ernst Beneder errichtet. Entstehen sollen sie beim Pfarrgartenparkplatz, beim Hartner-Durchgang und beim Bezirksgericht. „Dort können Radfahrer ihre Räder dann abstellen und zu Fuß weitergehen“, sagt der Bürgermeister. „Es ist wichtig, Mobilität auch über die Stadtgrenzen hinaus zu denken“, sind sich die Stadträte Sommer und Leonhartsberger einig. „Die Förderung von Gehen, Radfahren und öffentlichem Verkehr steht dabei ganz klar im Zen trum all unserer Bemühungen.“

Umfrage beendet

  • Anrufsammeltaxis und Elektrobusse für die Ortsteile: Glaubt ihr, dass dieses Mobilitätsangebot genutzt werden wird?