Waidhofen/Ybbs feiert sein lokales Kino. Filmbühne Waidhofen und Verein Filmzuckerl laden im Rahmen des NÖ Viertelfestivals zu drei Programmpunkten ins Kino.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 23. Januar 2020 (20:06)
Andreas Kössl, Wilma Calisir, Katharina Beutl, Andreas Leitner, Luis Aigner, Rosemarie Aigner und Michael Welser laden heuer im Rahmen des NÖ Viertelfestivals zur „Aktion Filmverortung“ ins Kino.
Filmzuckerl

Seit 123 Jahren werden in Waidhofen Filmvorführungen durchgeführt, seit 80 Jahren hat die Stadt mit der Filmbühne ein ortsfestes Kino und seit fünf Jahren gibt es nun den Verein Filmzuckerl. Zeit, um zu feiern, zu reflektieren und zu diskutieren!

Die Filmbühne und der Verein Filmzuckerl haben sich deshalb zusammengeschlossen, um im Rahmen des NÖ Viertelfestivals, das heuer zwischen 9. Mai und 9. August unter dem Motto „Bodenkontakt“ im Mostviertel über die Bühne geht, Filminteressierte und Filmemacher im Kino zu vernetzen. Dafür wurde die „Aktion Filmverortung“ ins Leben gerufen. An drei Veranstaltungstagen zwischen Mai und Juli werden dabei historisches Filmmaterial aus Waidhofen, aktuelle Kurzfilme und ein Kultfilm zur Aufführung gelangen.

Los geht es am Sonntag, 17. Mai, mit einer Matinee, bei der die Filmgeschichte der Stadt in den Fokus rückt. Seit 1897 finden in Waidhofen Filmvorführungen statt, bereits seit 1898 auch an der heutigen Filmbühne-Adresse, die damals den Speisesaal des Hotels „Zum goldenen Löwen“ beherbergte. 43 Jahre lang wechselten die Filmvorführungen vom heutigen Standort zum Waidhofner Graben und wieder zurück. 1940 wurde der Speisesaal des Hotels zum Kinosaal umgebaut.

Im Rahmen der „Aktion Filmverortung“ wird die Filmgeschichte der Stadt und ihres ortsfesten Kinos anhand von Filmausschnitten und Kurzfilmen sowie Podiumsgästen erzählt.

Am Mittwoch, 10. Juni, wird dann unter dem Namen „Kurz.Film.Zuckerl“ zu einem Kurzfilmfest in das Kino geladen. Dafür werden noch aktuelle Kurzfilme gesucht. Filmemacher aus ganz Österreich sind dazu aufgerufen, Kurzfilme aller Genres einzureichen. Eine Filmlänge von 30 Minuten sollte jedoch nicht überschritten werden.

Manuel Rubey und Nina Kusturica in Jury

Aus allen Filmeinreichungen wird dann ein abendfüllendes Programm zusammengestellt, das beim Kurzfilmfest zur Aufführung gelangt. An den gelungensten Kurzfilm des Abends wird eine fünfköpfige Fachjury, bestehend aus Schauspieler Manuel Rubey, Regisseurin Nina Kusturica, Cutter Gernot Grassl, Tonmeister Andreas Hamza und Filmkritikerin Alexandra Zawia, einen Preis vergeben. Zusätzlich wird via Publikumsvoting ein Publikumssieger ermittelt.

Am Freitag, 31. Juli, gelangt dann der Kultfilm „Easy Rider“ von Dennis Hopper in der Filmbühne Waidhofen zur Aufführung. Der Film war Teil des ersten Programms der „Aktion der gute Film“, die 1972 an der Filmbühne etabliert wurde. Der Film wird nun im Rahmen der „Aktion Filmverortung“ in einer analogen Kopie gezeigt. Dazu wird der 35-mm-Projektor im Haus nach über zehn Jahren wieder aktiviert.

Abgerundet werden alle drei Programmpunkte von einem gemütlichen Get-Together im Foyer der Filmbühne.