Rothschildschloss: Hände, die füreinander offen sind. Angela Andorrer hat eine „Panoramahandscape“ geschaffen. Zu sehen ist diese ab 18. Juni im Schlosspark Waidhofen an der Ybbs.

Von Ulrich Musa-Rois. Erstellt am 30. April 2021 (05:11)
Bei Andorrers kontaktlosem partizipativem Projekt „Hands of Heaven“ entstehen auf Fotos von Handflächen gemalte oder gestickte Sternbilder. Ein Teil des Verkaufserlöses geht als Spende an die UNICEF.
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Ab 18. Juni wird im Schlosspark im Rahmen des Viertelfestivals eine „Panoramahandscape“ zu sehen sein – eine Tafel, auf der 42 Handflächen von Waidhofner Bürgerinnen und Bürgern neu als Landschaft zusammengesetzt sind.

Jede Handfläche wird zuerst mit Photoshop freigestellt und danach in die Gesamtlandschaft eingefügt.
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Wie die Regionen oder Länder einer geografischen Karte werden die einzelnen Handflächen dabei mit dem Namen der jeweiligen Person versehen sein. Die Urheberin dieses Kunstwerks ist die in Kanada geborene und in Klosterneuburg wohnhafte Angela Andorrer. Die NÖN berichtete:

„Ich arbeite mit Händen und Handflächen schon seit circa zehn Jahren und sehe die Hand als Landschaft. Mit den ganzen Höhen und Tiefen und Linien. Wenn man in die Hand eines Menschen schaut, merkt man sofort, dass jeder quasi eine andere Lebenslandschaft vor sich hat“, erzählt Andorrer.

„Wenn man in die Hand eines Menschen schaut, merkt man, dass jeder eine andere Lebenslandschaft vor sich hat.“ Künstlerin Angela Andorrer

Ausgehend von dieser Überlegung begann ihre künstlerische Auseinandersetzung mit der menschlichen Hand damit, dass sie Landschaften und Karten in Handflächen malte. Als weitere Spielart entdeckte die Künstlerin auch das Fotografieren von Handflächen für sich. Für das Viertelfestival zum Thema „Bodenkontakt“ entwarf Andorrer die Idee, ihre „Handscapes“ in einem größeren Rahmen als „Panoramahandscape“ umzusetzen.

Beim Neujahrsempfang 2020 im Schloss Rothschild wurde der Startschuss für das Kunstwerk gesetzt. Andorrer fotografierte bei diesem Anlass circa 100 Handflächen, davon wurden dann 42 Handflächen per Los ausgewählt. Im nächsten Schritt wurden die Fotos am Computer weiterbearbeitet und schließlich zusammengesetzt.

Die Künstlerin beschreibt diesen Prozess: „Man muss schauen, welche Linien sich zum Beispiel natürlich in der Hand einer anderen oder eines anderen fortsetzen, was gut zusammenpasst. Und die Hände waren natürlich sehr unterschiedlich, da waren sehr feine Hände dabei, aber auch Hände, wo man gemerkt hat, das sind Hände, die ein Leben lang viel gearbeitet haben. Und das finde ich eigentlich das Faszinierende: Völlig unterschiedliche Hände, so wie die Menschen ja auch völlig unterschiedlich sind.“

Dieses Zusammenfügen steht auch symbolisch dafür, Verbindungen zwischen verschiedenen Menschen zu schaffen, wie Andorrer betont: „Es war für mich in gewisser Weise, als würde ich Freundschaften und Verbindungen schaffen. Die ,Panoramahandscape‘ soll auch ein Symbol für eine Welt sein, in der die Hände füreinander offen sind. Ich denke, dass es gerade jetzt wichtig ist, Ideen von Frieden und Verbindung in die Welt zu setzen.“

Die „Panoramahandscape“ befindet sich derzeit in Produktion und soll dann im Schlosspark, vor der Touristeninformation aufgestellt werden. Die Einweihung ist für 18. Juni geplant. Bis dahin kann man sich auf den Social-Media-Kanälen der Künstlerin einen Eindruck von ihren Arbeiten verschaffen.