40 Jahre Tradition und Brauchtum. Die 1978 gegründete Goldhauben- und Trachtengruppe feiert am 22. Juli ihr 40-jähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst.

Von Lisa Hofbauer. Erstellt am 20. Juli 2018 (04:57)
Im Jahr 1978 wurde die Waidhofner Goldhauben- und Trachtengruppe gegründet. Damals zählte der Verein rund 20 Mitglieder.
Goldhauben- und Trachtenverein

Schwarze Perlhauben, Goldhauben oder ein schwarzes Flügeltuch sowie Dirndlkleider bei den Damen, ein Hammerherrenanzug bei den Männern – so sieht die traditionelle Tracht der Goldhauben- und Trachtengruppe Waidhofen aus. Der Traditionsverein feiert heuer mit einem Festgottesdienst zum Fest der heiligen Maria Magdalena – der Kirchenpatronin von Waidhofen – am 22. Juli sein 40-jähriges Bestehen.

Angeregt durch die Aufführung eines Singspiels, gründeten Stefanie und Ferdinand Lindner im Jahr 1978 die Goldhauben- und Trachtengruppe. „Damals wurde das Stück ‚Die blühende Linde‘ dargeboten, bei der Goldhaubenträgerinnen als Statisten mitwirkten. So wurde die Idee geboren, einen Waidhofner Goldhaubenverein zu gründen“, erzählt die heutige Obfrau des Vereins und Gründungsmitglied Agnes Hirsch.

Im Vordergrund stehen für den Verein Tracht und Brauchtum. „Wir wollen verhindern, dass alte Traditionen in Vergessenheit geraten und alte Kulturgüter immer wieder aufleben lassen und so erhalten“, meint die Obfrau.

Altes Handwerk soll erhalten bleiben

Die Mitglieder der Goldhauben- und Trachtengruppen beteiligen sich an kirchlichen Festen wie Fronleichnam oder Erntedank genauso wie bei Veranstaltungen anderer Vereine. „Indem wir bei Festen mitgehen, wollen wir den Leuten althergebrachtes Brauchtum näherbringen“, sagt Hirsch. Man will im Verein aber traditionelles Brauchtum nicht nur präsentieren, sondern auch selbst herstellen. Im Winter finden daher jährlich Handwerkskreise statt. „Jedes Jahr widmen wir uns neuem Kunsthandwerk, das wir nicht in Vergessenheit geraten lassen wollen“, meint die Vereinsobfrau. So bastelt man Gablonzer Christbaumschmuck und Krepppapierblumen, näht selbst Trachtenkleider und stellt Beiwerk zur Tracht wie Handschuhe und Perltaschen sowie auch eigene Perlhauben her.

Insgesamt gibt es im Mostviertel 26 Goldhauben- und Trachtenvereine. „Die Vereine sind karitativ, das heißt, wir zahlen auf ein gemeinsames Sparbuch ein und unterstützen damit dann Vereinsmitglieder in Not“, sagt Hirsch.

Heute ist der Trachtenverein auf 69 Mitglieder angewachsen. Obfrau ist seit dem Jahr 1997 Agnes Hirsch (vorne, 5.v.l.), die auch im Jahr 1978 bei der Vereinsgründung mit dabei war.
Goldhauben- und Trachtenverein

Doch auch Bauwerke werden vom Goldhaubenverein restauriert. „Wir haben schon zwei Kapellen in Atschreith neu hergerichtet – das Holzbauernkreuz und die Eibenbergkapelle. Die Bundesforste sanierten diese nicht und überließen sie so dem Verfall. Wir wollten diese alten Kulturgüter jedoch unbedingt erhalten“, erzählt die Obfrau.

Dass sie mit dieser Agenda nicht alleine ist, zeigen die steigenden Mitgliederzahlen: Während man im Gründungsjahr 1978 mit rund 20 Mitgliedern startete, kann man mittlerweile stolz 69 Vereinsangehörige zählen. Man ist aber nach wie vor immer auf der Suche nach Neuzugängen: „Jeden ersten Donnerstag im Monat findet beim Gasthaus Übelacker in Waidhofen unser Vereinsabend statt. Dazu ist jeder herzlich eingeladen“, sagt Agnes Hirsch.