150 Jobs im neuen Wirtschaftspark Kreilhof. Zehn Firmen wollen sich im neuen Gewerbepark Kreilhof ansiedeln. Sie müssen sich an ökologische Vorgaben halten.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 24. Februar 2021 (05:03)

Mitte Oktober des Vorjahres erfolgte der Spatenstich für den Wirtschaftspark Kreilhof auf der ehemaligen Steinauer-Wiese. An dem interkommunalen Projekt sind neben der Stadt Waidhofen (40 Prozent) auch die Gemeinden Ybbsitz (40 Prozent), Hollenstein (8 Prozent), Opponitz (8 Prozent) und St. Georgen/Reith (4 Prozent) beteiligt.

Seitens des Landes NÖ fließen 720.000 Euro aus Regionalfördermitteln in das Projekt. Damit werden die Errichtung einer Bushaltestelle, Fuß- und Radwege sowie die Grünraumgestaltung und die Erstellung eines städtebaulichen Masterplans mitfinanziert. In Summe investiert die öffentliche Hand 1,5 Millionen Euro.

Am Montag präsentierte Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Wirtschaftspark Ybbstal GmbH, Nationalratsabgeordnetem Andreas Hanger, Waidhofens Bürgermeister Werner Krammer, Architekt Ernst Beneder sowie Helmut Miernicki, dem Geschäftsführer der landeseigenen Wirtschaftsagentur ecoplus, welche das Projekt begleitet, die Pläne für den neuen Gewerbepark.

„Der interkommunale Gewerbepark Kreilhof ist ein wichtiges positives Signal, denn er wird neue Betriebe in die Region bringen und damit auch neue Arbeitsplätze vor Ort.“ Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger

„Unsere Betriebe und Regionen müssen derzeit enorme Herausforderungen bewältigen. Der interkommunale Gewerbepark Kreilhof ist ein wichtiges positives Signal, denn er wird neue Betriebe in die Region bringen und damit auch neue Arbeitsplätze vor Ort“, lobte Wirtschaftslandesrat Danninger das Vorhaben. „Hier arbeitet eine ganze Region zusammen, um gemeinsam die Weichen nachhaltig in Richtung Zukunft zu stellen und ein Projekt voranzutreiben, das in vielfacher Hinsicht Beispielwirkung hat.“

Nationalrat Hanger verwies darauf, dass die beteiligten fünf Ybbstalgemeinden mit dem nur wenige Kilometer entfernt gelegenen Wirtschaftspark Haberlehen in Ybbsitz vor zehn Jahren Neuland betreten hätten, indem dort ein erster interkommunaler Wirtschaftspark aus der Taufe gehoben wurde.

„Die Wirtschaftspark Ybbstal GmbH hat wichtige Akzente im Bereich interkommunaler Betriebsgebiete und gemeindeübergreifender Infrastrukturprojekte gesetzt“, sagte Hanger. „Es freut mich daher sehr, dass wir mit dem interkommunalen Betriebsgebiet Kreilhof diesen Weg konsequent fortsetzen und auch in der ökologischen Ausrichtung von Betriebsgebieten neue Maßstäbe setzen können.“

Auf einer Fläche von sechs Hektar sollen im Wirtschaftspark Kreilhof nämlich Ökonomie und Ökologie eine Symbiose eingehen. Begrünte Dächer und Fassaden, Photovoltaikanlagen auf den Dächern, Drain-Garden-Systeme zur Entwässerung, ein ganzheitliches Energiekonzept sowie eine fundierte Landschaftsplanung sind wesentliche Bausteine eines gesamtökologischen Konzeptes. Dieses ist auch Bestandteil der Verträge mit den einzelnen Unternehmen und damit für sie verbindlich. Die bauliche Umsetzung begleitet ein Gestaltungsbeirat.

Masterplan mit ökologischem Anspruch

Um einen städtebaulichen Masterplan, der die ökologischen Ansprüche erfüllt, zu entwerfen, wurde der Waidhofner Architekt Ernst Beneder zugezogen.

Im Sinne des „Stadtprojekts 2.0“, das Beneder für Waidhofen entwickelt hat, und das sein Stadtprojekt aus 1992 vom Zentrum auf die Peripherie ausdehnt, sei es auch bei diesem Masterplan darum gegangen, die vorhandene Qualität zu heben. „Wir verlangen von den Firmen keine großen gestalterischen Ideen“, stellte Beneder klar. „Vielmehr sollen sie sich in das Konzept einfügen. Die Kontrolle darüber bleibt in öffentlicher Hand.“

Der Wirtschaftspark Kreilhof sei der Beweis, dass Wirtschaft und Natur- sowie Klimaschutz kein Widerspruch seien, hielt Bürgermeister Krammer fest. „Einmal mehr konnten wir hier auch die hohe Kooperationskultur in der Region unter Beweis stellen – gemeinsam ziehen wir an einem Strang für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes.“

Das Interesse an dem neuen Betriebsgebiet ist jedenfalls groß. Zehn Unternehmen mit rund 150 Arbeitsplätzen haben bereits konkretes Interesse angemeldet.

Rund 12.000 Quadratmeter sicherte sich bereits die Daniel Holding GmbH, die derzeit ihren Sitz in Oberland hat, für die Herstellung und Verarbeitung von Kunststofffolien durch die LITE GmbH. Der Baubeginn soll im April erfolgen, die Fertigstellung ist bereits für Ende des Jahres angedacht. Der zweite Kaufvertrag wurde vergangene Woche mit der Firma PB Elektrotechnik GmbH, die ihren Standort derzeit in der Waidhofner Weyrer Straße hat, unterzeichnet. Die weiteren Kaufverträge sollen demnächst folgen, stellte Stadtchef Krammer in Aussicht.

Die Stadt selbst wird auf einer Fläche von rund 12.000 Qua dratmetern die städtischen Wirtschaftsbetriebe Altstoffsammelzentrum, Bauhof, Forst und Wasserwerk in den Wirtschaftspark verlegen.

Dieser ist außerdem in ein umfassendes Mobilitätskonzept eingebunden, welches die direkte Anbindung an einen Radweg auf Teilen der Citybahntrasse zwischen dem Vogelsang und Gstadt sowie den öffentlichen Verkehr vorsieht. Dafür wird eine zusätzliche Bushaltestelle der Mostviertellinie beim Betriebsgebiet errichtet. Eine Brücke vom Gewerbegebiet Kreilhof über die Ybbs auf die Zell in weiterer Folge ist möglich.

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